Vorlage:Geschichte 04: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 19. Oktober 2008, 22:24 Uhr

Eine Studentin schrieb...

Liebe Mama, lieber Papa,

Ich habe vor 3 Monaten die Universität begonnen und weiss, dass wir wenig Kontakt hatten. Darum will ich euch jetzt alles erzählen, was bisher so geschehen ist.

Eigentlich läuft alles recht gut. Ich hatte vor ein paar Wochen eine Gehirnerschütterung, die ich mir auf einer Party zugezogen habe, aber das kam einfach daher, dass ich die falschen Pillen geschluckt habe, die irgendein Junge mir gegeben hat. Aber ich erinnere mich nicht mehr so genau daran und meine Klamotten habe ich fast alle wieder gefunden, macht euch keine Sorgen.

Gott sei dank musste ich nicht ins Krankenhaus, und habe jetzt nur noch ein paar Mal am Tag Kopfschmerzen. Anfangs wurde ich durch den Lärm im Studentenhaus sehr gestört, aber jetzt wohne ich bei einem sehr netten Jungen, der bei der Tankstelle um die Ecke arbeitet. Er ist wirklich ein Schatz und wir wollen heiraten. Wir haben noch kein Datum festgelegt, aber ich will nicht zu lange warten, sonst sieht man dass ich schwanger bin.

Ja Mama und Papa, ich bekomme ein Kind und es läuft prima. Ich fühle mich zwar ab und zu etwas müde, aber das kommt durch die Medikamente, die ich gegen die Infektion nehme, die ich mir dummerweise von Abdul eingefangen habe. Aber das ist nicht seine Schuld, ich hätte einfach besser aufpassen müssen. Ihr werdet Abdul mögen. Er hatte zwar keine Ausbildung, ist aber sehr ehrgeizig und will bald seine eigene Tankstelle eröffnen. Zumindest falls wir das Geld unter meinen Namen leihen können. Es ist schon blöd, nur weil er kein Deutscher ist, und ne Weile im Gefängnis gesessen hat, kann er keinen Kredit bekommen. Das ist doch echt diskriminierend. Er interessiert sich auch sehr in Politik und ist Mitglied von 3 arabischen Organisationen, wo ein gewisser Bin Laden Vorsitzender ist, ein sehr netter, reicher Mann mit einem schwarzgrauen langen Bart.

Ansonsten weiß ich da nicht so viel drüber, ich muss nämlich immer gehen, wenn sie sich versammeln. Vorgestern musste ich ihn bei der Polizei abholen und es war toll zu sehen, wie er die Polizisten mit ein paar Argumenten zum schweigen brachte. Er ist wirklich stolz auf mich und findet, dass ich mit dem Kopftuch (ja, das muss halt) noch viel schöner bin als all die anderen Frauen, die er bisher hatte. So, jetzt wisst ihr, was alles hätte geschehen können.

Ich will noch eben loswerden, dass ich keine Gehirnerschütterung, keine Pillen, kein Baby, keine Geschlechtskrankheit und keinen Freund habe. Ich habe ne 4 in Geschichte und ne 5 in Philosophie und wollte eigentlich nur deutlich machen, dass das kein Desaster ist.

Liebe Grüße von eurer Tochter!