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Anker

Version vom 31. März 2006, 20:07 Uhr von Sakira Philipp (Diskussion | Beiträge)

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Im NLP ist ein Anker die Verknüpfung eines sinnesspezifischen Reizes mit einer bestimmten Reaktion, wie z.B. emotionale Zustände oder internale Repräsentationen. Als ankern wird der Vorgang des Verbindens von Reaktionen mit bestimmten Reizen bezeichnet.

Allgemein erklärbar dürfte das Prinzip Anker sein, wenn man sich selbst einmal daran erinnert, wie ein bestimmtes lang nicht gehörtes Lied, welches gerade im Autoradio läuft, unmittelbar dazu führt, dass man sich in eine Situation zurückversetzt fühlt, in der man das Lied oft und viel gehört hat (erste/bestimmte Liebe, Flirt, Strandparty im Urlaub, Beerdigung, "unser Lied" von Partnern, Feierabendsong im Supermarkt usw.). Hierbei handelt es sich um einen typischen Anker: eine Sinneswarnehmung (lange nicht gehörtes Lied) führt unmittelbar zu einem emotionalen Zustand (fühlen wie in einer bestimmten Situation "damals"). Das gleiche erleben viele Menschen auch mit bestimmten Düften/Gerüchen.

Sehr typische akustische Anker - die auch so geplant, gemeint und eingesetzt werden - sind Titelmelodien von TV-Serien/TV-Magazinen. Bekannt dürften sein: Bonanza, Lindenstraße, Sesamstraße, Monitor, Spiegel-TV, Tagesschau. Hört man die Melodie, stellt sich bereits ein bestimmtes Gefühl ein, das von der Sendung erzeugt wird. Eingesetzt werden akustische Anker auch in der Werbung (z.B. Barcardi, Telekom, Marlboro, Langnese). Der Leser prüfe sich, zu welcher Serie/Werbung ihm sofort die Melodie in den Sinn kommt. Das funktioniert so, als auch umgekehrt.

Es gibt zeitliche Anker (z.B. Gegenwartsanker), Raumanker (z.B. Bodenanker), emotionale Anker (z.B. Ressourceanker) und neutrale Anker (z.B. Begriffe/Namen).

Ankern ist im NLP eine Basistechnik, die in fast allen NLP-Formate eine Rolle spielt.

Historisches

Berühmt wurden Pawlows Konditionierungsexperimente Ende des 19. Jahrhunderts mit Hunden. Ihm war fiel auf, dass der Speichelfluss von Zwingerhunden bereits durch die Schritte ihres Besitzes ausgelöst wurde. Er machte daraufhin folgendes Experiment:

  • Messung von Speichelfluss bei Anblick von Futter ( → viel); Messung von Speichelfluss nach Glockenton ( → nichts)
  • Dann mehrmals hintereinander: Glockenton → Futternapf mit Fressen → Speichelfluss
  • Später reichte der Glockenton um Speichelfluss zu erzeugen.

Anwendung, Einsatz

Anker werden eingesetzt, um Zustände gezielt abrufbar zu machen.

Ablauf, Kriterien

Zitat: »Grundlage beim Ankern ist die Annahme, daß alle Erfahrungen als ›Gestalten‹ sinnlicher Information repräsentiert werden. Immer wenn ein Teil einer gewissen Erfahrung wieder eingeführt wird, werden auch andere Teile dieser Erfahrung in einem gewissen Maß reproduziert. Jeder beliebige Teil einer Erfahrung kann also als Anker benutzt werden, um einen anderen Teil dieser Erfahrung auszulösen.« (Dilts u.a., Strukturen subjektiver Erfahrung, Seite 134, Zitat gekürzt)

Im NLP weit verbreitet ist das T.I.G.E.R.-Modell:
Timing: der beste Zeitpunkt ist kurz vor dem Höhepunkt der Empfindung. Dadurch wird das Anwachsen des Zustandes mitgeankert.
Intensität
Genauigkeit
Einzigartigkeit und
Reinheit

Alternativ:
Was wird geankert? - Die Gesamt-Gestalt der Wahrnehmung (s.o.)
Wo wird geankert? - Der Reiz muß spezifisch sein. Normalerweise wird automatisch in allen Sinnessystemen geankert.
Wie wird geankert? - Am besten kurz vor dem Höhepunkt.

Hinweise & Beispiele

Die Intensität eines Ankers wird durch das Ausmaß des Ursprungserlebnisses oder/ und von der Häufigkeit der Wiederholungen beeinflusst.

Anker können "abgenutzt", umgewandelt oder verstärkt werden. Einen Circle of Excellence, der immer in unangenehmen Situationen eingesetzt wird, empfiehlt es sich wieder aufzuladen. Sonst "wandelt" er sich langsam in einen Suck State Anker! Ist das Ergebnis des CoE allerdings i.d.R. ein Erfolg, stärkt er sich von allein.


Unser Leben ist voller Anker, sie

  • sind lebenswichtig: z.B. Gewohnheiten → heißen Topf an den Henkeln anfassen
  • entwickeln bei den Menschen Phantasien: z.B. Hubschrauber fliegt über einem Dorf → Einsatz der Bundeswehr? Notlandung? Rettungsaktion?
  • sind weniger nützlich: z. B. Prüfungssituationen → können Wissensleere auslösen
  • erzeugen negative Befindlichkeit (Phobien): z. B. enge Räume → Platzangst

Formate, in denen diese Technik angewendet wird

Ankern ist eine der Basistechniken im NLP, die in sehr vielen Formaten vorkommt.
Ankerformate sind:

Übung

Siehe auch

Training:Anker


Verwandte Begriffe

Literatur

Weblinks

Zuletzt geändert am 31. März 2006 um 20:07