Hypnose: Unterschied zwischen den Versionen

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*LeCron, Leslie M.: ''Fremdhypnose - Selbsthypnose: Technik und Anwendung im täglichen Leben.'' Ariston Verlag, Kreuzlingen/München (1973), ISBN 3-7205-1414-5
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*Meinhold W.J.: ''Das große Handbuch der Hypnose.'' Ariston Verlag, Kreuzlingen/München (8. überarbeitete und erweiterte Neuauflage 2006), ISBN-10:3-7205-2741-7 und ISBN-13:978-3-7205-2741-5
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*Revenstorf D., Peter B.: ''Hypnose in Psychotherapie, Psychosomatik und Medizin.'' Springer-Verlag, Berlin (2001), ISBN 3-540-67480-2
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*Schmidt G.: ''Einführung in die hypnosystemische Therapie und Beratung.'' Carl-Auer-Verlag, Heidelberg (2005), ISBN 3-896-70470-2
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*Kossak, H.-C.: ''Lehrbuch Hypnose''. Psychologie-Verlags-Union, Weinheim, ISBN 3-621-27146-5
  
 
=== Weblinks ===
 
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Version vom 12. Juni 2007, 08:32 Uhr

Was ist eigentlich Hypnose ?

Hypnose- dieses Wort löst bei Vielen ein gewisses Unbehagen aus. Einige denken dabei an Bühnenhypnotiseure, die ihre Zuschauer saure Zitronen essen lassen und ihnen süße Orangen suggerieren. Andere haben die Befürchtung, unter Hypnose etwas ungewollt preis zugeben. Wiederum andere sehen Hypnotiseure als Menschen, die die Fähigkeit haben, auf andere Menschen gegen deren Willen Macht auszuüben.

Es ist vielleicht insbesondere Milton Erickson zu verdanken, dass der therapeutische Nutzen der Hypnose wieder neu entdeckt und weiter entwickelt wurde.

Den klinischen und therapeutischen Nutzen seiner Arbeit demonstrierte er immer wieder und musste dabei oft gegen erheblichen Widerstand und viele Vorurteile antreten. Maßgeblich für den Erfolg seiner Arbeit war dabei auch der „Mensch“ Milton Erickson, der durch seine besondere Art mit Klienten zu arbeiten überzeugte. Insbesondere folgende Grundannahmen / Glaubenssätze leiteten die Arbeit von Milton Erickson:

a. Jede Person ist ein exzellentes Trancemedium.
b. Jede Person hat alle Ressourcen, die sie braucht.
c. Jede Person kann jede Veränderung auf leichte und zeitlich angenehme Weise tun.
d. Jeder Mensch lebt in seiner eigenen subjektiven Realität. – die Landkarte ist nicht die Landschaft.

Eine weitere nützliche Annahme ist, dass es keine Hypnose gibt, sondern nur Selbsthypnose. Der Hypnotiseur unterstützt lediglich den eigenen hypnotischen Prozess des Klienten. Grundvoraussetzung für die Arbeit mit dem Klienten ist der Aufbau und das Halten von Rapport (= gleiche Wellenlänge). Um den Rapport herzustellen, verwendet man das sogenannte Pacing (= im gleichen Schritt gehen) / Spiegeln von verbalen und nonverbalen Anteilen des Klienten:

  • Repräsentationssystem (visuell, auditiv, kinästhetisch)
  • Körperhaltung / Gestik
  • Atemrhythmus
  • Sprachklang, Sprachrhythmus
  • Wortwahl, spezifische Worte des Klienten
  • Dinge sagen, die unleugbar wahr sind

Neben diesen „technischen“ Möglichkeiten Rapport zu erzielen gehört das Grundverständnis, sich auf die Landkarte/ die Welt des anderen einzulassen. Nur dadurch ist das Leading ( = Führen) im hypnotischen Prozess möglich, das den Klienten dabei unterstützt, seine Ziele zu erreichen. Hypnose arbeitet mit dem Unterbewusstsein/ den unbewussten Ressourcen (Stärken, Kraftquellen) des Klienten. Man geht davon aus, dass uns nur ca. 5-8 % aller Informationen bewusst zugänglich sind, während 92-95 % unbewusst vorhanden sind. Gerade in der Hypnose ist der gute Kontakt/ Rapport zum unbewussten Anteil des Klienten eine Grundvoraussetzung für die Arbeit.

Wenn das erreicht wird, ist Hypnose ein effektives Werkzeug, mit dem Veränderung und neues Lernen auf angenehme und leichte Art möglich ist.

Die Arbeit in Hypnose ist ein sehr ressourcenvoller Zustand, in dem viele Dinge möglich sind. Dies verlangt vom Hypnotiseur neben der Beherrschung von Sprachmustern, Techniken etc. insbesondere auch die Verinnerlichung bestimmter Grundannahmen (s.o.) in der Arbeit mit Menschen.

Das Milton – Modell der Sprache

Das Besondere an der Hypnose-Therapie nach Milton Erickson ist, durch die kunstvolle Verwendung von Worten, die Hypnose einzuleiten und zu verstärken. Unser Gehirn hat in den ersten acht bis zwölf Lebensmonaten einen Prozess erlernt, der Transderivationale Suche (TDS) genannt wird. Sobald wir ein Wort hören, suchen wir nach dem Sinn. Zum Beispiel löst das Wort „Vertrauen“ einen solchen Suchprozess aus, der bei jedem von uns mit einem unterschiedlichen Ergebnis, abhängig von der individuellen Landkarte, endet. Unter Hypnose lösen „Worte“ diesen TDS Prozess aus, der sehr nutzbringend angewandt werden kann.

Hier ein beispielhafter Ausschnitt aus einer Trance. Bitte machen Sie sich bewusst, dass die Worte in einer Trance anders aufgenommen werden als im vollen Bewusstsein.

... und während du die Musik hörst ... meine Stimme ... und all die anderen Geräusche und Klänge, die im Raum da sind, ... finde die Position, die es dir angenehm macht ... diese Zeit, ... deine Zeit ... für dich zu nutzen ... mit dem Wissen darum, ...dass du deine Position verändern darfst ... jederzeit ... deine Augen offen oder geschlossen sein dürfen, ... dein linker und auch dein rechter Arm sich verändern darf, ... dein linkes und auch dein rechtes Bein eine neue Lage finden darf, ... all dies und noch viel mehr ... ist möglich ... in dieser Zeit, ... deiner Zeit. ... Und vielleicht magst du einmal in deinen rechten Fuß hineinspüren, ... spüren wie er den Boden berührt ... und auch deinen linken Fuß einmal bewusst wahrnehmen, ... was es hier zu spüren gibt ... und vielleicht magst du einmal nachspüren, ... ob dein linker oder rechter Fuß mehr den Boden berührt, ... wie deine Unterschenkel den Boden berühren, ... deine Knie, ... deine Oberschenkel ... und vielleicht magst du einmal nachspüren, ... ob dein linkes oder rechts Bein mehr den Boden berührt ... und wenn sich hier ein Körperteil meldet, ... was sich entspannen ... oder sich bewegen möchte, ... lass es zu. ... Dies ist deine Zeit. ... Nimm alles wahr, was da ist, ... die Töne, ... die Musik, ... meine Stimme, ... Gedanken, ... Bilder, ... Empfindungen, ... deinen Atemrhythmus, ... wie du einatmest, ... wie du ausatmest ... und wie dies alles von alleine geschieht, ... ohne dein Zutun ... und wie mit jeder Atmung, ...jetzt, ... mit jedem Atemzug, ... der sich vielleicht schon verändert hat, ... vielleicht tiefer ... und das all dies von alleine ... automatisch ... ohne dein Zutun ... geschehen darf, ... so wie dich jede Einatmung ... mit Sauerstoff versorgt, ... um damit jede Zelle deines Körpers ... mit dem zu versorgen, was notwendig ist, ... und jede Ausatmung ... auch das wieder raus lässt, ... was nicht gebraucht wird, ... und wie dein Unterbewusstsein, ... das all diese Dinge geschehen lässt ... und noch viel mehr ... auch dafür sorgt, ... was jetzt für dich richtig ist, ... meinen Worten zu folgen ... oder eigenen Gedanken nachzugehen...

Sind Sie noch da ? Bitte machen Sie sich erneut bewusst, dass die Worte in einer Hypnose anders aufgenommen werden als im vollen Bewusstsein.



Geschichte der Hypnose

Hypnose wurde wahrscheinlich schon in der Frühzeit des Menschen verwendet. Auch wenn es keine wissenschaftlichen Belege dafür gibt, lassen sich Berichte über kultische Handlungen oder Dinge aus dem Schamanismus durchaus mit Hypnose in Form der Selbst- oder Fremdsuggestion erklären. Es ist davon auszugehen, dass Hypnose eher zufällig entdeckt wurde und ihren Ursprung in meditativen und kultischen Handlungen religiösen Hintergrundes haben dürfte. Spekulativ kann man davon ausgehen, dass sich die Hypnose aus massenpsychologischen Manipulationen bei religiösen oder kultischen Riten sowie aus den selbstmeditativen Erfahrungen von Priestern, Heilern und Schamanen entwickelt hat.

Wissenschaftlich jedoch wurde die Hypnose um 1770 von Franz Anton Mesmer wiederentdeckt. Er experimentierte mit Magneten, die er Patienten auflegte. Er nannte den Effekt 'Magnetismus animalis', schrieb jedoch die Heilkräfte den Magneten zu. Aufgrund von Mesmers Popularität nannte man den Vorgang des Hypnotisierens lange Zeit auch „Mesmerisieren“; ein Ausdruck, der im zeitgenössischen Englisch noch existiert.

Im 19. Jahrhundert war Frankreich mit den Schulen in Nancy (Ambroise-Auguste Liébeault, Hippolyte Bernheim) und Paris (Jean-Martin Charcot) führend in der Erforschung der Hypnose. Sigmund Freud wurde 1885 bei Jean-Martin Charcot in Paris auf die Experimente von Mesmer aufmerksam und versuchte selbst diese Methode, um Patienten zu behandeln; dies wurde zum Ausgangspunkt seiner Studien über Hysterie. Später ließ er diese Methode jedoch wieder fallen und widmete sich seiner Technik der freien Assoziation; Schriften zeigen jedoch, dass Freud auch später noch mit Hypnose gearbeitet hat.

Wesentlich weiterentwickelt wurde die Hypnose im 20. Jahrhundert im deutschen Sprachgebiet zunächst durch Oskar Vogt, dann durch dessen Schüler Johannes Heinrich Schultz, der daraus das autogene Training entwickelte, und später durch Klaus Thomas.

Im amerikanischen Sprachgebiet wurde die Hypnose wesentlich weiter entwickelt durch Milton H. Erickson (indirekte Hypnose), Kroger und Dave Elman (autoritäre Hypnose). Milton H. Erickson begründete eine neue Form der Hypnotherapie, die heute als moderne Form der Hypnose gilt. In England gilt John Hartland als einer der bekanntesten Hypnotiseure. Sein Buch "Dictionary of Medical and Dental Hypnosis" zählt auch heute noch zum offiziellen Ausbildungslehrwerk für britische Hypnoseärzte.

Anwendung, Einsatz

Ablauf

Variationen

Hinweise & Beispiele

Formate, in denen diese Technik angewendet wird

Übung

Siehe auch

Verwandte Begriffe

Literatur

  • LeCron, Leslie M.: Fremdhypnose - Selbsthypnose: Technik und Anwendung im täglichen Leben. Ariston Verlag, Kreuzlingen/München (1973), ISBN 3-7205-1414-5
  • Meinhold W.J.: Das große Handbuch der Hypnose. Ariston Verlag, Kreuzlingen/München (8. überarbeitete und erweiterte Neuauflage 2006), ISBN-10:3-7205-2741-7 und ISBN-13:978-3-7205-2741-5
  • Revenstorf D., Peter B.: Hypnose in Psychotherapie, Psychosomatik und Medizin. Springer-Verlag, Berlin (2001), ISBN 3-540-67480-2
  • Schmidt G.: Einführung in die hypnosystemische Therapie und Beratung. Carl-Auer-Verlag, Heidelberg (2005), ISBN 3-896-70470-2
  • Kossak, H.-C.: Lehrbuch Hypnose. Psychologie-Verlags-Union, Weinheim, ISBN 3-621-27146-5

Weblinks