Fast Phobia Cure

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Version vom 10. Oktober 2007, 23:26 Uhr von Carsten Gramatke (Diskussion | Beiträge) (Kinästhetische Phobietechnik)

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[Schnelle Phobietechnik, Fast Phobia Cure]

Die schnelle Phobietechnik wird zur Auflösung von Phobien verwendet. Eine Phobie ist ein unkontrollierbarer Pavlowscher Reflex. Auf einen Reiz (Stimulus) folgt eine automatisch und immer gleich ablaufende Wirkung (Response). Das erzielte "Ergebnis" ist meist negativ (kinästtetisch) besetzt. Beispiel: Eine Person mit einer Spinnenphobie sieht eine Spinne (Reiz) daraus folgt eine unkontrollierbare, negativ besetzte kinästetische Reaktion (Angst/Response).

Historisches

Dr. Richard Bandler fand in den späten 70er Jahren mit seiner "Experimentiergruppe" heraus, dass ein assoziierter Rückwärtslauf mit veränderten Submodalitäten die neurosynaptischen Verbindungen von Reiz und Reaktion löscht. Damit war er in der Lage, Reiz und Reaktion voneinander zu trennen und zu verändern. In weiteren Experimenten mit traumatisierten Phobikern setzte er die doppelte Dissoziation als direkten Angstsuppressur ein und verwendete das Future Pacing zur Integration. Chris Mulzer entdeckte 1992, daß die Tendenz, ähnliche Phobien anstelle der gerade aufgelösten Phobie einzusetzen durch den selbstkalibrierenden Ressourcenanker verhindert werden kann. Richard Bandler hat die schnelle Phobietechnik in den 90er Jahren in das kinästethische Repräsentationssystem übertragen, von Chris Mulzer gibt es eine Variante für das akustische Repräsentationssystem.

Anwendung, Einsatz

Bei jedem negativ besetzten Pavlowschen Reflex, also bei jeder negativ besetzten, automatisch ablaufenden Stimulus/Response Reaktion. Meist entzieht sich der kinästetische Reflex als Ganzkörperreaktion der Kontrolle der Person.

Die klassische Fast Phobia Cure (mit Ressourcenanker)

VORBEREITUNG:

1. Lege einen selbstkalibrierenden Ressourcenanker an: Versetze Dein Gegenüber durch das Erinnern an eine positive Situation (sicher, geborgen, voll im Hier und Jetzt) in einen positiven Gefühlszustand. Verstärke dieses positive Gefühl mit Hilfe der Submodalitäten. Ankere dieses Gefühl durch die Stärke des Händedrucks Deines Gegenübers. Je stärker Dein Gegenüber Deine Hand drückt, desto stärker erinnert er das Gefühl.

Anweisungen an dein Gegenüber:

2. Schließe die Augen und setze Dich in ein Kino deiner Wahl. Suche Dir einen Platz in den vorderen 10 Reihen (einfache Dissoziation).

3. Schwebe aus deinem Körper heraus und nimm den Platz des Vorführers ein. Sieh Dir selbst von da oben aus zu, wie Du die Leinwand beobachtest (doppelte Dissoziation).

4. Das Licht im Kino geht aus und auf der Leinwand siehst Du ein Schwarzweißfoto aus einer Situation vor dem unangenehmen Ereignis, also eine Situation, in der noch alles ok gewesen ist.

5. Der Schwarweißfilm beginnt vorwärts zu laufen und Du kannst aus sicherer Entfernung beobachten, wie Du im Zuschauerraum diesen Film betrachtest, in dem du die Situation durchlebst. Sieh Dich selbst als agierende Person. Sollte die Situation zu unangenehm sein, kannst Du das Bild unscharf werden lassen und/oder den Film schneller laufen lassen.

6. Nach Ende der unangenehmen Situation hältst du den Film an. Er wird wieder zu einem Schwarzweisbild, von einer Situation als es wieder ok ist.

7. Begib Dich nun direkt in dieses Bild, sieh, durch Deine eigenen Augen, was Du gesehen hast, als Du die Situation erlebt hast (Assoziieren).

8. Lasse den Film in sehr schneller Geschwindigkeit in schwarz-weiß rückwärts zurück zum Anfang laufen. Achte darauf, wie sich alles rückwärts bewegt und auch den Ton rückwärts läuft. Zurück am Anfang des Films, begibst Du Dich wieder aus dem Bild, setzt Dich in den Kinosessel und atmest einmal tief durch.

9. Gehe zu Schritt 5 und wiederhole den gesamten Vorgang fünf- bis sechsmal, jedes mal mit schnellerem Filmdurchlauf. Wenn Du eine andere Person durch den Prozess begleitest, achte auf subbewusste Signale wie tiefes, erleichtertes Einatmen u.ä.

10. Teste, ob die Phobie noch vorhanden ist. Bei JA: Ab Schritt 5 wiederholen, bei NEIN: Schritt 11

11. Setze statt des Gefühls der Phobie ein sehr positives Gefühl an die gleiche Stelle. Nutze den Ressourcenanker.

12. Future Pace: Transportiere die Wirksamkeit der FPC in mögliche Situationen in der Zukunft.

Kinästhetische Phobietechnik

Bewegung des Gefühls ermitteln

Finde heraus welches Gefühl die Person in der unangenehmen Situation hat und wie es sich bewegt.

  1. Lass die Person an das unangenehme Ereignis denken. Welches Gefühl hat die Person in der unangenehmen Situation.
  2. Wo entsteht das Gefühl (z. B. am Anfang der Situation)
  3. Wie bewegt es sich?
  4. Wo endet es (z. B. am Ende der Situation)

Dissoziation

Lasse die Person Ihr Gefühl vor sich sehen. Sodass die Person wahrnimmt wie es aussieht und sich bewegt.

Gefühl rückwärts ablaufen lassen

Nun lasse das Gefühl rückwärts laufen. Üblicherweise bekommst du hier ein Entspannungssignal (z.B. Lächeln, Verwirrung)

Neues Gefühl verstärken

Nun las das Gefühl noch einmal rückwärts ablaufen und am Ende (ehemaliger Anfang) aus dem Körper austreten und wieder dort eintreten, wo es ursprünglich endete... Alles klar??? Du hast jetzt eine Art Rückwärtsenergiekeislauf geschaffen. Und in diesem Kreislauf lässt Du nun weiterhin dieses Gefühl immer schneller und schneller rückwärts kreisen - bis es sich irre schnell dreht und schneller nicht geht.

Assoziation

Schiebe das Gefühl zurück in den Körper und lasse es sich dort weiter sehr schnell rückwärts drehen.

Ressourceinstallation

Setze statt des Gefühls der Phobie ein sehr positives Gefühl an die gleiche Stelle. Nutze den Ressourcenanker.

Future Pace

Transportiere die Wirksamkeit der FPC in mögliche Situationen in der Zukunft.

Test

Erster Test im Als ob Rahmen: Überlege, wovor Du eine Phobie hast. Sehe Dich und was Du sehen würdest, wenn Du in der Phobiesituation wärst? Welche Wirkung hat das jetzt auf Dich?

Zweiter Test in der Realität: Kannst Du in der Nähe einen Ort finden, wo Du die Wirkung testen kannst? Teste!

Hinweise & Beispiele

Dilts hat u.a. das Modell, dass Allergien Phobien des Immunsystems sind und daher auch mit der Phobietechnik behandelt werden können.


Abgrenzung Angst, Furcht, Phobie, Panik

Angst ist das Befürchten möglichen Leidens und bezeichnet somit eine Empfindungs- und Verhaltenssituation aus Ungewissheit und Anspannung, die durch eine eingetretene oder erwartete Bedrohung (z.B. Schmerz, Verlust, Tod) hervorgerufen wird. Der Begriff Angst grenzt sich von der Furcht dadurch ab, dass sich Furcht meist auf eine reale Bedrohung bezieht (gerichtete Angst), Angst ist dagegen meist ein ungerichteter Gefühlszustand. Im Deutschen werden "Angst" und "Furcht" allerdings oft synonym verwendet, obwohl es z.B. statt "Angst vor dem Fliegen" eigentlich "Furcht vor dem Fliegen" heißen müsste. Man muss unterscheiden zwischen realer, begründeter Angst (Furcht vor Krankheit, Unfällen, Tod, Krieg, Terror, Verlust eines nahe stehenden Menschen oder vor materiellen Verlusten) und unrealistischer oder übertriebener Angst, wie sie bei den so genannten Angsterkrankungen (=Angststörung) auftritt (z.B. Angst vor Kaufhäusern, Fahrstühlen, Mäusen, Spinnen, anderen Menschen etc.). Wenn Menschen sich wegen Ängsten in Behandlung begeben, dann leiden sie fast immer unter einer Angststörung.

Eine Phobie (altgriech. Phobia: Furcht, Angst ) ist unbegründete und anhaltende Angst vor Situationen, Gegenständen, Tätigkeiten oder Personen, verbunden mit dem übermäßigen und unangemessenen Wunsch, den Anlass der Angst zu vermeiden. Der Begriff Phobie wird jedoch auch im nichtmedizinischen Sinne für Abneigungen aller Art gebraucht. Von Phobien sprechen wir immer dann, wenn wir übermäßige Angst vor objektiv ungefährlichen Dingen oder Situationen haben. Darunter fallen beispielsweise Ängste vor Tieren (Spinnen, Mäusen, Hunden), vor Höhen, vor Krankheiten, vor Tunnels, Brücken, Aufzügen, vor geschlossenen Räumen, vor Blut, vor dem Arzt und vor Verkehrsmitteln wie dem Flugzeug. Es gibt nahezu keinen Gegenstand und keine Situation, vor der wir nicht auch Angst entwickeln könnten.

Panik ist ein Zustand äußerster Angst vor gegenwärtiger oder angenommener (Lebens-)Gefahr. Das Wort ist vom griechischen Hirtengott Pan abgeleitet, von dem die Sage ging, dass er in der größten Mittagsstille auf einmal ganze Herden zu plötzlicher und anscheinend sinnloser Massenflucht aufjagen könne. Die Wahrnehmung einer wirklich oder vermeintlich ernsten Bedrohung kann im Hirn die besonnene Aufmerksamkeit einschränken oder ausschalten zugunsten eines der drei archaischen Notfallprogramme, welches dann ohne bewusste Kontrolle abläuft: Flucht, Kampf oder Starre (flight, fight, or freeze). Panikattacken sind gekennzeichnet durch heftige und überwältigende Unruhe oder Furcht. Sie werden begleitet von körperlichen Symptomen wie Herzklopfen, Schwitzen, Atemnot, Muskelzittern oder Schwindelgefühlen. Auch Übelkeit und Erbrechen können auftreten.


siehe auch Wikipedia: Phobie, Angst, Panik

Übung

Siehe auch

Verwandte Begriffe

Fast Phobia Cure

Literatur

  • Bandler, Richard: Practitioner Manual
  • Bretto, Charlotte: Framework for Excellence, A Resource Manual for NLP
  • Mulzer, Chris: Workshopunterlagen für den NLP Practitioner (Selbstkalibrierender Ressourcenanker)

Weblinks