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Change History

Version vom 23. November 2017, 17:15 Uhr von Carsten Gramatke (Diskussion | Beiträge) (Vorgehen)

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[Change (Personal) History; Changing History; History Change; History Changing; Veränderung der Persönlichen Geschichte]

Change History ist ein Format zur Veränderung der Repräsentation eines vergangenen Erlebnisses durch ressourcevolles Neuerleben. Damit wird die Erfahrung zu einer Quelle des ressourcevollen Lernens. Change History ist Collapsing Anchors auf der Time Line.

Beim Change History geht es nicht darum, ein vergangenes Ereignis noch einmal zu erleben.

  1. Was vergangen ist, ist vergangen und wird sich so nie wieder wiederholen. (Bandler: Das Beste an der Vergangenheit ist, dass sie vergangen ist. – Robbins: The past is not the future!)
  2. Es geht nicht um die tatsächlich geschehene Vergangenheit, sondern um die internale Repräsentation dieser Vergangenheit.
  3. Es geht nicht darum, irgendetwas noch einmal zu erleben, sondern es noch einmal anders (= ressourcevoll) zu erleben.


Wenn jemand die Treppe runterfällt und sich ein Bein bricht - was soll dann daran heilsam sein, ihn noch einmal hinunter zu schubsen?
Richard Bandler zugeschrieben

Die Idee

Die Idee ist, dass wir eine einmal in Wirklichkeit erlebte Episode einspeichern, zu einem Teil unserer Selbst machen (Episodisches Gedächtnis) und immer wieder erinnern. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass wir eine Version von vielen möglichen Episoden einspeichern. Wie aktuelle Ergebnisse der Gedächtnisforschung zeigen, sind diese internalen Repräsentationen außerordentlich veränderlich. Eigentlich erfinden wir unsere Vergangenheit täglich neu.

Im Grunde geht es beim Change History darum, statt der Version wie es wirklich war, die Version wie es hätte sein können, wenn ich damals schon die Ressourcen gehabt hätte, die ich jetzt habe einzuspeichern.

Anders gesagt: Es geht darum, aus der Vergangenheit zu lernen, statt sie zu wiederholen.


Das Muster ist:

  • Vor Change History: Reiz -> Erinnerung -> Stuck State
  • Nach Change History: Reiz -> Erinnerung -> Ressourcen
  • Nach einigen Malen nur noch: Reiz -> Ressourcen


Vorgehen

Die Grundstruktur ist, dass man mit heute verfügbaren Ressourcen noch einmal in einen Zeitpunkt kurz vor dem Ereignis »geht« und dieses noch einmal ganz anders erlebt und daraus lernt.

Zu dieser Grundstruktur gibt es eine Fülle von Variationen.

Beispiel:

  1. (Erste) Erfahrung für Problem suchen und (Emotion) ankern (=Problemanker)
  2. Einen Zeitpunkt vor dem Problem bestimmen (=VPA, ankern), da wo alles noch ok ist (Neutral- oder Ressourcephysiologie)
  3. Separator
  4. Ressourcen bestimmen und ankern (Emotion). "Was hättest du gebraucht?" -> Referenzerfahrung ("Wann hast du schon mal erlebt, dass du ...") - ggf. Anker stapeln (=Ressourceanker )
  5. Test ("Wird das (Ressourcen) reichen für das (Problem)?"), ggf. mehr Ressourcen stapeln oder vorhandene intensivieren.
  6. Ressourceanker auslösen, dann den VPA auslösen ("Und nun nimm alle Ressourcen hier mit hinein") und vom VPA mit den Ressourcen zum Problemanker übergehen und die Person ressoucevoll (vielleicht zuerst sehr schnell) hindurchgehen lassen - bis zu einem Zeitpunkt (Problemanker loslassen) danach "wo es vorbei ist" (Ressourceanker zurücknehmen).
  7. Separator
  8. Ggf. mehrmals wiederholen, dabei immer langsamer durch die Problemsituation hindurchgehen. Wenn die Physiologie positiv ist, ist das Ziel erreicht.
  9. Future Pace

Hinweise

  • Change History kann mehrere Male nacheinander durchgeführt werden, wobei ggf. von Mal zu Mal weitere Ressourcen zugefügt werden.
  • Man versucht das erste, prägende Ereignis umzuschreiben. Wenn das nicht erinnert wird, kann man auch:
    • spätere Ereignisse nehmen
    • ein Prägungsereignis erfinden
  • Eventuell gibt es mehrere ähnliche Situationen. In dem Fall kann man die Situationen Stück für Stück bis in die Gegenwart durchgehen und so die ganze Spur umschreiben. Oft ergibt sich das allerdings automatisch.
  • Im Wesentlichen hat man 3 Möglichkeiten die Time Line aufzubauen und zu ankern:
  1. Einsatz auditiver (und visueller) Anker im Gespräch.
  2. Einsatz kinästhetischer Körperanker (bspw.: auf Bein und Schulter)
  3. Einsatz von Bodenankern

Unterscheidung

  • Wenn man es in der Vergangenheit macht, heißt es Change History, in der Zukunft Change Future
  • Ralf Stumpf hat dem Change History/Change Future (assoziiert) ein Self Nurturing (dissoziiert) gegenübergestellt. Beim Self Nurturing in der Vergangenheit geht das gegenwärtige ICH zu dem jüngeren ICH in die Vergangenheitssituation und erklärt ihm die Situation, sagt ihm, das es überlebt hat, was alles aus ihm geworden ist und sagt, dass es immer für das jüngere ICH da sein wird... Self Nurturing wirkt aus der logischen Ebene V. (Self Nurturing kann man sowohl in der Vergangenheit, als auch in der Zukunft machen.)

Siehe auch:

Weblinks

Link zu Change Personal History ( englisch ) : http://nlpuniversitypress.com/html/CaCom19.html

Zuletzt geändert am 23. November 2017 um 17:15