LAB Profile: Unterschied zwischen den Versionen

Aus NLPedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Zeile 64: Zeile 64:
  
  
:mögliche Antwort "''Meine Arbeit ist sehr abwechslungsreich. Ich bin an der gesammten Produktentstehung beteiligt. Erst kaufen wir die Materialien, dann probieren wir verschiedene Verarbeitungswege aus und zum Schluss liefern wir die besten Ergebnisse ins Lager.''" Das hört sich nach ''Prozedur-orientiert'' an. "''Wenn ich morgens zur Arbeit komme, mache ich mir als erstes einen Plan für die Arbeitspakete für diesen Tag. Morgens lege ich die komplizierten Aufgaben, auf den Nachmittag die einfachen. Einmal hatte ich eine komplizierte Aufgabe auf den Nachmittag gelegt. Schon vor dem Mittagessen wußte ich, das wird eng. Die Mittagspause fiel entsprechend kurz aus und auf meinen Kaffe mußte ich auch verzichten, um einigermaßen voran zu kommen. Wissen Sie, das ist ja so, ... .''" Geschichten-Erzähler sind Prozedur-orientiert. ''Options-orientiert'' hört sich so an: "''Ich habe drei Möglichkeiten, zur Arbeit zu kommen: mit dem Bus, dem eigenen Auto oder dem Rad - oder natürlich zu Fuss. Ich könnte aber auch von einem Kollegen abgeholt werde; oder ein Taxi nehmen. Manchmal, ganz selten, bringt mich meine Frau zur Arbeit. Mit einem Firmenwagen bin ich noch nie zur Arbeit gefahren. Obwohl mich ein Kollege einmal zu einem externen Termin von zu Hause abgeholt hat, in sofern also doch. Ab und zu kann ich auch mal zu Hause arbeiten - dann bin ich quasi sofort da. Bei einem anderen Kollegen zu Hause habe ich noch nie gearbeitet. Auch bei keiner Kollegin. Beim Chef auch nicht.''"
+
:mögliche Antwort "''Meine Arbeit ist sehr abwechslungsreich. Ich bin an der gesammten Produktentstehung beteiligt. Erst kaufen wir die Materialien, dann probieren wir verschiedene Verarbeitungswege aus und zum Schluss liefern wir die besten Ergebnisse ins Lager.''" Das hört sich nach ''Prozedur-orientiert'' an. "''Ich kann meine Arbeit selbständig planen. Wenn ich morgens zur Arbeit komme, mache ich mir als erstes einen Plan für die Arbeitspakete für diesen Tag. Morgens lege ich die komplizierten Aufgaben, auf den Nachmittag die einfachen. Einmal hatte ich eine komplizierte Aufgabe auf den Nachmittag gelegt. Schon vor dem Mittagessen wußte ich, das wird eng. Die Mittagspause fiel entsprechend kurz aus und auf meinen Kaffe mußte ich auch verzichten, um einigermaßen voran zu kommen. Wissen Sie, das ist ja so, ... .''" Geschichten-Erzähler sind Prozedur-orientiert. ''Options-orientiert'' hört sich so an: "''Meine Arbeit ist nicht weit weg. Ich habe drei Möglichkeiten, zur Arbeit zu kommen: mit dem Bus, dem eigenen Auto oder dem Rad - oder natürlich zu Fuss. Ich könnte aber auch von einem Kollegen abgeholt werde; oder ein Taxi nehmen. Manchmal, ganz selten, bringt mich meine Frau zur Arbeit. Mit einem Firmenwagen bin ich noch nie zur Arbeit gefahren. Obwohl mich ein Kollege einmal zu einem externen Termin von zu Hause abgeholt hat, in sofern also doch. Ab und zu kann ich auch mal zu Hause arbeiten - dann bin ich quasi sofort da. Bei einem anderen Kollegen zu Hause habe ich noch nie gearbeitet. Auch bei keiner Kollegin. Beim Chef auch nicht.''"
  
  

Version vom 29. Dezember 2008, 18:01 Uhr

[LAB Profile; Language and Behavior Profile]

Die Methode Language and Behavior Profile beschreibt, wie Muster in der Sprache Muster im Verhalten widerspiegeln. Die Muster im Verhalten machen hierbei Strategien in Bezug auf Motivation und Informationsverarbeitung sichtbar.

Mit Hilfe von einfachen Fragen kannst du über 14 Muster ein Profil erstellen. Dieses Profil zeigt dir, wie du Menschen leichter verstehen und besser motivieren kannst. Über das Profil hinaus kannst du das Wissen über die Muster dazu nutzen, effektiver zu kommunizieren.

Das LAB Profile wurde für den Kontext Arbeitsplatz entwickelt. Die Methode kannst du leicht auf andere Kontexte übertragen. In anderen Kontexten können neue Muster relevanter werden.

Historisches

Rodger Bailey entwickelte das Language and Behavior Profil in den 80ger Jahren. Er untersuchte Sprachmuster am Arbeitsplatz im Zusammenhang mit Mustern im Verhalten. Er entwickelte eine Reihe von Fragen, aus deren Antworten, unabhängig vom eigentlichen Inhalt, spezifische individuell bevorzugte Muster zur Motivation und Informationsverarbeitung extrahiert werden können.

14 Muster

Motivationale Muster

  • Kriterium, Werte
Kriterien und Werte
Frage "Was ist dir bei deiner Arbeit wichtig?"


mögliche Antwort "Besonders wichtig ist mir der großer Gestaltungsfreiraum, abwechselnde Aufgaben zu bekommen und Spaß und Erfolge haben." In der Antwort liegen die Werte Gestaltungsfreiraum, Abwechslung, Spaß, Erfolg.
effektive Kommunikation "Innerhalb des von mir gesteckten Rahmens, hast du vollen Gestaltungsfreiraum, diese neue Aufgabe auszufüllen. Wenn du dich an die Spielregeln hälst, werdet ihr im Team gut zusammen arbeiten, Spaß haben und das Projekt zum Erfolg bringen. Nach dem Projekt wartet schon die nächste Aufgabe auf dich - etwas ganz anderes!"
nicht effektive Kommunikation "Das Projekt ist besonders wichtig für das Unternehmen. Viel hängt von deiner Arbeit ab. Aber ich bin sicher, du schaffst das - du hast das ja schon x-mal gemacht." oder noch besser "Die Arbeit erfordert deinen körperlichen Einsatz, das ist gesund."


  • Motivations-Richtung
hin zu etwas oder von etwas weg
Frage "Warum ist dir dieses (Kriterium) bei deiner Arbeit so wichtig?"


mögliche Antwort "Gestaltungsfreiraum ist mir besonders wichtig, da ich so mehrere Wege ausprobieren kann, um zu meinem Ziel zu kommen." Das hört sich nach einer hin zu etwas Motivation an. "Am liebsten korrigiere ich Konzepte von anderen, selbst Konzepte schreiben, ist nicht meins." Das hört sich nach einer von etwas weg Motivation an, weg von Fehlern in den Konzepten.
effektive Kommunikation (hin zu etwas) und nicht effektive Kommunikation (von etwas weg) "Das Ziel des Projektes ist, die hier aufgeführten Fragen umfassend beantworten zu können." oder "Machen Sie diesen Umsatz mit diesen Produkten in diesem Quartal. Wählen Sie die richtigen Kunden. Gehen Sie systematisch vor."
nicht effektive Kommunikation (hin zu etwas) und effektive Kommunikation (von etwas weg) "Wir haben hier wesentliche Fragen nicht geklärt. Die Fragen bleiben so lange auf Ihrem Tisch, bis Sie die richtigen Antworten gefunden haben." oder "Das sind ihre Produkte, solange, bis Sie diese verkauft haben. Ihnen fehlt noch dieser Umsatz."


  • Motivations-Level
proaktiv oder reaktiv
keine Frage das Muster ist aus den Antworten auf die anderen Fragen zu erkennen


(Das Gespräch mit Reaktiven dauert deutlich länger). In der Antwort zu den Werten steht "Aufgaben zu bekommen". Das deutet auf eine reaktive Person hin. Die Kürze der Antwort kann hingegen auf einen Proaktiven hinweisen.


  • Motivations-Quelle
internal oder external
Frage "Woher weißt du, dass du bei der Arbeit etwas richtig gut gemachst hast?"


mögliche internale Antwort "Ich weiß es einfach. Bauchgefühl - ein gutes." external "Na, wenn mein Chef mir das sagt, natürlich."
effektive Kommunikation (internal) und nicht effektive Kommunikation (external) "Sie kennen nun alle Fakten, Daten und Zahlen, Sie haben meinen Vorschlag gehört. Nun können Sie selbst entscheiden, ob dieser Weg für Sie der richtige ist - oder, ob Sie mich von einem anderen Weg überzeugen können." oder "Sie können selbst entscheiden, wie Sie das Ziel erreichen. Wenn Sie Fragen haben, bin ich für Sie da."
nicht effektive Kommunikation (internal) und effektive Kommunikation (external) "Das sind meine Fakten, Daten und Zahlen. Daraus habe ich einen Weg abgeleitet, den Sie nun gehen werden. Setzen Sie das (bitte) bis Ultimo um." oder "Erledigen Sie das. Wenn Sie Fragen haben, kommen Sie zu mir."


  • Motivations-Grund
Options-orientiert oder Prezedur-orientiert
Frage "Aus welchen Gründen liebst du deine Arbeit?"


mögliche Antwort "Meine Arbeit ist sehr abwechslungsreich. Ich bin an der gesammten Produktentstehung beteiligt. Erst kaufen wir die Materialien, dann probieren wir verschiedene Verarbeitungswege aus und zum Schluss liefern wir die besten Ergebnisse ins Lager." Das hört sich nach Prozedur-orientiert an. "Ich kann meine Arbeit selbständig planen. Wenn ich morgens zur Arbeit komme, mache ich mir als erstes einen Plan für die Arbeitspakete für diesen Tag. Morgens lege ich die komplizierten Aufgaben, auf den Nachmittag die einfachen. Einmal hatte ich eine komplizierte Aufgabe auf den Nachmittag gelegt. Schon vor dem Mittagessen wußte ich, das wird eng. Die Mittagspause fiel entsprechend kurz aus und auf meinen Kaffe mußte ich auch verzichten, um einigermaßen voran zu kommen. Wissen Sie, das ist ja so, ... ." Geschichten-Erzähler sind Prozedur-orientiert. Options-orientiert hört sich so an: "Meine Arbeit ist nicht weit weg. Ich habe drei Möglichkeiten, zur Arbeit zu kommen: mit dem Bus, dem eigenen Auto oder dem Rad - oder natürlich zu Fuss. Ich könnte aber auch von einem Kollegen abgeholt werde; oder ein Taxi nehmen. Manchmal, ganz selten, bringt mich meine Frau zur Arbeit. Mit einem Firmenwagen bin ich noch nie zur Arbeit gefahren. Obwohl mich ein Kollege einmal zu einem externen Termin von zu Hause abgeholt hat, in sofern also doch. Ab und zu kann ich auch mal zu Hause arbeiten - dann bin ich quasi sofort da. Bei einem anderen Kollegen zu Hause habe ich noch nie gearbeitet. Auch bei keiner Kollegin. Beim Chef auch nicht."


  • Entscheidungsfaktoren
Gleichheit oder Unterschiede
Frage "Was ist in deiner Arbeit im Laufe des letzten Jahres gleich geblieben, was hat sich verändert?"


mögliche Antwort "Also, ich bin immer noch auf der gleichen Stelle. Ich arbeite jetzt noch enger mit meinen Kollegen zusammen, ach ja, und ich sitze in einem neuen Zimmer." Nun ja, das hört sich eher nach Gleichheit an.


Muster der Informationsverarbeitung

  • Aufmersamkeitsrahmen der Informationsverarbeitung
global oder detailiert
keine Frage das Muster ist aus den Antworten auf die anderen Fragen zu erkennen


  • Richtung der Aufmerksamkeit
auf sich selbst oder auf andere
keine Frage das Muster ist aus den Antworten auf die anderen Fragen zu erkennen


  • Verarbeitungs-Stil
unabhängig oder flexibel oder kooperativ
Frage "Welche Arbeitssituation war für dich einfach cool? (...hat dein Kriterium erfüllt, welches dir bei deiner Arbeit wichtig ist?)"


  • Verarbeitungs-Organisation
Objekt-bezogen oder Personen-bezogen
Frage "Was gefiel dir besonders an deiner coolen Arbeitssituation?"


  • Umgang mit Stress
emotional oder flexibel oder sachbezogen
Frage "Erzähl mir etwas über eine stressige Arbeitssituation, die du hattest."


  • Struktur der Regeln
Meine - Meine oder Meine - egal oder Keine - Meine oder Meine - Deine
Frage "Wie kannst du deinen beruflichen Erfolg verbessern, wie den deines Kollegen?"


  • Convincer-Kanal
sehen oder hören oder lesen oder tun
Frage "Woher weißt du, dass ein Kollege gute Arbeit macht?"


  • Convincer-Mode
Eine Anzahl an Beispielen oder automatisch oder beständig, stetig oder über eine Zeitdauer
Frage "Wie oft mußt dir jemand etwas zeigen oder vormachen, bevor du überzeugt bist?"


Literatur

  • Charvet, Shelle Rose: Wort sei Dank Verlag Junfermann, 2007, ISBN 3873873702

Siehe auch