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Einstein Strategie


Die Bezeichnung Einstein Strategie leitet sich direkt von einem der größten Genies des 20. Jahrhunderts ab. Robert Dilts hat die Denkprozesse von Albert Einstein, dem Begründer der Relativitätstheorie, näher untersucht und herausgefunden, dass er auch Experte in der Nutzung komplexer psychologischer Prozesse war.
Einstein war sich seiner Denkprozesse voll bewusst. Aus einem Gespräch mit Wertheimer wird Einstein wie folgt zitiert: “Diese Gedanken kamen nicht in irgendeiner sprachlichen Formulierung. Ich denke überhaupt sehr selten in Worten. Ein Gedanke kommt und ich kann hinterher versuchen, ihn in Worten auszudrücken“.
In einem Brief an Jacques Hadamard beschreibt Einstein seine Denkprozesse folgendermassen: „Die Wörter der Sprache, so wie sie geschrieben oder gesprochen werden, scheinen für meine Denkweise keine Rolle zu spielen. Die geistigen Gebilde, die mir als Elemente des Denkens zu dienen scheinen, sind bestimmte Zeichen und mehr oder weniger klare bildliche Vorstellungen, die sich (absichtlich) reproduzieren und kombinieren lassen. Natürlich besteht eine gewisse Beziehung zwischen jenen Elementen und einschlägigen logischen Begriffen. Auch ist klar, dass die emotionale Grundlage dieses ziemlich vagen Spiels mit den erwähnten Elementen der Wunsch ist, letztendlich zu einem logisch kohärenten System von Begriffen zu gelangen. Aus psychologischer Sicht jedoch erscheint dieses kombinatorische Spiel das entscheidende Merkmal produktiven Denkens zu sein bevor irgendeine Verbindung zu logischen Konstrukten in Form von Wörtern oder in Form anderer Arten von Zeichen entsteht, die man anderen Menschen mitteilen kann. Die oben erwähnten Elemente sind in meinem Fall visueller und gelegentlich muskulärer Art. Herkömmliche Wörter oder andere Zeichen müssen erst in einer zweiten Phase mühsam gesucht werden, nachdem sich das erwähnte assoziative Spiel genügend etabliert hat und sich beliebig reproduzieren lässt, (Meine typische Art zu denken ist) visuell und motorisch. Wenn das Stadium erreicht ist, in dem Wörter anfangen, eine Rolle zu spielen, tauchen sie bei mir rein auditiv auf, doch sie mischen sich, wie bereits erwähnt, erst in der zweiten Phase ein“. (Zitiert aus Robert Dilts, Einstein, 1992) Zusammenfassend kann gesagt werden, dass sich Einsteins Denkprozesse zunächst visuell (Vk) in Kombination mit kinästhetischen Gefühlen (Ke/Ki) vollziehen. Erst in einer zweiten Phase mischen sich Worte ein (Id), die dazu dienen, die Ergebnisse zu beschreiben und allgemein verständlich zu machen.

Durchführung & Beispiel

Robert Dilts hat Einsteins Denkstrategie auf die Kommunikation übertragen um diese z.B. für persönliche Veränderungsarbeit zu nutzen. Beispiel: Jemand hat einen inneren Konflikt, in der Form, dass er einerseits Freiheit möchte, auf der anderen Seite aber auch ein starkes Sicherheitsbedürfnis hat. Hier stehen sich widersprechende Glaubenssätze gegenüber, die einen Identitätskonflikt auslösen können. Dilts hat dazu das folgende Schema entwickelt:
1. Identifizieren Sie die gegensätzlichen Bezugsrahmen „Freiheit vs. Sicherheit“, elizitieren Sie sie und kalibrieren Sie sich darauf.
2. Mittels Bodenanker wird ein neutraler Ort (Meta Position) bestimmt. Anschließend bitten wir den Partner die beiden Gegensätze zu formulieren und als Stichwort (Freiheit / Sicherheit) auf je ein Blatt zu schreiben und so auszulegen, dass die beiden Positionen sich gegenüberstehen.
3. Bitten Sie den Partner sich auf den Anker „Freiheit“ zu stellen und assoziiert diesen Bezugsrahmen visuell, auditiv und Kinästhetisch zu erleben. Gleichzeitig wird auch der Zeitrahmen definiert (Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft). An dieser Stelle sollte der Wert dieses Bezugsrahmens nach den logischen Ebenen bestimmt werden.
4. Verfahren Sie mit dem Bezugsrahmen „Sicherheit“ gleichermassen.
5. Auf der Meta-Position wird nun die Geschichte erneut (aus einer neutralen Position) betrachtet um die einzelnen Bezugsrahmen neu zu bewerten. Durch Hinterfragen einzelner Werte, Glaubenssätze, Fähigkeiten, etc. kann das Problem von einer höheren logischen Ebene angegangen werden. Mit Hilfe einer dissoziierten Betrachtung der unterschiedlichen Standpunkte, hat der Partner die Möglichkeit die Situation aus einer anderen Perspektive zu erleben.
6. Wenn die gegensätzlichen (einschränkenden) Intentionen und Glaubenssätze identifiziert sind, können diese neu bewertet werden.
7. Arbeiten Sie alle Gemeinsamkeiten und Übereinstimmungen der unterschiedlichen Bezugsrahmen heraus (Ziele, Werte, Glaubenssätze, usw.)
8. Aus der Meta-Position werden die Bezugsrahmen Freiheit und Sicherheit mit den unter Punkt 6. herausgefundenen Gemeinsamkeiten in Einklang gebracht und integriert. Ziel ist es, die gegensätzlichen Standpunkte näher zueinander zu bringen und den inneren Konflikt aufzulösen.

Hinweise & Beispiele

Siehe auch

Verwandte Begriffe

Literatur

Weblinks

Zuletzt geändert am 7. Juli 2011 um 09:34