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Die Veränderung von Submodalitäten sind kraft– und wirkungsvolle Eingriffe in die Erfahrungswelt eines Menschen. Ändern wir die Struktur einer Erfahrung, formen wir ihren Einfluss um. Die Verstärkung von Submodalitäten ("Mach's noch größer..." "Spüre es noch stärker!") nennt man '''Amplifikation'''. Wir sind in der Lage unsere Submodalitäten frei zu wählen. Damit entscheiden wir, welche Aufmerksamkeit und Tiefe wir unserem Erleben geben.
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Im Gegensatz zu der verbreiteten Annahme, Submodalitätenarbeit wäre von Bandler erfunden worden, geht die Verwendung von Submos auf Erickson zurück<ref name="MILTON">Bandler, Richard: Time For a Change, Seite 19 und 20, Junfermann Verlag 1995, ISBN-13: 978-3873871687</ref>. Richard Bandler, Chris Hall und Todd Epstein haben sie allerdings zuerst als Technik expliziert formuliert.
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Ein '''Kick''' ("kritische Submodalität") bewirkt einen Wechsel der Gefühlsklasse (traurig --> gelangweilt). Man erkennt sie z.B. daran, dass sich andere Submodalitäten mit verändern, oder dass sie eine stärkere Wirkung auf die Physiologie der Person haben als andere Submodalitäten.
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'''Treibersubmodalitäten''' verändern die Intensität innerhalb einer Gefühlsklasse: Stärker oder weniger stark traurig oder gelangweilt.
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Treibersubmodalitäten sind wesentliche Submodalitäten innerhalb einer Strategie. Wenn man Veränderungen erreichen möchte, genügt es oft mit ihnen zu arbeiten.
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*assoziiert/dissoziiert
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*Klangcharakter (sanft/barsch)
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*Klarheit (brillant/dumpf)
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*Beschaffenheit/Struktur (rau/glatt – weich/hart)
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*Bewegung (Bewegungsrichtung, kontinuierlich – Form)
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*angenehm-unangenehm (aromatisch/verbrannt/stinkend)
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*Intensität (stark/schwach)
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*angenehm-unangenehm
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*Grundqualitäten (süß, sauer, salzig, umami, bitter)
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== Anmerkungen ==
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Geruch und Geschmack ordnen sich ihrem Repräsentationssystem nur diffus zu. Was als Geschmack erscheint, ist meist auch Geruch, der mit dem Geschmackssinn gekoppelt wird. Die Einteilung des  Geruchs erfolgt in sieben Primärgerüchen und des Geschmacks in vier (+scharf) Grundqualitäten. Oft erfolgt eine Beschreibung des Geschmacks und Geruchs mit Hilfe von Metaphern. "Hier riecht es wie..."
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Submodalitäten werden in sehr vielen NLP Formaten verwendet, sobald man ein inneres Bild ''schöner'' macht oder ein Gefühl ''stärker'' verändert man Submodalitäten.
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== Einzelnachweise ==
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<references />
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== Verwandte Begriffe ==
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[[Mapping Across]], [[Drug of Choice]], [[Anker]], [[Time Line]]
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[[Kategorie:Begriff]]
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[[Kategorie:Grundbegriff]]

Aktuelle Version vom 20. März 2017, 15:36 Uhr

[Submodality, Submodalität, Submodalitäten, Submos, Submods, Untereigenschaften]

Im NLP sprechen wir von Modalitäten oder Repräsentationssystemen, wenn wir unsere fünf Sinne meinen. Da wir die Wirklichkeit nicht direkt wahrnehmen können, repräsentieren wir sie, in dem wir uns innerliche Vorstellungen, in den fünf Sinnesrepräsentationen, über die Welt bilden. Submodalitäten (dt.: Untereigenschaften) sind nun die Eigenschaften der jeweiligen Repräsentationssysteme. Sie sind Untereinheiten unserer fünf Sinne und kodieren unsere Erfahrung der Wirklichkeit.

Eine der großen Leistungen im NLP ist die Erkenntnis, dass nicht die Inhalte einer Erinnerung (Repräsentation) unseren Zustand (Emotionen, Sichtweisen, Wahlmöglichkeiten) bestimmen, sondern die Submodalitäten! Und dass man durch Veränderung der wesentlichen Submodalitäten den Zustand eines Menschen deutlich verbessern kann.

Die Veränderung von Submodalitäten sind kraft– und wirkungsvolle Eingriffe in die Erfahrungswelt eines Menschen. Ändern wir die Struktur einer Erfahrung, formen wir ihren Einfluss um. Die Verstärkung von Submodalitäten ("Mach's noch größer..." "Spüre es noch stärker!") nennt man Amplifikation. Wir sind in der Lage unsere Submodalitäten frei zu wählen. Damit entscheiden wir, welche Aufmerksamkeit und Tiefe wir unserem Erleben geben.

Selbst das Hervorrufen von Zuständen, die man sonst nur durch Alkohol, LSD oder mit anderen Drogen erreicht, gehört zu den fortgeschrittenen Anwendungen von Submodalitäten (Drug of Choice-Format).


Historisches

Im Gegensatz zu der verbreiteten Annahme, Submodalitätenarbeit wäre von Bandler erfunden worden, geht die Verwendung von Submos auf Erickson zurück[1]. Richard Bandler, Chris Hall und Todd Epstein haben sie allerdings zuerst als Technik expliziert formuliert.

Analog oder Digital

Submodalitäten sind analog oder digital.
Digital bedeutet, dass nur einer von zwei oder mehr Zuständen sein kann, die nach dem Entweder/Oder unterschieden werden.

  • Beispiele: assoziiert oder dissoziiert, zwei oder dreidimensional.

Analog bedeutet, dass es einen fließenden Übergang auf einer Skala gibt.

  • Beispiele: Größe, Helligkeit und Kontrast

Treibersubmodalitäten - kritische Submodalitäten ("Kicks")

Ein Kick ("kritische Submodalität") bewirkt einen Wechsel der Gefühlsklasse (traurig --> gelangweilt). Man erkennt sie z.B. daran, dass sich andere Submodalitäten mit verändern, oder dass sie eine stärkere Wirkung auf die Physiologie der Person haben als andere Submodalitäten.

Treibersubmodalitäten verändern die Intensität innerhalb einer Gefühlsklasse: Stärker oder weniger stark traurig oder gelangweilt.

Treibersubmodalitäten sind wesentliche Submodalitäten innerhalb einer Strategie. Wenn man Veränderungen erreichen möchte, genügt es oft mit ihnen zu arbeiten.

Die Sinnessubmodalitäten

Visuell

analog:

  • Anzahl (ein/viele Bild(er) – eine/geteilte Leinwand)
  • Ansicht (Vordergrund/Hintergrund)
  • Ausrichtung (gerade/geneigt/kippen)
  • Begrenzung (Rahmen/Rand/Ränder undeutlich)
  • Bewegung (langsam-schnell/fleißend-pulsierend)
  • Bewegungsart (geradlinig/kreisförmig/schwingend)
  • Dauer (kurz/lang)
  • Dichte (körnig/flimmernd)
  • Entfernung (nah/fern)
  • Farben (pastell/grell/bunt-schwarz/weiß/warme - kalte)
  • Fokus (Detail/Gesamtheit)
  • Form (rund/quadratisch/rechteckig)
  • Größe (klein/groß)
  • Helligkeit (hell/dunkel)
  • Kontrast (stark/schwach)
  • Oberfläche (glatt/rau)
  • Position (oben/ unten – links/rechts)
  • Proportionen (größer/kleiner als normal – Verhältnis der Figuren)
  • Richtung der Bewegung (von oben nach unten – von links nach rechts)
  • Schärfe (klar/verschwommen)
  • Seitenverhältnis (Länge zu Breite)
  • transparent/undurchsichtig
  • begrenzt/unbegrenzt

digital:

  • assoziiert/dissoziiert
  • aktiv/passiv
  • Farbe/schwarz-weiß
  • mit Rahmen/ohne Rahmen
  • Standbild/Diaschow/Film
  • zweidimensional/dreidimensional

Auditiv

analog:

  • Anzahl der Klangquellen
  • Art der Quelle (extern/intern)
  • Ausdruck (klar/gedämpft)
  • Dauer (kurz/lang)
  • Entfernung (nah/fern)
  • Geschwindigkeit/Tempo (schnell/langsam)
  • Klangcharakter (sanft/barsch)
  • Klangcharakter (weich/hart)
  • Klarheit (brillant/dumpf)
  • Kontrast (harmonisch/ disharmonisch)
  • Lautstärke (laut/leise)
  • Melodie (harmonisch/disharmonisch)
  • Position (innen/außen)
  • Rhythmus (gleichmäßig/unregelmäßig)
  • Richtung (von oben nach unten/von rechts nach links)
  • Tonhöhe (hoch/tief)
  • Tonqualität (nasal/volltönend/klangvoll/dünn/heiser)
  • Volumen (voll/dünn)

digital:

  • extern/intern
  • stereo/mono

Kinästhetisch

analog:

  • Anzahl (viel/wenig)
  • Bereich (klein/groß)
  • Beschaffenheit/Struktur (rau/glatt – weich/hart)
  • Bewegung (Bewegungsrichtung, kontinuierlich – Form)
  • Dauer (lang/kurz)
  • Druck (stark/schwach)
  • Farbe des Gefühls
  • Form
  • Gewicht (leicht/schwer)
  • Intensität (stark/schwach)
  • Kontinuum (zunehmend/abnehmend)
  • Position (im/am Körper)
  • Richtung (Anfang/Ende der Empfindung)
  • Temperatur (heiß/warm/kalt)
  • Zentrum

digital:

-

Olfaktisch

analog:

  • Intensität (stark/schwach)
  • angenehm-unangenehm (aromatisch/verbrannt/stinkend)
  • Primärgerüche (kampferartig, moschusartig, blumig, minzartig, stechend, faulig)

digital:

-

Gustatorisch

analog:

  • Intensität (stark/schwach)
  • angenehm-unangenehm
  • Grundqualitäten (süß, sauer, salzig, umami, bitter)

digital:

-


Anmerkungen

Geruch und Geschmack ordnen sich ihrem Repräsentationssystem nur diffus zu. Was als Geschmack erscheint, ist meist auch Geruch, der mit dem Geschmackssinn gekoppelt wird. Die Einteilung des Geruchs erfolgt in sieben Primärgerüchen und des Geschmacks in vier (+scharf) Grundqualitäten. Oft erfolgt eine Beschreibung des Geschmacks und Geruchs mit Hilfe von Metaphern. "Hier riecht es wie..."

Submodalitäten werden in sehr vielen NLP Formaten verwendet, sobald man ein inneres Bild schöner macht oder ein Gefühl stärker verändert man Submodalitäten.

Einzelnachweise

  1. Bandler, Richard: Time For a Change, Seite 19 und 20, Junfermann Verlag 1995, ISBN-13: 978-3873871687

Verwandte Begriffe

Mapping Across, Drug of Choice, Anker, Time Line