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Kinder und NLP


Wie Kinder leichter lernen

Es gibt viele Stolpersteine beim Lernen, doch auch viele Möglichkeiten, ihnen aus dem Wege zu gehen oder die Steine zu benützen um das Lernen leichter zu machen.

Lernen spielt sich auf verschiedenen Ebenen ab. Wie bei der Grundlage des Modells von Gregory Bateson und Robert Dilts, geht man von verschiedenen Verarbeitungsebenen des Gehirns aus.

Dazu gibt es die Möglichkeit, Kinder beim Lernen auf jeder Ebene zu unterstützen. Dabei ist darauf zu achten, auf allen Ebenen optimale Bedingungen zu schaffen.

Das Modell anhand von optimalen Bedingungen in den einzelnen Ebenen mit einem Beispiel:


Identität
Wer?
Wer bin ich?
Ich bin ein guter Lerner.
Ich bin ein Mensch, der schnell neue Dinge lernt.
Ich bin sprachbegabt. Ich bin ein guter Rechner
Glaubensätze und Werte
Warum?
Was glaube ich über mich? Welche Überzeugungen sind hilfreich?
Ich lerne leicht. Ich kann mit gut Wörter merken. Prüfungen schaffe ich gut.
Was motiviert mich? Was ist wichtig für mich?
Fähigkeiten
Wie?
Welche Fähigkeiten können wir nutzen und optimieren?
Ziele setzen, Ausdauer, Kreativität, Selbstvertrauen, Planen, Strukturieren.
Optimale Lernstrategien entwickeln, sich für errichte Ziele belohnen.
Verhaltensweisen
Was?
Welche Verhaltensweisen sind nützlich?
Körperhaltung, Bewegung einsetzten, Pausen einlegen, Entspannungstechniken einsetzen.
Umgebung
Wo? Wann?
Wo lerne ich am besten? Welches ist die beste Zeit? Brauche ich Ruhe oder eine :anregende Atmosphäre?
Wer oder was kann mich am besten unterstützen von außen?


Es gibt viele gute Lernmöglichkeiten für Kinder. Ein paar Varianten gibt es hier mit NLP:

1. Anker setzten

Man kann ihnen verschiede Anker setzen und somit fehlende Ressourcen ankern. Selbstvertrauen, Mut oder positive Erfahrungen. Man kann diese Anker auf einen Fingerpunkt oder Handpunkt legen (als „Zauber“ - oder „Feen“ – Punkt) oder auch auf ein kleines Spielzeug, das sie bei sich haben können. Wie einen kleinen Stein, eine Spielfigur oder eine Murmel. Somit können sie damit immer in Situationen, in denen ihnen eine bestimmte Ressource fehlt diese durch das Ankern in Erinnerung rufen.

2. Lösungsorientierte Haltung

Man kann das Wort „Problem“ umbenennen in „Herausforderung“
>>> Da fordert mich also jemand/etwas heraus.

  • Wie sieht diese Herausforderung aus?
  • Will ich diese Herausforderung annehmen?
  • Wenn ja: Welche Fähigkeiten oder Ressourcen brauche ich?
  • Welche Strategien sind optimal?
  • Welche Lösungen bieten sich an?
  • Welches ist das Ziel? Der erste Schritt?

Dann findet man mit den Kindern zusammen eine lösungsorientierte Haltung mit Sätzen wie:

„Lösungen lauern an jeder Ecke.“ „Kaum hast du ein Problem, wirst du schon von Lösungen umzingelt.“ „Es gibt für alles mindestens drei Lösungen.“

Damit solche Sätze auch immer wieder in unbewusst und bewusst aufgenommen werden, ist es am Besten man schreibt diese Sätze auf und legt sie verteilt in der Wohnung aus.

3. Positive Zielsätze

Wenn man dem Kind helfen möchte, dass es ein Ziel schafft, dann kann man mit ihm einen positiven Zielsatz kreieren. Es kann ein Bild vom Wunschzustand sein. Kinder reagieren besonders gut auf Bilder. Folgende Bedingungen müssen dafür erfüllt sein:

  • Vergleiche werden weggelassen; eine Formulierung wie: „Ich mache es besser“ enthält einen Vergleich. Automatisch stellt sich die Frage: “Besser als wer oder was?“
  • Das Erreichen des Ziels muss in meiner Macht/Kompetenz stehen. Nur das Kind selbst kann sich das Ziel erfüllen. Sonst wäre es nicht sein Ziel.
  • Das Ziel muss positiv formuliert sein. Hier haben wir wieder das Unbewusste, das mit Bildern arbeitet.
  • Findet ein Ziel das realisierbar ist. Es ist schön einen Zauberpunkt an der Hand als Anker zu haben, doch das Ziel sollte der Realität entspringen.
  • Formuliert das Ziel so genau wie möglich. Wenn sich das Kind zum Ziel gesetzt hat, gute Noten in einem bestimmten Fach zu bekommen, nützt der Wunsch nach einem Fahrrad nicht viel. Es könnte im besten Fall nur die Belohnung darauf sein.
  • Macht das Ziel zu etwas besonderem. Sollte ein Ziel ein großer Motivationsschub auslösen oder gar etwas sehr reizvolles sein, dann ist die Zielerreichung fast schon Belohnung genug.

Eine der Grundannahmen im NLP besagt, dass jeder Mensch die meisten Fähigkeiten in sich hat, die er gerade in seinem Leben braucht, um Probleme zu lösen und Ziele zu erreichen. Oft jedoch sind diese Fähigkeiten verborgen und wir müssen sie entdecken und entwickeln.

Bei Kindern ist das noch sehr oft der Fall. Auch für das kindliche Gehirn macht es keinen großen Unterschied, ob wir über die Phantasie oder in Wirklichkeit eine Fähigkeit erwerben. Deshalb sollte man diese Vorstellungsbilder auch bei Kindern für Lernprozesse nutzen.

Fähigkeiten haben mit Verhaltensweisen und Strategien zu tun. Zum Beispiel die Fähigkeit sich gut motivieren zu können. Dieses beinhaltet die Strategie sich ein inneres Bild über ein erfolgreiches Erlebnis zu schaffen und über einen inneren Dialog Mut zuzusprechen.

Das Kind hat in diesem Moment Zugang zu inneren Welten; die Realität ist ausgeblendet.

Dabei ist es unsinnig, Kinder dazu anzuhalten, ihre Aufmerksamkeit immer nach außen zu richten und ganz wach dabei zu bleiben. Damit Denkprozesse optimal entwickelt werden, braucht es die Aufmerksamkeit nach innen. Man kann das Kind in seinem Denkvorgang unterstützen, indem man zu ihm sagt: „Es ist in Ordnung, lass dir Zeit...!“

4. Zeiteinteilung

Manchmal hat das Kind das Gefühl es komme mit seiner Zeit nicht zurecht. Das führt zu Frust, Stress und Unlust beim Lernen.

Eine Art dieses in den Griff zu bekommen, ist eine Prioritätenliste anzufertigen. Es werden alle Tätigkeiten notiert und mit einer Dringlichkeitsskala versehen. Die dringlichste Tätigkeit bekommt eine 1, die zweitdringlichste eine zwei, usw. Nicht mehr wie 5 Stufen nehmen, sonst wird’s auch fürs Kind zu unübersichtlich. Sobald das Kind eine Tätigkeit fertig hat, bekommt es einen Smiley dazu gesetzt. Sodas am Ende eine Menge Smileys auf der Liste zu sehen sein werden. Doch Achtung, man sollte sich keiner unteren Priorität zuwenden, so lange es noch eine obere gibt.

5. Mind Maps nutzen

Mind Map ist eine gute Methode um kreativ zu arbeiten. Es nutzt die Fähigkeiten beider Gehirnhälften, unterstützen das Gedächtnis, die Kreativität, die Effektivität und macht viel Spaß.

Kinder können jeden Lernstoff damit bearbeiten. Um Sprachen oder Mathe-Formeln zu lernen. Oder um sich Dinge zu merken. Für das Planen, Lernen von Texten und das Erfinden von Geschichten.

Kinder können das wunderbar umsetzten, wenn sie dazu noch Farben, Symbole und Zeichnungen nehmen.

6.Lernumgebung

Kinder fühlen sich an Lieblingsplätzen besonders wohl. Das kann natürlich der eigene Schreibtisch sein oder der Küchentisch in der Nähe der Mutter. Im Sommer auf der Terrasse oder im Winter direkt vor dem Kamin. Das Kind soll sich beim Lernen wohl fühlen. Es kann die ruhige Atmosphäre sein oder auch die mit Musik. Oder ist sogar Teamarbeit der Einzelarbeit vorzuziehen? Der eine mag Sonnenlicht, der andere eine abgedunkelte Ecke im Zimmer.

Wo und wie das am Besten geht, dass sollte man mit ihm zusammen herausfinden. Denn jeder Mensch bevorzugt einen besonderen Lernstil.

Wenn dann noch die Eltern für das Kind unterstützend da sind, wird es immer selbständiger und selbstbewusster werden.

7. Pausen einplanen

Wichtig ist bei der Zeitplanung auch die Pausen einzuplanen. Jedes Kind hat einen anderen Rhythmus. Das eine lernt gerne gleich nach der Schule, das andere muss sich erstmal austoben.

Wenn Erwachsene in der Arbeitswelt stecken, dann freuen sie sich zwischendrin auf eine schöpferische Pause. Bei Kindern ist das ebenso und sogar noch wichtiger. Dies Pausen zwischen den einzelnen Prioritäten sollten genauso eingehalten werden, wie das Lernen an sich. In dieser Ruhepause sollte keine Leistung erbracht werden, denn das würde zu erneutem Stress führen. Man kann jedoch Musik hören, es kann einem Hobby nachgegangen werden, es kann gelesen, meditiert oder auch ein kleines Nickerchen sein. Danach kann es dann mit dem Lernen weiter gehen.

8.Überkreuz-Bewegungen

Es gibt Aktivitäten, die helfen, das ganze Hirn besser zu nutzen. Da wir wissen, da das linke Gehirn die rechte Körperseite steuert und das rechte Gehirn die linke Körperhälfte, können wir durch die Arbeit mit beiden Körperhälften unser Gehirn in seiner Gesamtheit aktivieren.
Übung:
Hinstellen, dann das rechte Knie mit dem linken Ellenbogen zusammenführen. Nun das linke Knie mit dem rechten Ellenbogen. Diese Übung ca. 15 – 20mal ausführen. Das macht frisch und einen klaren Kopf. Gut, bevor man eine neue Arbeit oder ein neues Fach zum lernen angeht.
Auch Joggen ist eine ideale Bewegung die beide Gehirnhälften aktiviert. Solange Zeit und Kilometer keine Rolle spielen, sonst gewinnt die linke Gehirnhälfte und es wird wieder Stress.

9. Wasser trinken

Wasser ist ein sehr guter Leiter für elektrische Energie. Für eine optimale Funktion der chemischen und elektrischen Prozesse im Gehirn und im ganzen Körper benötigen wir ausrechend Flüssigkeit. Je nach Alter, Körpergewicht, Tätigkeit und Ernährung wird 1 ½ bis 3 Liter pro Tag empfohlen.

Am Besten man gibt Kinder vor dem Lernen ein Glas zu trinken und stellt dann wieder ein volles in Reichweite.

10. Belohnung

Wenn Du Erfolg erzielt hast, dann belohne dich auch dafür. Freu dich darüber, eine gute Idee oder eine gute Arbeit gemacht zu haben. Gratuliere dir zu deinem Erfolg und nenn es nicht einfach nur Glück. Mit Kindern kann man wunderbar darüber sprechen, auf welche Art sie sich den gerne selber belohnen würden. Mit etwas was sie gerne tun würden. Das sollte auch nicht zu lange auf sich warten lassen. Manchmal wird von ihnen verlangt, dass sie wochenlang etwas beweisen müssen, bessere Leistungen in der Schule erbringen sollen, bevor sie ein Hobby anfangen dürfen. Doch die Motivation etwas tun zu dürfen, obwohl man noch nicht „soweit“ ist, ist oft größer. Denn diese Selbstbestätigung, die Freude und Energie, bringt es mit sich, dass die Kinder auch oft in der Schule besser werden.

Quelle:

Auszüge aus dem Buch „Lernen mit Zauberkraft“ von Hedy Lötscher-Gugler

Hedy Lötscher- Gugler Ausgebildete Lehrerin und Logopädin. Umfassende Ausbildung in Neurolinguistischem Programmieren / NLP-Trainerin. Sie arbeitet in freier Praxis und als Seminarleiterin in der Lehrerfortbildung und in verschiedenen anderen Institutionen. Ihr Arbeitsschwerpunkt ist NLP in der Arbeit mit Kindern. Sie lebt in der Schweiz. Verschiedene Weiterbildungen: Neue Homöopathie nach Erich Körbler / Lebens-Energie-Therapeutin. Klangschalenmassage Schamanische Arbeit.

Zuletzt geändert am 8. Juni 2011 um 20:36