Soziales Panorama

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Soziales Panorama

Lucas Derks entwickelte 1995 das Modell Soziales Panorama.

Lucas Derks geht dabei davon aus, dass die meisten Menschen ihre Beziehungen zu ihren Mitmenschen in Form einer inneren "Landschaft" wahrnehmen, die er soziales Panorama nennt.

Die eigene Person (das Selbstbild) steht dabei in der Mitte dieses Landschaftsbildes. Die Menschen, die in seinem Leben eine Rolle spielen, stehen jeweils um ihn herum. Sie werden dabei als feststehende Objekte im Raum wahrgenommen. Je nachdem, wie wir uns durch internale Repräsentationen diese Menschen im Raum vorstellen, wird deutlich, auf welche Weise wir diese zwischenmenschliche Beziehung gestalten. Für diese internalen Repräsentationen wählt Der den Begriff Personifikation, um deutlich zu machen, dass es sich um das eigene Bild der Person handelt und nicht um die Person selbst.

Das persönliche Soziale Panorama bildet damit den Ausgangspunkt für unser soziales Handeln.

Die Unterschiede zum NLP sind bei den Submodalitäten zu finden. Einige Eigenschaften sind bei den Submodalitäten wichtiger als andere. Die Distanz zum/vom Objekt, die Grösse des Objekts und die Blickrichtung des Objekts sind dabei sehr entscheidend. Die Arbeit wird dadurch vereinfacht, dass man gesamthaft weniger Informationen hat, jedoch mehr zur eigentlichen Sache.


Durch folgendes Vorgehen bekommen Sie Zugang zum Sozialen Panorama eines anderen Menschen:

1. Bitten Sie die Person, die Augen zu schließen.

2. Lassen Sie die Person, an "alle Menschen auf der Welt" denken.

3. Fordern Sie die Person anschliessend auf, an eine einzelne Person oder an eine bestimmte Gruppe zu denken (z.B.: Familie, Mitarbeiter, Freunde).

4. Fragen Sie die Person, wo sie sich genau diese Person/Gruppe innerlich vorstellt, z.B: vorne, hinten, links, rechts, oben, unten?

5. Bitten Sie diese Person, auf den entsprechenden Punkt zu deuten, danach kann sie die Augen wieder öffnen.


Nach dem Sozialen Panorama ist der Ort, aus Richtung und Distanz (in der wir uns andere Menschen vorstellen) die wichtigste soziale Untereigenschaft.
Wir repräsentieren unsere soziale Beziehung ganz wesentlich in einer räumlichen Ordnung:
Wir hören, sehen und fühlen Personen in einer bestimmten Richtung und in einer bestimmten Distanz. Die vertikale Position, Körpergröße anderer Personen verglichen mit dem Selbst, ist meist mit Status und Selbstwert verbunden. Wer Personen in seinem Sozialen Panorama größer macht, als er sich selbst vorstellt, fühlt sich meist diesen Personen minderwertig und ordnet sich selbst einen geringeren Status zu.

Die Repräsentationen sozialer Beziehungen sind für das Konstrukt der Wirklichkeit ähnlich bedeutsam, wie die Repräsentation der Zeit in Form einer inneren Zeitlinie.

Submodalitäten wie Grösse, Helligkeit, Klarheit usw. geben weiter Aufschluss, wie wir unser Soziales Panorama sehen.

Gerade die Submodalitäten sind es, die uns die Möglichkeiten geben, unser Panorama entsprechend unseren Zielen zu verändern, so dass wir einen anderen Bezug zu unserer sozialen Umwelt bekommen. Wir sehen z.B. jemanden klarer, in einem anderen Licht oder die Personifikation hat generell nicht mehr die Grösse und die bedrückende Nähe, in der sie vielleicht zuvor stand.

Das SP eignet sich hervorragend um ganz unterschiedliche soziale Bereiche wie Familie, Arbeitsumfeld, Schule etc. zu beleuchten bzw. zu analysieren und neu zu bewerten. Mit der geschickten, zielorientierten Veränderung der Modalitäten, bekommen wir einen anderen Bezug zu unserer sozialen Umgebung und damit ändern sich festgefahrene Positionen im Sozialen Panorama, die uns belasten können.


Literatur:
„Das Spiel sozialer Beziehungen“ NLP und die Struktur zwischenmenschlicher Erfahrung, Klett-Cotta Verlag, ISBN-10: 360894169X --Bernd Luginbühl 11:04, 1. Nov. 2009 (UTC)