Glaubenssatz: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Glaubenssätze''' sind Lebensregeln! Ein Glaubenssatz, ist eine Annahme mit einem Gefühl von Sicherheit! (Antony Robbins)  
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'''Glaubenssätze''' sind Lebensregeln! Ein Glaubenssatz, ist eine Annahme mit einem Gefühl von Sicherheit! ([[Antony Robbins]])
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Glaubenssätze sind Annahmen und / oder (Lebens)Regeln über sich und / oder die Welt. Die meisten Glaubenssätze und Glaubenssysteme sind gut und funktional. Sie ermöglichen uns die Orientierung in der Welt, die Kommunikation mit anderen und die optimale Reaktion auf das, was in und um uns geschieht
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Es gibt 2 Arten von Glaubenssätzen: Regeln (Wenn/dann; X bedeutet Y) und Annahmen (Es ist nun mal so, dass... ; Die Menschen/Das Leben/...).
 
Es gibt 2 Arten von Glaubenssätzen: Regeln (Wenn/dann; X bedeutet Y) und Annahmen (Es ist nun mal so, dass... ; Die Menschen/Das Leben/...).

Version vom 27. Juni 2007, 07:18 Uhr

[Glaubenssatz, Glaubenssätze, Überzeugungen, Belief, Beliefs, Rules]


Glaubenssätze sind Lebensregeln! Ein Glaubenssatz, ist eine Annahme mit einem Gefühl von Sicherheit! (Antony Robbins)

Glaubenssätze sind Annahmen und / oder (Lebens)Regeln über sich und / oder die Welt. Die meisten Glaubenssätze und Glaubenssysteme sind gut und funktional. Sie ermöglichen uns die Orientierung in der Welt, die Kommunikation mit anderen und die optimale Reaktion auf das, was in und um uns geschieht (Ralf Stumpf)

Es gibt 2 Arten von Glaubenssätzen: Regeln (Wenn/dann; X bedeutet Y) und Annahmen (Es ist nun mal so, dass... ; Die Menschen/Das Leben/...).

Anthony Robbins unterteilt "unsere Anschauungen" in der Reihenfolge ihrer Stärke in: Meinungen - Glaubenssätze - Überzeugungen (Wissen).

Glaubenssätze sind die Überzeugungen und Leit-Ideen, die Menschen für wahr halten, und als Grundlage ihres alltäglichen Handelns und für den Einsatz ihrer Fähigkeiten anwenden, sie sind Interpretationen und Verallgemeinerungen aus früheren Erfahrungen, individuelle Theorien, warum etwas so und nicht anders ist. Glaubenssätze bestimmen, was wir denken und wahrnehmen, bzw. was wir uns erlauben zu denken und wahrzunehmen, was wir für möglich halten. Glaubenssätze können Berechtigungen (Erlaubnis) aber auch Einschränkungen (Verbote) beinhalten.

Glaubenssätze entstehen durch Gewöhnung - sie werden übernommen (gesagt oder vorgelebt) - oder Prägung (Imprint) - in Signifikanten Emotionalen Ereignissen (S.E.E., Significant Emotional Event) und können auf gleichem Wege verändert werden (Neuprägung, Re-Imprinting). Wir halten Glaubenssätze i.d.R. für so wahr, das es schwer ist, sie als solche aufspüren, denn sie scheinen Wahrheiten zu sein und keine Glaubenssätze... („Es weiß doch wohl jeder, dass…“).

Glaubenssätze, befinden sich auf der logischen Ebene IV.

Nach Paul Watzlawick gibt es Wahrheiten erster Ordnung (sehen alle so) und Wahrheiten zweiter Ordnung (sehen nicht alle so).

Unter Glaubenssystem (belief system) versteht NLP eine Reihe sich gegenseitig stützender Glaubenssätze. Besondere Glaubenssätze sind Gedankenviren.

Glaubenssätze habe die Eigenart sich selbst zu erhalten. Sie sind erstaunlich anpassungsfähig, solange die Hauptaussage erhalten bleibt (mit Logik kommt man oft nicht weiter)!
"Ein Patient hatte die Wahnvorstellung, eine Leiche zu sein, und nahm deshalb keine Nahrung mehr zu sich.
Sein Therapeut fragte ihn: 'Bluten Leichen?'
Antwort: 'Nein, sie sind blutleer.'
Der Therapeut begeistert: 'Dann kann ich Dir beweisen, dass Du keine Leiche bist.' Er sticht den Patienten in den Finger, aus dem auch gleich ein Tropfen Blut quillt.
Die Reaktion des Patienten mit erstauntem Gesicht: 'Oh, Leichen bluten doch!'"


Historisches

Erläuterung

An vielen Ausflugsorten können Sie wunderschöne Holztäfelchen erwerben, mit Aufschriften wie "Trautes Heim, Glück allein" oder "Daheim ist's doch am schönsten"! Solche Aussagen nennt man im NLP Glaubenssätze (beliefs). Jeder von uns hat eine große Anzahl innerer Holztäfelchen: "Man bekommt im Leben nichts geschenkt!", "Glück ist unbeständig.", "Alte Leute werden krank.", "Man kann nicht immer nur gewinnen.", "Dies ist ein Stuhl."
Wenn Sie der Überzeugung sind, gerade einen Text über Glaubenssätze zu lesen, dann ist dies die (Be-)Deutung, die Sie einem bestimmten Phänomen geben: einer Anordnung dunkler Strukturen auf hellem "Hintergrund" - und auch das ist schon wieder eine Interpretation eines Phänomens.
Im erweiterten Sinne ist daher jede Aussage ein Glaubenssatz. (Ist Blau wirklich blau - für jeden? Ist die Erde wirklich eine Kugel - woher weißt du das? Welche Beweise hast du für deine Vergangenheit - oder bist du vielleicht gerade eben mit deiner "Erinnerung" geschaffen worden und mit dir all die anderen Menschen (mit ihrer Erinnerung)? Gibt es dich wirklich - oder träumt dich ein höheres Wesen? ...)!

Glaubenssätze sind das Baumaterial, mit dem wir unsere Wirklichkeit stabilisieren. Glaubenssätze helfen uns, uns in der Welt zu orientieren. Dem Begriff Glaubenssatz haftet oft ein Markel an, als müsste man Glaubenssätze grundsätzlich auflösen oder verändern; doch über 99% unserer Glaubenssätze sind wertvoll und unterstützen uns in unseren (Über)Leben!


Glaubenssätze schützen sich gegen Veränderungen durch
  • Nebelwand (Konzentrationsschwäche - "Es ist dunkel" oder "Ich sehe nur noch Nebel")
In dem Fall fragen: "Willst du wissen was dahinter ist?" wenn klares JA: Ressourcen aufbauen und Nachschauen!
  • Fische im Traum ("eingeladene" Projektion)
Gegen Projektion hilft nur: wach zu sein gegenüber den eigenen Erwartungen und dem Gefühl, man wüsste schon, was als nächstes kommt!
  • Roter Hering (falsche Fährte kurz vor der spannenden Stelle)
Wenn das geschieht: Jetzt nicht!


Weitere Merkmale von Glaubenssätzen
  • Glaubenssätze sind auch Wahrnehmungsfilter, denn wir nehmen verstärkt das wahr, was wir glauben.
  • Auf einen Glaubenssatz bekommt man oft starke Reaktionen (deutliche Zustimmung oder Ablehnung).
  • Erfolgreiche Glaubenssatzänderungen setzten deutliche Emotionen frei (Grinsen, Lachen, Verwirrung,...).
  • Glaubenssätze sind weder gut noch schlecht, Glaubenssätze können einem Menschen jedoch mehr oder weniger Wahlmöglichkeiten und damit Flexibilität geben.
  • Glaubenssätze kann man durch anzweifeln und durch Hinterfragen verändern (Sleight of Mouth Pattern). ("Welchen Beweis hast du jetzt dafür, dass dein Problem wirklich besteht? Bist du dir wirklich sicher?")
  • Glaubenssätze werden durch Zustimmung oder Widersprechen eher gestärkt.
  • Glaubenssätze vertragen Ausnahmen ("Ausnahmen bestätigen die Regel"): "Geld verdirbt den Charakter - naja mein Freund Kurt - der Millonär - ist eine Ausnahme aber ..."
  • Glaubenssätze sind nicht auf Logik angewiesen.
  • Wo (Glaubenssatz-)Widerstand ist, ist nicht immer der Weg. Glaubenssätze haben stabilisierende Aufgaben! Glaubenssätze sollte man nie ohne Zustimmung ändern und nicht ohne Öko Check, sonst kann sich die Lebensqualität der Person verschlechtern.

Glaubenssätze erfährt man mit den Fragen: Warum? Welche Bedeutung hat das? Wie ist der Zusammenhang?

Satzstrukturen:
Nachdem jeder Satz ein Glaubenssatz ist, gibt es hier eine Fülle von möglichen Formulierungen:

  • Typische Glaubenssätze erkennst Du an:
Wenn/dann; Es ist nun mal so, dass...; Die Menschen/Das Leben/...; Weil...; X bedeutet y.
  • Eine weitere Gruppe von Glaubenssätzen verwenden die Modaloperatoren "müssen", "sollen" und "dürfen":
Ich muss arbeiten (weil ich sonst...). Ich sollte meine Eltern lieben ...
Ich darf mich nicht fürchten.
  • und anderen Formulierungen, die im Meta-Modell unter den Fragen zu Generalisierung und Verzerrung zufinden sind.

Hinweise & Beispiele

Veränderung von Glaubenssätzen geschieht bei jeder NLP-Intervention. Glaubenssätze verändert man durch Erkenntnis (Verständnis), in Zweifel ziehen oder Verwirrung. Will man gezielt Glaubenssätze verändern, eignen sich u.a. Sleight of Mouth Pattern, Internale Verhandlungen mit konfliktierenden Glaubenssätzen, Change History oder Change Future sowie Reimprinting.

Ein paar Glaubenssätze von Toni Robbins:

  • Inside he feels: 1. An enormous Love of people. 2. An enormous desire to serve. 3. An unwillingness to settle. 4. A massive amount of action.
  • Always ask yourself: How can I give the most, how can I contribute the most and enjoy the process!
  • There is always a way - if you are 100% committed to!
  • It's not CAN DO, it's WILL DO!
  • The only thing that changes your live is decision. Having knowledge that's nice, being inspired that's nice - but if you make some decisions that's change!

Übung

Veränderung der Wirklichkeit (Wie halten wir unsere Realität stabil oder ändern sie? Woher weißt du, was du weißt?)
  1. Erinnere dich an etwas, was du gestern getan hast (X).
  2. Stelle dir etwas vor, was du statt dessen hättest tun können (Y), sehe/höre/spüre/... es ganz deutlich.
  3. Woher weißt du jetzt, ob du gestern X oder Y gemacht hast? Wie erinnerst du dich? Woher weißt du was stimmt? Was ist der Unterschied? (VAKOG und Submodalitäten)
  4. Nun gib Y die Submodalitäten, die dir bewiesen das X stimmte. Fälsche Bild, Ton (evtl. auch die innere Stimme die dir sagt X stimmt), Gefühl und Submodalitäten.
  5. Nun fälsche auch deine Erinnerung an den Anfang dieser Übung (Ansonsten wirst du vermutlich auf diese Übung bezugnehmen und dir sagen, es war X weil wir in dieser Übung X zu Y machen wollen).
  6. Sag dreimal laut: "Ich habe gestern Y..."
  7. Wenn du in Bezug auf X und Y noch immer nicht verwirrt bist wiederhole die Übung ab 2.


Schwächung von Glaubenssätzen und Mehrung von Wahlmöglichkeiten
  1. Suche dir drei Glaubenssätze (A,B,C) von denen A und B im gleichen Kontext stehen und dich behindern. Du solltest dir
    • bei A 100% sicher bist das es stimmt (z.B. "Es ist wichtig sich Namen merken zu können!")
    • bei B 100% sicher bist das es nicht stimmt aber wäre schön wenn es so wäre (z.B. "Ich kann mir gut Namen merken!")
    • bei C nicht sicher bist und es dir auch eigentlich egal ist (z.B. "In Dänemark gibt es mehr Frauen als Männer!")
  2. Finde die Submodalitäten für starke und schwache Glaubenssätze (Gemeinsamkeiten von A und B im Gegensatz zu C) auf den Sinneskanälen V, A und K (VAK sind üblicherweise unterschiedlich stark).
  3. Erlebe nun A und B mit den Submodalitäten von C (Mapping across).
  4. Jetzt sollten deine Glaubenssaätze deutlich schwächer und entspannter sein (z.B. "Kannst du dir Namen von Personen merken?" "Klar - aber ist das so wichtig?").

Siehe auch

Verwandte Begriffe

Literatur

Weblinks