Pacing

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[Pacen]

Nicht dass die Menschen verschieden sind, ist gut, sondern dass sie gleich sind.
Die Gleichen gefallen sich. Die Verschiedenen langweilen sich.
Bertolt Brecht, Geschichten vom Herrn Keuner

Pacen (engl. pace m: schreiten, gleichschreiten, einhergehen) "bedeutet, sich in der Körperhaltung, dem Sprachverhalten, der Gestik und/oder dem Atemrhythmus dem Gesprächspartner anzupassen. Dadurch entsteht auf einer unbewussten Ebene ein intensiver und zuverlässiger Kontakt. Dieser Kontakt ist unabhängig von inhaltlichen Übereinstimmungen und daher besonders gut geeignet, auch in schwierigen und kontroversen Situation eine stabile und positive Beziehung zu gewährleisten." [1]

Es ist seit langem bekannt, dass Menschen, die sich gut verstehen, sich oft aneinander angleichen. Der Ansatz beim Pacen ist, sich anzugleichen, um sich besser zu verstehen! Aber nicht nur hierfür ist Pacen wichtig. Beim Pacen (angleichen) begebe ich mich in die Welt des Anderen, ich übernehme seine Haltung, Atmung, Sprachmuster, Strategien, Sichtweisen... Damit wird Pacen zu einem sehr wichtigen Werkzeug, um jemand anderen wirklich zu verstehen.

Voraussetzung für Pacing sind präzise Wahrnehmung und Flexibilität

Hinweise & Beispiele

Pacen kann man auf allen logischen Ebenen.

  1. Uhr, Auto, Bücher, Job, Kleidung, ...
  2. (Klassisches Pacing) Mimik, Gestik, Stimme (Lautstärke, Sprechgeschwindigkeit, Tonhöhe), Dialekt, Atmung
  3. Alles was mit "Ich kann" anfängt, z.B. Sport, Hobby, Zaubern, Handlesen, ...
  4. Ansichten, Regeln, Werte, Emotionen, Yes-set ...
  5. Alles was mit "Ich bin" anfängt, z.B. Beruf
  6. Gleiche Freunde, Bekannte, Clubs, Sekten-, Vereins- oder Religionsmitgliedschaft, ...

Besondere Felder des verbalen Pacens sind:

Pacen des Wortschatzes,
wichtiger emotionaler Worte
des bevorzugten Repräsentationssystems
Back Track Frame

"Gemachtes Pacen" kann verunsichern oder Angst/Mistrauen/Agresssionauslösen - also genau das Gegenteil von dem, was beabsichtugt war!

Insbesondere das Pacen von Gesten ist oft denkbar ungeeignet für unmittelbares Spiegeln sondern höchstens als "zeitversetzetes Spiegeln" durchgeführt werden, beachte allerdings den Status. Verwendet beispielsweise jemand in einem Gespräch eine weite Armbewegung um etwas zu unterstreichen und Du spiegelst sie unmittelbar, wird das vermutlich etwas seltsam wirken, diese Bewegung etwas später in Deiner Antwort verwendet, kann dagegen eine gute Wirkung haben. Atmung eignet sich dagegen sehr gut zum Spiegeln.

Siehe auch

siehe auch Rapport, Leading

Quellen

  1. R.Bandler, J.Grinder: Kommunikation und Veränderung, Junfermann Verlag, Paderborn , 1984

Literatur

Weblinks

Link zu Pacing (Englisch): http://nlpuniversitypress.com/html2/PaPo.html