Lernen

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Lernen bezeichnet den Prozess, des sich aneignens von Verhaltensweisen oder Fähigkeiten. Das Ziel des Lernens ist es, eine Fertigkeit möglichst von dem Bereich der unbewussten Kompetenz heraus auszuführen, sodass sie sich bewusst mit anderen Dingen befassen können.

Die Ebenen des Lernens

Nach Gregory Bateson gibt es vier Ebenen des Lernens:

Ralf Stumpf, Die Bateson-Ebenen



Unbewusste Inkompetenz

  • Sie wissen etwas nicht und wissen nicht, dass sie es nicht wissen.
  • Wenn sie noch nie Auto gefahren sind, wissen sie auch nicht, wie das ist.


Bewusste Inkompetenz

  • Sie üben eine bestimmte Fertigkeit, aber sie sind noch nicht kompetent.
  • Sie wollen Auto fahren lernen. Sie achten bewusst auf alle Instrumente im Auto, kuppeln und schalten, beobachten die Straße. Sie bleiben lieber in den Seitenstraßen, erschrecken Radfahrer und ihr Auto leidet mit ihrer Fahrweise.
  • Kinder freuen sich meistens noch auf dieser Stufe, Erwachsene haben oft Angst vor ihr, denn es bedeutet, dass sie etwas noch nicht können.

Bewusste Kompetenz

  • Sie verfügen über eine Fertigkeit, die noch nicht voll ausgereift ist.
  • Mit voller Konzentration fahren Sie das Auto, dabei fügen sich wichtige Kleinigkeiten zu einem Ganzen.


Unbewusste Kompetenz

  • Ihre Fertigkeit ist zur Gewohnheit geworden.
  • Sie fahren automatisch Auto. Ihr Kopf wird frei für andere Dinge wie Radio hören, Gespräche oder sie genießen einfach die Landschaft.


Joseph O’Connor ergänzt die Stufen des Lernens noch durch eine fünfte:

Meisterschaft

"Meisterschaft beinhaltet eine ästhetische Dimension – Meisterschaft ist effizient und außerdem wunderbar anzuschauen. Wenn sie Meisterschaft erlangt haben, müssen sie nichts mehr versuchen, alles fließt ihnen in einem ständigen Fluss zu. Sie kommen in einem „Flow – Zustand“. Es kostet Zeit und Mühe dahin zu kommen, aber die Ergebnisse haben etwas Zauberhaftes. Sie merken gleich, wenn sie einem Meister zu schauen, denn bei ihm sieht alles einfach aus, selbst wenn sie nicht jede Facette dieser Fertigkeit schätzen". -Joseph O’ Connor

Hinweise & Beispiele

  • Verlernen geht von 4 nach 2.
  • Umlernen geht von 4 nach 2 und von 2 wieder nach 4, mit mehr Wahlmöglichkeiten.
  • Der Unterschied zwischen guten und schlechten Lernern liegt unter anderem darin wie sie mit Frustsitutionen umgehen. Gute Lerner machen immer weiter, schlechte Lerner geben auf.

Schnelles Lernen

Die Zeit des Lernens kann durch guten Unterricht oder / und beschleunigtes Lernen (Modelling) abgekürzt werden.


Guter Unterricht

Guten Unterricht gibt ein Lehrer, der

  • Sie in einen guten emotionalen Zustand bringt und Sie in einem Zustand hoher Motivation hält,
  • den Stoff in leicht verdauliche Einheiten gliedert,
  • Sie ständig kleine Erfolgserlebnisse erfahren lässt,
  • Ihre intellektuelle Neugier auf das Thema weckt und befriedigt.

Modelling

Beim beschleunigten Lernen geht man vom Stadium 1 (unbewusste Inkompetenz) zu Stufe 4 (unbewusste Kompetenz). Im NLP ist Modelling eine Art dieses Lernens.

Einfaches und generatives Lernen

Lernen auf der einfachen Ebene ist Versuch und Irrtum mit oder ohne Anleitung. Sie gehen durch die Schleifen des Lernens. Sobald eine Fertigkeit zur Gewohnheit geworden ist, hört man theoretisch mit Lernen auf.

Generatives Lernen ist Lernen auf zwei Ebenen. „Dabei beziehen wir unsere Überzeugungen und Annahmen über das Thema / Problem in die Feedbackschleife mit ein. Aufgrund der Rückmeldung, die wir auf unser Handeln hin bekommen, hinterfragen wir unsere Annahmen.

Die Lernschleife

Ralf Stumpf, Die Lernschleife



Siehe auch

Verwandte Begriffe

Literatur

Birkenbiehl: Stroh im Kopf - ISBN 3636072277

Weblinks