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== Formate, in denen diese Technik angewendet wird ==
 
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Version vom 4. Juni 2011, 00:13 Uhr

[Wie heißt ES ausserdem?]


Hintergrund

PhotoReading® ist eine von Paul Scheele entwickelte und vermarktete Schnelllesetechnik, mit der Texte angeblich in einer Lesegeschwindigkeit von 25.000 Worten pro Minute aufgenommen werden können.

Während man beim herkömmlichen Lesen einen Text von Anfang bis zum Ende Satz für Satz linear durchgeht und sich in einem Schritt um ein volles Verständnis des Textinhalts bemüht, geht man beim PhotoReading iterativ vor und nutzt hierbei vor allem die enorme Verarbeitungskapazität des Unterbewussteins.

Zunächst wird der Lesestoff unbewusst erfasst, indem der gesamte Text „mit weichem Blick“ – im sogenannten PhotoFokus – mental fotografiert und dem Unterbewusstsein zu einer ersten Vorverarbeitung zur Verfügung gestellt wird. Nach einer Inkubationszeit beginnt man mit der Aktivierung des unbewusst aufgenommen Lesestoffes und holt sich mit verschiedenen Aktivierungstechniken die wesentlichen Inhalte in mehreren Iterationen sukzessive ins Bewusstsein.

Eine der größten Blockaden, um das Photoreading zu lernen, ist die Tatsache, dass man das normale Lesen bereits stark verinnerlicht hat. Beim Photoreading ist es wichtig, sich von der gewohnten Lesestrategie so gut wie möglich zu lösen und sich auf den PhotoReading-Prozess einzulassen.


Ablauf

PhotoReading besteht aus 5 Schritten:

  • 1. Einstimmen (Prepare)
  • 2. Überblick (Preview)
  • 3. PhotoLesen (Photoread)
  • 4. Überblick „danach“ (Postview)
  • 5. Aktivierung (Activate)


Schritt 1: Einstimmen

Das Einstimmen besteht aus zwei Komponenten:

a) Bestimmung einer klaren Absicht Eine wichtige Voraussetzung im gesamten PhotoReading-Prozess ist, dass man sich seiner Intention in jedem Moment bewusst ist.

  • Was will ich von diesem Text?
  • Wie wichtig ist das Lesematerial für mich?
  • Wie will ich den Text anwenden?
  • Wie spezifisch und detailliert brauche ich den Lesestoff?
  • Reicht ein allgemeiner Überblick oder brauche ich Detailwissen?
  • Wie viel Zeit bin ich bereit aufzuwenden?

Eine klare Absicht strukturiert unseren Geist und legt den Grundstein für eine Aktivierung unserer eigenen Ressourcen.

b) Man bringt sich in den idealen Bewusstseinszustand Dieser State ist gekennzeichnet durch einen Zustand entspannte Wachheit. Der Körper ist entspannt und der Geist ist klar und wach (Alpha-Zustand). Um diesen Zustand schnell und leicht herzustellen, kann man die sog. „Mandarinentechnik“ anwenden. Hierbei stellt man sich vor, wie eine imaginierte Mandarine einige Zentimernter oberhalb und hinter dem Kopf schwebt. Indem ein Teil der Aufmerksamkeit auf den Ort über und hinter dem Kopf fixiert wird – das „Epizentrum der visuellen Aufmerksamkeit“ (s. Ron Davis: „Legasthenie als Talentsignal“) – verbessert sich die Konzentration und erweitert sich das eigene Sehfeld, wodurch man mehr visuelle Informationen aufnehmen kann.


Schritt 2: Überblick

Hierbei sichtet man den Titel, das Inhaltsverzeichnis, den Klappentext und Abbildungen & Grafiken im Text. Für den Überblick benötigt man nur einige Minuten. Man identifiziert die ersten Muster im Text und macht sich auf einer allgemeinen Ebene mit der mentalen Struktur des Lesestoffs vertraut (Big Picture).

Schritt 3: PhotoLesen

Nun beginnt das eigentliche PhotoLesen – das Herzstück im gesamten PhotoReading Prozess.

Nachdem man sich in einen aufnahmefähigen Alphazustand versetzt, indem man sich körperlich und geistig entspannt, beginnt man jede einzelne Textseite mental zu fotografieren. Die Grundlage hierfür bildet der sogenannte "PhotoFokus" - eine Sehweise, bei der die Augen divergieren und sich der periphere Blick weitet. Im „PhotoFokus“ fixiert man mit dem Blick nicht einzelne Worte und Wortgruppen, sondern erfasst mit „weichen Augen“ die Textseite eines Buches als Ganzes. Diese Sehweise ist die Voraussetzung zum Wahrnehmen der bekannten 3D-Bilder (sog. Stereogramme).

Wie stellt man den PhotoFokus her?

  • Man blickt mit weichem Augen entspannt durch die Mitte eines Buches hindurch auf einen imaginären Punkt hinter dem Text, bis man zwischen den beiden Buchseiten eine dritte, gewölbte Seite wahrnimmt(sog. "Blip Page").
  • Alternativ kann man sich auf die Mitte des Buches konzentrieren und im Anschluss das Blickfeld immer weiter ausdehnen bis man schließlich alle vier Ecken des Buches gleichzeitig im Blick halten kann. Dann stellt man sich ein großes X vor, dass alle vier Ecken miteinander verbindet.

Es kann zu Beginn etwas an Übung erfordern, um den PhotoFokus herzustellen und ihn über eine längere Zeit aufrecht zu halten. Eine gute Übungsmöglichkeit, um in den PhotoFokus State zu kommen und ihn zu halten, bilden die bereits erwähnten Stereogramme ([1]).


Während man den PhotoFocus aufrecht hält, blättert man das gesamte Buch in einem gleichmäßigen Rhythmus Seite für Seite durch (1-3 Sekunden pro Seite). Um zu vermeiden, dass sich das Bewusstsein mit den Textinhalten beschäftigt, empfiehlt es sich neben tiefen Atemzügen ein Mantra bzw. eine Motivationsformel („Lass los“) zu rezitieren.

Unmittelbar nach dem PhotoLesen hat man noch kein bewusstes Textverständnis erlangt. Die Informationen müssen in den weiteren Schritten erst noch für das Bewusstsein aktiviert werden.

Schritt 4: Übersicht „danach"

Unmittelbar nach dem Photolesen verschafft man sich einen erneuten Überblick über den Text, dringt aber dieses Mal tiefer in den Text ein, um die Struktur des Textes besser zu verstehen. Die Übersicht „danach“ gleicht einer Art Mini-Inventur (Dauer: 6-15 Minuten für ein Buch/ 2-3 Minuten für einen längeren Artikel). Hierbei blättert man zügig durch das gesamte Buch und achtet auf bestimmte Wörter, die einen ins Auge stechen, da sie zum Beispiel fett markiert sind oder sehr häufig auftauchen. Diese Impuls- bzw. Triggerwörter notiert man sich (10-25 Stück).

Im Anschluss betrachtet man sich die Impulsworte und formuliert hieraus Fragen an den Text. Fragen sind ein wichtiger Katalysator für das Bewusstwerden der unbewusst aufgenommenen Informationen. Das Formulieren von interessanten Fragen stimuliert und aktiviert das Gehirn und motiviert es, nach entsprechenden Antworten zu suchen.

Nach dem Photolesen und dem Postview empfiehlt es sich eine Pause einzulegen (mind. 10-20 min), damit das Unterbewusstsein die Informationen verarbeiten und die entsprechenden neuronalen Verknüpfungen anlegen kann. Am besten schläft man erst einmal eine Nacht, bevor man damit beginnt das Gelesene zu aktivieren.


Schritt 5: Aktivierung

Mit der Aktivierung restimuliert man die neuronalen Netze, die durch das PhotoLesen Informationen ausgesetzt waren. Man benutzt hierbei den Text bewusst als Katalysator, um das Gehirn zu aktivieren, die wichtigen Informationen ins Bewusstsein zu rufen.

Es stehen verschiedene Aktivierungstechniken zur Verfügung. Das Ziel hierbei ist, die 4 bis 11% an wichtigen Informationen im Text bewusst zu erkennen, die bedeutungsrelevant sind. Studien haben gezeigt, dass 89 bis 96% der restlichen Textinhalte lediglich Füllwörter und redundante Informationen beinhalten.

Aktivierungstechniken:

  • Innere Befragung (vgl. Schritt 4)
  • Überfliegen und Eintauchen: Man überfliegt große Textblöcke, indem die Augen mit weichem, offenem Blick sanft über die Mitte der Textseite gleiten. Bei Textstellen, die anziehend wirken bzw. wichtig erscheinen, taucht man ein und beginnt den relevanten Abschnitt bewusst zu lesen. Bei dem ganzen Prozess folgt man seinem Gespür und lässt sich von seiner Absicht leiten.
  • Erstellen von Mind Maps (siehe: Tony Buzan: “Das Mind-Map-Buch”)
  • Rapid Reading relevanter Abschnitte



Hinweise & Beispiele

Formate, in denen diese Technik angewendet wird

Siehe auch

Verwandte Begriffe

Literatur

Weblinks