Verzerrung

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Version vom 4. Januar 2009, 15:33 Uhr von Andres Sander (Diskussion | Beiträge) (Gedankenlesen)

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[Distortion]

Wir übersetzen unsere Erfahrung nicht eins zu eins in Sprache. Die Sprache eröffnet vielmehr weitere Möglichkeiten unsere Erfahrungen und Wahrnehmungen zu differenzieren. Bandler und Grinder machen drei Faktoren geltend, die sie als "allgmeine Mechanismen" oder als "Universalien menschlicher Modellbildung" bezeichnen. Diese drei Gestaltungsprozesse sind Generalisierung, Tilgung und Verzerrung.

Verzerrung ist ein Prozess, der es uns ermöglicht, sensorische Einzelheiten unserer Erfahrung zu verändern. Wir verzerren eine Situation, indem wir sie mit Ausdrücken beschreiben, die nicht entsprechend sind. Wir schmücken oder trüben die Situtation mit dem Ziel aus, die Wahrnehmung des Empfängers oder unsere Eigene zu beeinflussen. Verzerrung ist aber auch eine Grundkomponente der Kreativität. Sie erlaubt uns, bekannten Tatsachen eine neue Bedeutung zu geben.

Was wir mitteilen und was sich der Empfänger daraus konstruiert entspricht nicht automatisch der beabsichtigten Bedeutung. Daher benötigen wir auch für die Verzerrung Schlüsselfragen, um Unklarheiten aufzulösen. Das Kommunikationswerkzeug im NLP wird Meta-Modell genannt. Das Meta-Modell wurde von Richard Bandler und John Grinder entwickelt und 1975 in ihrem Buch "Die Struktur der Magie" veröffentlicht.

Nominalisierung

Nomalisierungen sind Verben, die in einen Vorgang beschreiben und in Substantive umgewandelt werden (z.B. Kommunikation, Hoffnung, Hilfe)
Nomalisierungen können bewirken, dass sich die Tätigkeiten zu abgeschlossenen und der eigenen Kontrolle entzogenen Ereignissen verschmelzen und sich entfremden. Wir finden uns mitunter in einer festgefahrenen Situtation und sehen kein Handlungsmöglichkeit. In der Regel treten Nomalisierungen nicht alleine auf, sondern gehen meist mit Tilgungen und Verallgemeinerungen einher. Hinterfragt werden Nomalisierungen, indem die Nomalisierung in das Verb zurückversetzt wird und wir dadurch wieder die Kontrolle über den Vorgang erhalten. Auf die Äusserung: "Ich bekomme keine Zuwendung", kann mit der Frage "Von wem möchtest Du gerne, dass er sich dir zuwendet" reagiert werden.

Ursache-Wirkung

Menschen machen anderen häufig Vorwürfe, zum Beispiel: "Du machst mich nervös", "Du nervst mich", etc. Mit solchen Aussagen, behaupten wir, dass unser Gegenüber bewusst ganz bestimmte Gefühlszustände in uns auslöst. Wir delegieren unsere eigene Gefühle und werden zur Marionette in der Hand des anderen. In der Tat werden manchmal solche Gefühle bewusst herbeigeführt, sind aber eher selten. Bandler und Grindler bieten verschiedene Techniken an, diese Aussagen zu hinterfragen. Ein Beispiel wäre: "Wie genau macht Dich Dein Boss nervös?".

Es gibt noch zwei weitere Formen von Ursache-Wirkung:

Ursache-Wirkung, weil: "Ich bin enttäuscht, weil er keine Blumen gebracht hat".
Ursache-Wirkung, aber: "Ich möchte ihn loben, aber ich finde nicht die richtigen Worte".

Bei vielen Äusserungen dieser Art tauchen noch andere Hintergründe auf, wenn Du sie hinterfrägst.

Unterstellungen

Auch Unterstellungen (Präsuppositionen) sind gemäss Bandler und Grinder eine sprachliche Form der Verzerrung. Präsuppositionen sind Annahmen, die wahr sein müssen, wenn die Äusserung einen Sinn ergeben soll. Zum Beispiel: Ich befürchte, dass mein neuer Chef genauo so streng sein wird wie mein jetziger. Der Satz gibt nur einen Sinn, wenn mein jetziger Chef streng ist. Auf diese Äusserung kann mit der Hinterfragung der Annahme "Mein Chef ist streng" reagiert werden, z.B. "Was erlebst Du, was für dich streng sein bedeutet?

Gedankenlesen

Bandler und Grinder halten auch diese Art von Aussagen für semantisch fehlgeformt und in irgendeiner Weise für verzerrt. Wir betreiben solches Gedankelesen ziemlich häufig, nämlich immer dann, wenn wir fehlende Informationen über innere Prozesse durch Annahmen, Deutung, Rückschlüsse ersetzen. Die Äusserung "Ich bin überzeugt, dass meine Präsentation keinen Eindruck auf dich gemacht hat!" hinterfrägst Du nach dem Muster "Woher willst Du das wissen?" oder konrekter zum Beispiel: "Wie weisst Du, dass Deine Präsentation micht nicht beeindruckt hat?"; "Wie kommst Du darauf?".

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