Sprache: Unterschied zwischen den Versionen

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Wir vermitteln Informationen zu etwa 7% über den Inhalt, zu 55% über Körpersprache und zu 38% über Stimme und Tonfall. Wenn Tonfall und/oder Körpersprache nicht zum Inhalt passen, werden die meisten Menschen stutzig und glauben eher den nonverbalen Signalen oder sind verwirrt.
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Wir verwenden '''Sprache''' um Informationen und Emotionen zu übertragen. Gemäß einer, im NLP häufig zitierten, Studie vermitteln wir Informationen zu etwa 7% über den verbalen Inhalt, zu 55% über Körpersprache und zu 38% über Stimme und Tonfall. Wenn Tonfall und/oder Körpersprache nicht zum Inhalt passen, werden die Menschen stutzig und glauben, je nach dem, wie sie konditioniert sind, eher den nonverbalen Signalen oder dem verbalen Inhalte oder sie sind verwirrt.
  
 
Die Arbeit mit '''Sprache''' hat im [[NLP]] von Anfang an besondere Bedeutung. [[Grinder, John|John Grinder]] ist Linguist und brachte sein Fachwissen und seinen Fachblick in die gemeinsame Arbeit mit [[Bandler, Richard|Richard Bandler]] mit ein.
 
Die Arbeit mit '''Sprache''' hat im [[NLP]] von Anfang an besondere Bedeutung. [[Grinder, John|John Grinder]] ist Linguist und brachte sein Fachwissen und seinen Fachblick in die gemeinsame Arbeit mit [[Bandler, Richard|Richard Bandler]] mit ein.
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* Modell der Welt
 
* Modell der Welt
  
Die vielleicht wichtigste [[Grundannahmen des NLP|Grundannahme]] des NLP, wonach Menschen nicht auf die [[Realität]] reagieren, sondern auf ihre Abbildung ([[Modell]]) der Realität, gilt insbesondere für Sprache:
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Die vielleicht wichtigste [[Grundannahmen des NLP|Grundannahme]] des NLP, wonach Menschen nicht auf die [[Realität]] reagieren, sondern auf ihre Abbildung ([[Modell]]) der Realität, gilt umso stärker für Sprache. Denn auch Sprache ist nicht die [[Wirklichkeit]], sondern das ''Abbild des Abbildes der Wirklichkeit''. Das erste Abbild (die Landkarte) ist das innere Erleben dessen, was außen ist und durch unsere Filter, Erwartungen und Annahmen über die Wirklichkeit verändert wurde. Sprache ist nun wiederum eine Abbildung dieser inneren Karte in Worte.
  
''Sprache ist nicht die [[Wirklichkeit]], sondern ein Abbild der Wirklichkeit.''
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Dieses Abbild des Abbildes ist an vielen Stellen sehr mangelhaft. So hat beispielsweise das Wort »Tisch« nichts tischhaftes an sich. Und nach dem welche Bedeutung eine Kultur einer Sache beimisst, differenziert die Sprache in Bezug auf diese Sache mehr oder weniger. Ein berühmtes Beispiel sind die 40 Worte der Eskimos für Schnee - wir haben eins.  
  
Dieses Abbild ist an vielen Stellen recht mangelhaft. Berühmte Beispiele sind die 40 Worte der Eskimos für Schnee, oder dass das Wort »Tisch« nichts tischhaftes an sich hat.
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Der Pantomime Samy Molcho sagt, dass Sprache die Verständigung erst einmal erschwert. Denn:
 
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Der Pantomime Samy Molcho sagt, dass Sprache die Verständigung natürlich erst einmal erschwert. Damit hat er Recht:
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1. '''Der sprachliche Anteil der Kommunikation ist höchstens 20%.''' Wir haben 100.000 Jahre Erfahrung mit Sprache und 5 Millionen Jahre Erfahrung mit non-verbaler Kommunikation.<br>
 
1. '''Der sprachliche Anteil der Kommunikation ist höchstens 20%.''' Wir haben 100.000 Jahre Erfahrung mit Sprache und 5 Millionen Jahre Erfahrung mit non-verbaler Kommunikation.<br>
 
2. '''Sprache dient dem Austausch von Emotionen und dem sozialen Zusammenhalt der Horde.''' Die Übermittlung von (linear-logischen) Informationen ist die Ausnahme!<br>
 
2. '''Sprache dient dem Austausch von Emotionen und dem sozialen Zusammenhalt der Horde.''' Die Übermittlung von (linear-logischen) Informationen ist die Ausnahme!<br>
3. '''Sprachliche Botschaften sind niemals vollständig.''' Fehlende Informationen werden vom Hörer durch Halluzinationen ergänzt
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3. '''Sprachliche Botschaften sind niemals vollständig.''' Fehlende Informationen werden vom Hörer durch Halluzinationen ergänzt.
  
 
Anders gesagt: Körpersprache ist die Regel, Sprache die Ausnahme. Emotionale, zugehörigkeitsbildende Sprache ist die Regel, informationsübermittelnde Sprache die Ausnahme der Ausnahme. Hierbei, bei der Übermittlung der ''Wahrheiten zweiter Ordnung'' ([[Watzlawick, Paul|Watzlawick]]) gibt es häufig Verständigungsprobleme.
 
Anders gesagt: Körpersprache ist die Regel, Sprache die Ausnahme. Emotionale, zugehörigkeitsbildende Sprache ist die Regel, informationsübermittelnde Sprache die Ausnahme der Ausnahme. Hierbei, bei der Übermittlung der ''Wahrheiten zweiter Ordnung'' ([[Watzlawick, Paul|Watzlawick]]) gibt es häufig Verständigungsprobleme.
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=== Sprechgeschwindigkeit ===
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Wenn wir schnell sprechen sind wir eher dissoziiert, wir können noch Bilder sehen aber haben es schwerer dem Text im Gefühl zu folgen, sobald wir langsamer sprechen und den Worten lauschen kommen wir eher in die Assoziation.
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===Wortwahl und Metaphern===
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In dem üblicherweise eher oberflächlichen Gebrauch der Sprache nehmen wir oft nicht mehr wahr, was wir eigentlich sagen und was wir über uns aussagen.
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* Verwenden wir eher Modaloperatoren der Möglichkeit (können, wollen) oder welche der Notwendigkeit (müssen, sollen)?
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* Sprechen wir von uns in der ICH-Form oder als DU oder MAN
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* Sind die Sprachbilder freundlich und wertschätzend oder eher feindlich und abschätzig oder sagen sie das gegenteil von dem was wir sagen wollen.
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** sich mit etwas ''ins Knie schießen'', eine Sache ''vergewaltigen'', ...
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** etwas ''zulassen'' oder etwas ''zu lassen''
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== Siehe auch ==  
 
== Siehe auch ==  

Version vom 8. Dezember 2007, 14:42 Uhr

Wir verwenden Sprache um Informationen und Emotionen zu übertragen. Gemäß einer, im NLP häufig zitierten, Studie vermitteln wir Informationen zu etwa 7% über den verbalen Inhalt, zu 55% über Körpersprache und zu 38% über Stimme und Tonfall. Wenn Tonfall und/oder Körpersprache nicht zum Inhalt passen, werden die Menschen stutzig und glauben, je nach dem, wie sie konditioniert sind, eher den nonverbalen Signalen oder dem verbalen Inhalte oder sie sind verwirrt.

Die Arbeit mit Sprache hat im NLP von Anfang an besondere Bedeutung. John Grinder ist Linguist und brachte sein Fachwissen und seinen Fachblick in die gemeinsame Arbeit mit Richard Bandler mit ein.

Die Bedeutung der Sprache im NLP zeigt sich am »L«: Neuro-Linguistisches Programmieren.

Im NLP hat Sprache Bedeutung, sowohl als

Die vielleicht wichtigste Grundannahme des NLP, wonach Menschen nicht auf die Realität reagieren, sondern auf ihre Abbildung (Modell) der Realität, gilt umso stärker für Sprache. Denn auch Sprache ist nicht die Wirklichkeit, sondern das Abbild des Abbildes der Wirklichkeit. Das erste Abbild (die Landkarte) ist das innere Erleben dessen, was außen ist und durch unsere Filter, Erwartungen und Annahmen über die Wirklichkeit verändert wurde. Sprache ist nun wiederum eine Abbildung dieser inneren Karte in Worte.

Dieses Abbild des Abbildes ist an vielen Stellen sehr mangelhaft. So hat beispielsweise das Wort »Tisch« nichts tischhaftes an sich. Und nach dem welche Bedeutung eine Kultur einer Sache beimisst, differenziert die Sprache in Bezug auf diese Sache mehr oder weniger. Ein berühmtes Beispiel sind die 40 Worte der Eskimos für Schnee - wir haben eins.

Der Pantomime Samy Molcho sagt, dass Sprache die Verständigung erst einmal erschwert. Denn:

1. Der sprachliche Anteil der Kommunikation ist höchstens 20%. Wir haben 100.000 Jahre Erfahrung mit Sprache und 5 Millionen Jahre Erfahrung mit non-verbaler Kommunikation.
2. Sprache dient dem Austausch von Emotionen und dem sozialen Zusammenhalt der Horde. Die Übermittlung von (linear-logischen) Informationen ist die Ausnahme!
3. Sprachliche Botschaften sind niemals vollständig. Fehlende Informationen werden vom Hörer durch Halluzinationen ergänzt.

Anders gesagt: Körpersprache ist die Regel, Sprache die Ausnahme. Emotionale, zugehörigkeitsbildende Sprache ist die Regel, informationsübermittelnde Sprache die Ausnahme der Ausnahme. Hierbei, bei der Übermittlung der Wahrheiten zweiter Ordnung (Watzlawick) gibt es häufig Verständigungsprobleme.


Sprechgeschwindigkeit

Wenn wir schnell sprechen sind wir eher dissoziiert, wir können noch Bilder sehen aber haben es schwerer dem Text im Gefühl zu folgen, sobald wir langsamer sprechen und den Worten lauschen kommen wir eher in die Assoziation.


Wortwahl und Metaphern

In dem üblicherweise eher oberflächlichen Gebrauch der Sprache nehmen wir oft nicht mehr wahr, was wir eigentlich sagen und was wir über uns aussagen.

  • Verwenden wir eher Modaloperatoren der Möglichkeit (können, wollen) oder welche der Notwendigkeit (müssen, sollen)?
  • Sprechen wir von uns in der ICH-Form oder als DU oder MAN
  • Sind die Sprachbilder freundlich und wertschätzend oder eher feindlich und abschätzig oder sagen sie das gegenteil von dem was wir sagen wollen.
    • sich mit etwas ins Knie schießen, eine Sache vergewaltigen, ...
    • etwas zulassen oder etwas zu lassen


Siehe auch

Metamodell der Sprache
Milton Modell der Sprache
Metapher
Ebenen der Sprache