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Hans Vaihinger lebte von 1852- 1933 und war der Sohn eines englischen Pfarrers. Er studierte erst Theologie, dann Philosophie.

In seiner zweiten Lebenshälfte erblindete er nach einer Augenkrankheit vollständig.

Ein großes Thema seiner Arbeit war die Kant- Forschung. Er gab die Kant- Studien heraus und gründete in Kants 100. Todesjahr 1904 die Kant-Gesellschaft.

Weiterhin setze er sich als einer der ersten Philosophen mit Nietzsche auseinander.

Sein eigener philosophischer Standpunkt war der sogenannte „Fiktionalismus“, eine Synthese aus Idealismus und Positivismus.


Leistungen

Hans Vaihinger schrieb im Jahre 1911 die „Philosophie des Als-Ob“, ein in der heutigen Philosophie fast vergessenes Werk.

Nach der Herausgabe 1911 war es sehr populär und erfuhr von seinem Erscheinen im Jahre 1911 bis 1938 10 Auflagen. Vaihinger selbst sah es als sein Jugendwerk, entstanden aus unzähligen Entwürfen, die er auf Grund gesundheitlicher Störungen nie überarbeitete.

Nach seinem philosophischen Denkansatz benutzt der „Fiktionalismus“ logische Denkfunktionen, um Probleme mittels einer fiktiven Tätigkeit effizienter zu lösen. Vaihinger glaubte, dass logische Denkprozesse Organismen dazu dienen, das Leben zu erhalten und zu bereichern.

Vaihingers Hauptfrage lautet: „Wie kommt es, dass, trotzdem wir im Denken mit einer verfälschten Wirklichkeit rechnen, doch das praktische Resultat sich als richtig erweist? [1] Er selbst gibt dazu die Antwort: „Gerade weil das Denken eine vom Sein verschiedene, heterogene Tätigkeit ist, müssen seine Formen andere sein, als die des Seins, um mit diesem schließlich wieder übereinstimmen zu können[2]

Genau wie NLP das Meta Modell für Sprache benutzt, um Sprache zu klären und sie wieder mit Erfahrung zu verbinden [3], nutzt Vaihinger Fiktionen, um das Denken wieder mit dem Sein zusammenzubringen.


Bedeutung für das NLP

Hans Vaihinger war der erste Philosoph, der Dinge annahm, als ob sie wahr wären.

Bandler und Grinder nennen Hans Vaihinger den »Hausphilosophen des NLP« und beziehen sich dabei auf sein grundlegendes Werk, die Philosophie des Als-Ob, woraus sie die Als-Ob-Technik des NLP entwickelt haben.

Nach einem Beitrag von Damir Smiljanic im Marburger Forum [4] zur Neuerscheinung der Philosophie des Als Ob [5] stellt Vaihinger in seinem Werk die These auf, dass wir erst mittels falscher Annahmen der Wirklichkeit näherkommen.

„Die eigentliche Kunst und Aufgabe des Denkens ist, das Sein auf ganz anderen Wegen zu erreichen, als diejenigen sind, welche das Sein selbst einschlägt“ [6]. Dies gelingt mit Hilfe von Fiktionen, die Vaihinger als widerspruchsvolle psychische Gebilde bestimmt, die zwar nicht der Wirklichkeit entsprechen, uns aber der Wirklichkeit näher bringen.

Laut Vaihinger liegt der Hauptunterschied zwischen Hypothese und Fiktion in der Art der Bewährung: Hypothesen müssen bewahrheitet, Fiktionen nur gerechtfertigt werden.

Für ihn sind abstrakte Begriffe wie Gott und Seele genauso wie die Vorstellung von Atomen und Molekülen nützliche Fiktionen und existieren für unser Denken „als ob“ sie wahr wären. Alles Erkennen läuft auf ein Vergleichen hinaus: Unbekanntes wird auf Bekanntes zurückgeführt [7].

Auf dieser Philosophie begründeten Bandler und Grinder viele Formate und setzten den Als-Ob-Frame in vielen NLP - Techniken ein.


Quellen

  1. Hans Vaihinger: „Die Philosophie des Als-Ob“, S.289, Neuherausgabe von Esther von Krosigk, Edition Classic, Saarbrücken, VDM Verlag, 2007, XL + 804 S., ISBN 9783836408127
  2. Hans Vaihinger: „Die Philosophie des Als-Ob“, S.290, Neuherausgabe von Esther von Krosigk, Edition Classic, Saarbrücken, VDM Verlag, 2007, XL + 804 S., ISBN: 978-3-8364-0812-7
  3. Joseph O´Connor. John Seymour: „Neurolinguistisches Programmieren: gelungene Kommunikation und persönliche Entfaltung“, S.149, VAK Verlag, 19. Auflage, 2009, ISBN 978-3-924077-66-2
  4. Marburger Forum, Beiträge zur Situation der Gegenwart; Jg.9 ( 2008), Heft 1
  5. Hans Vaihinger: „Die Philosophie des Als-Ob“, Neuherausgabe von Esther von Krosigk, Edition Classic, Saarbrücken, VDM Verlag, 2007, XL + 804 S., ISBN: 978-3-8364-0812-7
  6. Hans Vaihinger: „Die Philosophie des Als-Ob“, Seite 11, Neuherausgabe von Esther von Krosigk, Edition Classic, Saarbrücken, VDM Verlag, 2007, XL + 804 S., ISBN: 978-3-8364-0812-7
  7. Wikipedia, die freie Enzyklopädie Hans Vaihinger
Zuletzt geändert am 5. Oktober 2009 um 11:13