Trauer

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Version vom 25. März 2009, 10:53 Uhr von Carsten Gramatke (Diskussion | Beiträge)

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Trauer ein Prozess des Losslassens?

Eine bestehende Welt bricht zusammen und nichts schein mehr halt zu geben. Ein Gefühl des schmerzlichen verlustes eines geliebten Menschen. Ein starkes Gefühl des Verlustes auch in anderen Situationen.

Muss ich wirklich losslassen? Ich will doch meinen lieben Schatz nicht vergessen!

Losszulassen sind die bindenden Muster die vor einer Veränderung schützen.

Die possitiven errinerungen an etwas gutes zu vergessen ist sicher nicht klug denn das können später Kraftvolle Ressourcen sein.

Trauern ja aber bitte nicht jetzt!

Was machst Du wenn Dein liebster Partner vor wenigen Tagen gestorben und du brauchst sofort Deine ganzen Kräfte?

Ankern in Perfektion

Wenn die Trauer nie aufhört...

Nun ja es ist natürlich ganz einfach die Trauer möglichst lange auszudehnen. Lege möglichst in allen Winkeln ein Bild des Verstorbenen hin und du wirst sicher nie an ihn denken. (Anker der die Trauer immer wieder auf neue Auslösst) Leider ist dass ja gerade verbreitete Praxis.

Was wäre wenn nur noch ein Bild da wäre eines das nur noch an bestimmten Tagen an einem bestimmten Platz aufgesucht wird. Normalerweise ist das ja auch so das sich das bei einem Menschen mit einem gesunden sozialem Netz mit der Zeit so entwickelt nur was ist wenn das der einzige Mensch im leben war und immer noch ist obwohl er schon tot ist.

Ansätze verschiedener Psychotherapeuten

Das Trauermodel hat einen Haken es ist halt nur eine Karte und nicht das Gebiet, es kann allerdings helfen sich zu orientieren.

NLP ist doch eine wunderbare Werkzeugkiste um aus dem klassischen "Trauermodel" auszubrechen damit der Schmerz der Trauer möglichst kurz ist.

Interessant ist der Ansatz von Jorgos Canacakis, "Trauer ist ein tiefes Gefühl mit enormer Energie" das kombiniert mit der "Transformation zu Liebe" von Roland Kachler ist doch eine wunderbare Grundlage für neue NLP-Formate in der Trauerarbeit.

Verena Kast

Das Trauermodell der Tiefenpsychologin Verena Kast. Menschen, die trauern, durchlaufen in der Regel ähnliche Phasen, die dafür da sind, den inneren Prozess des Abschiedsnehmens zu ermöglichen.

  • Nicht-Wahrhaben-Wollens

Man erfährt davon, dass jemand Geliebtes verstorben ist - oder dass der Partner einen verlassen möchte und ist erst mal schockiert und fühlt sich leer. Innerlich sträubt sich alles gegen diesen Gedanken, man will es nicht wahrhaben. Dieser Zustand kann Stunden bis Tage anhalten.

  • aufbrechenden Gefühle

Die unterdrückten Gefühle kommen plötzlich an die Oberfläche... es können nebenher Wut, Angst, Ohnmachts- und Einsamkeitssgefühle aufkommen, körperliche Symptome oder Apathie auftreten.

  • Suchen und Sich-Trennen

Wir bewegen uns gedanklich wieder auf den geliebten Menschen zu und versuchen die Nähe zu ihm widerherzustellen, indem wir zum Beispiel Orte aufsuchen, die wir mit dieser Person verbinden oder uns Fotos oder Filme anschauen. Es kann auch zu einem inneren Dialog mit der Person kommen.

  • Neuer Selbst- und Weltbezug

Dieser Prozeß wird positiv abgeschlossen, wenn der Trauernde wieder "Ja" zum Leben sagt und sich entscheidet, nicht weiter in der Trauer zu verharren. Es wird ein "Neuer Selbst- und Weltbezug" hergestellt und eine neue Art von "geistiger Beziehung" zu dem Menschen aufgebaut, den man verloren hat. Er lebt quasi als innere Repräsentanz weiter.

Jorgos Canacakis

Sein Ansatz bei der Trauerarbeit basiert auf folgenden Annahmen:

  • Trauer ist eine notwendige Reaktion, die zum Leben dazugehört.
  • Trauer ist durch Zeit und Vergessen nicht heilbar
  • Trauer ist ein tiefes Gefühl mit enormer Energie, welches kreativ für einen neuen Lebensbeginn eingesetzt werden kann.

Roland Kachler

Der Autor, Psychotherapeut mit Erfahrung in Trauerbegleitung, spürt nach dem Unfalltod seines 16-jährigen Sohnes, dass die Trauermodelle, zu denen er selbst seinen Patienten geraten hatte, ihm nicht helfen konnten, seinen Schmerz zu überwinden. Deshalb hat er einen neuen Weg der Trauerbewältigung gesucht und gefunden. Statt den Verstorbenen "loszulassen", zielt die Methode des Autors darauf, dass, was an Liebe für den Verstorbenen bei den Lebenden bleiben kann, ohne dass daraus seelische Störungen erwachsen.

Literatur

Verena Kast

  • Verena Kast: Sich einlassen und loslassen: Neue Lebensmöglichkeiten bei Trauer und Trennung. Verlag Herder. 2008. ISBN 3451048884

Jorgos Canacakis

  • Jorgos Canacakis: Ich sehe deine Tränen: Lebendigkeit in der Trauer. Verlag Kreuz-Verlag. 2008. ISBN 3783126673
  • Jorgos Canacakis: Ich begleite Dich durch deine Trauer: Lebensfördernde Wege aus dem Trauerlabyrinth. Verlag Kreuz-Verlag. 2008. ISBN 3783126681

Roland Kachler

  • Roland Kachler: Meine Trauer wird dich finden!: Ein neuer Ansatz in der Trauerarbeit. Verlag Kreuz-Verlag. 2008. ISBN 3783125855
  • Roland Kachler: Damit aus meiner Trauer Liebe wird: Neue Wege in der Trauerarbeit. Verlag Kreuz-Verlag. 2007. ISBN 3783129338