Double Bind: Unterschied zwischen den Versionen

Aus NLPedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
K
K
Zeile 1: Zeile 1:
Ein Double Bind ist eine paradoxe Kommunikationssituation, die zu einer Zwickmühle führt. Für Entstehung und Ablauf dieser Zwickmühle müssen vier Bedingungen in der Regel erfüllt sein:  
+
Ein Double Bind ist eine paradoxe Kommunikationssituation, die zu einer Zwickmühle führt.  
 +
 
 +
Für Entstehung und Ablauf dieser Zwickmühle müssen vier Bedingungen in der Regel erfüllt sein:  
 
# Mindestens zwei Personen haben eine intensive Beziehung zueinander, die für einen Partner physisch und/oder psychisch wichtig ist (z.B. das Beziehungsverhältnis zwischen Mutter und Kind).  
 
# Mindestens zwei Personen haben eine intensive Beziehung zueinander, die für einen Partner physisch und/oder psychisch wichtig ist (z.B. das Beziehungsverhältnis zwischen Mutter und Kind).  
 
# Gegenüber einer der beteiligten Personen, dem sogenannten Opfer, wird eine verbale Mitteilung gemacht, die zumeist zu einer Handlung oder einem Verhalten auffordert, verbunden mit einer Strafandrohung (Inhaltsaspekt der Mitteilung).  
 
# Gegenüber einer der beteiligten Personen, dem sogenannten Opfer, wird eine verbale Mitteilung gemacht, die zumeist zu einer Handlung oder einem Verhalten auffordert, verbunden mit einer Strafandrohung (Inhaltsaspekt der Mitteilung).  

Version vom 26. März 2014, 20:35 Uhr

Ein Double Bind ist eine paradoxe Kommunikationssituation, die zu einer Zwickmühle führt.

Für Entstehung und Ablauf dieser Zwickmühle müssen vier Bedingungen in der Regel erfüllt sein:

  1. Mindestens zwei Personen haben eine intensive Beziehung zueinander, die für einen Partner physisch und/oder psychisch wichtig ist (z.B. das Beziehungsverhältnis zwischen Mutter und Kind).
  2. Gegenüber einer der beteiligten Personen, dem sogenannten Opfer, wird eine verbale Mitteilung gemacht, die zumeist zu einer Handlung oder einem Verhalten auffordert, verbunden mit einer Strafandrohung (Inhaltsaspekt der Mitteilung).
  3. Eine zweite Mitteilung an das Opfer erfolgt auf einer außerverbalen (Gestik, Mimik usw.) oder paralinguistischen (Stimmlage, Sprechgeschwindigkeit) Mitteilungsebene und steht zu der ersten in unauflösbarem Widerspruch (Beziehungsaspekt der Mitteilung).
  4. Das Opfer hat nicht die Möglichkeit (auf Grund der engen affektiven Beziehung und der angedrohten Strafe), sich den paradoxen Handlungsaufforderungen zu entziehen: Es kann weder aus der Beziehung treten, noch kann es metakommunikativ die beiden Aufforderungen kritisieren oder den zwischen ihnen bestehenden Widerspruch thematisieren. (Beispiel: Die Mutter zieht sich bei einem spontanen Beweis kindlicher Zuneigung zurück und wirft ihm danach Lieblosigkeit vor.)

Die Theorie der Doppelbindung spielte in der Schizophrenieforschung sowie der Kommunikationstheorie eine wesentliche Rolle und wird auch für die Analyse und Beschreibung pathologischer Kommunikation im individuellen (Psychotherapie) und im gesellschaftlichen Bereich (Sozialpsychologie, Pädagogik) herangezogen.

Ein wichtiges Kriterium ist die Unerfüllbarkeit, so dass eine „Lose/Lose-Situation“ (engl.: to lose = verlieren) entsteht. Bateson sah, was aber heute nicht mehr allgemein geteilt wird, in dem wiederkehrenden Einfluss solcher Kommunikationsmuster auf Kinder innerhalb ihrer Familie einen wesentlichen auslösenden Faktor für die spätere Entwicklung von Schizophrenie. Um ein double bind zu lösen, muss es zunächst als solches erkannt werden. Anschließend muss den Kommunikationspartnern das Paradoxe verständlich gemacht werden, so dass zukünftig eine eindeutige, kongruente Botschaft erfolgen kann. Double binds sind zum Beispiel erprobte Vorgehensweisen beim Mobbing.