Atem-Anker

[Atmen als permanent selbstauslösbarer Anker]


Als Atem-Anker bezeichnet man die bewusst durchgeführte und körperlich intensiv erlebte Atmung im Moment des Empfindens von emotionalen Zuständen, auf die später durch Abruf eines Reizes (hier Atmung) zugegriffen werden soll.




Erläuterung

Zur Steigerung des Wohlbefindens können durch bewusstes Atmen in jeder Situation die zuvor auf den Atem geankerten emotionalen Zustände abgerufen werden.

Der Atem gehört zum natürlichen Lebenserhalt des Körpers und steht damit als selbst auslösbarer Anker jederzeit, solange der Mensch atmet, zur Verfügung.

Sobald ein angenehmes Gefühl erlebt wird, wird die Aufmerksamkeit auf den in den Körper ein- und ausströmenden Atem gerichtet. Bereits nach drei bewusst ausgeführt und erlebten Atemzügen ist der emotionale Zustand an den Atem gekoppelt.

Hilfreich unterstützt wird das Atem-Ankern durch gedankliche oder verbale Äußerung von Schlüsselwörtern, die dem emotionalen Zustand entsprechen.

Der Atem eignet sich vorzüglich als Stapel-Anker. Jedwedes gute Gefühl kann auf die bewusste Atmung gelegt und später durch bewusstes Atmen wieder abgerufen werden.


Historisches

Christiane Schinkel hat den Atem-Anker aus ihren langjährigen Erfahrungen mit bestehenden Meditationstechniken entwickelt und 2009 zuerst als Technik des NLP expliziert formuliert.

Der Vorteil des Atem-Ankers liegt in der sofortigen Zugriffsmöglichkeit auf einen selbständig ablaufenden und sich wiederholenden Prozess des eigenen Körpers und ist in jeder Situation oder Lage komplikationsfrei auszulösen. Unterstützung von Außen ist dabei unnötig. Die Grundlage für das Auslösen des Atem-Ankers ist einzig die Bewusstmachung des eigenen Atemvorgangs und das Denken oder Sprechen der unterstützenden Schlüsselwörter.


Ablauf

Das Atem-Ankern

Das Ankern funktioniert in der herkömmlichen Art und Weise, indem emotionale Zustände mit einem Reiz verbunden werden. In diesem Fall ist es das bewusste Ein- und Ausatmen.

Erklärung am Beispiel des emotionalen Zustandes Freude:
Wenn die emotionale Ressource Freude angesprochen ist, wird beim Empfinden der Freude die bewusste Ein- und Ausatmung gestartet. Zusätzlich kann zur bewussten Atmung das Wort 'Freude', bzw. damit korrespondierende Nomen oder Adjektive wie zum Beispiel Spaß, Leichtigkeit, froh, fröhlich, unbeschwert o.ä. gedacht oder gesagt werden.

Empfohlen sind drei bewusste Atemzüge. Bei starker Konzentration reicht ein Atemzug bereits völlig aus.


Auslösen des Atem-Ankers für angenehme emotionale Zustände

Der Atem-Anker wird durch die erste bewusste Ein- und Ausatmung ausgelöst.

Beispiel: Wenn die emotionale Ressource Freude angesprochen werden soll, wird die bewusste Ein- und Ausatmung gestartet. Zusätzlich kann das Wort 'Freude', bzw. entsprechend damit korrespondierende Nomen oder Adjektive gedacht oder gesagt werden.



Hinweise & Beispiele

Auslösen des Atem-Ankers für die Freiheit von schwierigen Gefühlen

So wie durch den Atem-Anker auf angenehme emotionale Zustände zugegriffen werden kann, kann der Atem-Anker auch die Freiheit von schwierigen emotionalen Zuständen unterstützen.

Beispiel: Wenn im täglichen Leben ein schwieriger emotionaler Zustand auftaucht, den der Proband gern in einen angenehmen emotionalen Zustand verwandeln will, wird der Atem-Anker ausgelöst, indem sich der Proband auf die bewusste Ein- und Ausatmung konzentriert. Wahlweise zum positiv belegten Schlüsselwort (Bsp. Freude) kann auch die Phrase 'Frei von ... (dem schwierigen emotionalen Zustand)' gedacht oder verbal geäußert werden.

Während der bewussten Atmung wird also unterstützend geäußert: 'Frei von ... (schwieriges Gefühl als Nomen wie zum Beispiel Ärger, Wut, Ungeduld, Eifersucht o.ä.)'.
Die bewusste Ausatmung unterstützt das Gefühl des 'Freiwerdens von...' stärker als die bewusste Einatmung. Deshalb ist es hilfreich, die Äußerung der Phrase auf die Einatmung und das Schlüsselwort des schwierigen Gefühls auf die Ausatmung zu legen.


Alternative zur Nutzung des Atem-Ankers für die Freiheit von schwierigen Gefühlen

'Frei von ...'- Phrasen wirken als Erste-Hilfe-Maßnahme sehr hilfreich, jedoch wirkt die Auslösung des Atem-Ankers mit positiven Schlüsselwörtern deutlich effektiver auf die dauerhafte Steigerung des Wohlbefindens.

Hierbei ist angeraten, die gegenteiligen Nomen oder Adjektive des als schwierig empfundenen emotionalen Zustandes zu nutzen. Begleitend zur bewussten Ein- und Ausatmung wird der erwünschte und als angenehm empfundene, angestrebte emotionale Zustand benannt.

Beispiel: Bei Wut kann z.B. das Nomen 'Gelassenheit' oder das entsprechende Adjektiv 'gelassen' zum Einsatz kommen, bei Angst z.B. das Nomen 'Sicherheit, Schutz' oder entsprechende Adjektive wie 'sicher, beschützt', bei Aggression z.B. Nomen wie 'Frieden, Ruhe' oder die entsprechenden Adjektive 'friedlich, ruhig' usw.


Einatmung - Ausatmung

Die Atmung [1] unterteilt sich in zwei Vorgänge:

  1. das Einatmen, hierbei wird lebenserhaltender Sauerstoff in den Körper aufgenommen
  2. das Ausatmen, verbrauchte und somit kohlendioxidhaltige Luft strömt dabei aus dem Körper

Diese beiden grundsätzlich unterschiedlich wirkenden Vorgänge lassen sich hervorragend für den Effekt der anzuwendenden Schlüsselwörter oder Phrasen nutzen.

Beim Einatmen können vorzugsweise Schlüsselwörter mit positiv belegter semantischer Relation genutzt werden. So wird der Prozess des energiespendenden Einatmens mit dem Schlüsselwort verknüpft, das Schlüsselwort kann dann gleichsam energie- oder kraftspendend wahrgenommen werden.

Das Ausatmen lässt sich als Vorgang des Ausströmens verbrauchter bzw. nicht mehr benötigter Atemluft gut bei der Nutzung von 'Frei von ...' Phrasen nutzen. So kann das Schlüsselwort gleichsam als Abgeben verbrauchter bzw. nicht mehr benötigter emotionaler Zustände empfunden werden.

Das Ausatmen wirkt weiterhin auch unterstützend für den Abschluss einer semantischen Kette.
Beispiel (Einatmend) ruhig - (Ausatmend) gelassen

Weblinks

http://ich-tue-nichts-fuer-glueck.blogspot.com/

Autorin: Christiane Schinkel

Zuletzt geändert am 6. September 2010 um 21:14