Zauberkarte

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[Magic line card]


Historisches

Die Zauberkarte (Magic line card) für Kinder basiert in erster Linie auf dem Ansatz des Neurolinguistischen Programmierens (NLP) und der Neuen Homöopathie nach Erich Körbler. Diese wurde von Hedy Lötscher-Gubler im Jahr 1998 speziell für Kinder entwickelt. Die Magic line card ist eine Zauberkarte mit einer versteckten Botschaft. Sie dient dazu Stress abzubauen, einschränkende Muster zu verändern und Zugang zu seinen Ressourcen zu finden. Begründet wird dies mit der Eigenschaft der Zauberkarte die rechte und linke Gehirnhälfte sehr schnell integrieren zu können. Weitere Therapeuten bestätigen diese Wirkung. Die äußere Form der Zauberkarte ist ein weißes Rechteck und eine in der Mitte angeordnete waagrechte Linie, die sich vom linken zum rechten Rand durchzieht. Diese bedeutet in der Neuen Homöopathie nach Erich Körbler Harmonie, Ausgleich und Gleichgewicht. Die Farbe der Linie ist Orange. Dies wirkt befreiend, fördert das kreative Potenzial, hilft Ideen aufzunehmen und zu integrieren, lässt innere Welten erkennen und schafft ein Gefühl von Verbundenheit. Die Beschaffenheit des Materials ist aus Plastik. Die Zauberkarte für Kinder hat die Größe einer Kreditkarte.

Die Idee der Magic line card geht zurück auf mehrere wissenschaftliche Forschungsprojekte in den USA zum Thema "Bewusstsein", insbesondere des Queens College New York und der Universität New York. Es wurde untersucht wie das Unterbewusstsein sich auf die intellektuelle Leistung auswirkt. Dazu wurden drei Gruppen von Probanten (Jura-Studierende) gebildet, denen in regelmäßigen Abständen eine bestimmte Botschaft durch ein Tachistokop (Lichtgerät) übermittelt wurde. Die Botschaft wurde so kurz durch das Gerät eingeblendet, dass diese nicht bewusst wahrnehmbar war. Die zentrale Annahme des Forschungsprojekts war es, dass eine unterschwellige Botschaft durch das Unterbewusstsein eine positive Wirkung erzeugen kann, die sich durch beispielsweise bessere Noten in Prüfungssituationen niederschlägt. Es wurde in weiteren Testungen wissenschaftlich nachgewiesen, dass das Unterbewusstsein eine positive Wirkung haben kann. Ein möglicher theoretischer Erklärungsansatz in diesem Zusammenhang ist das Eisbergmodell. Dieses geht zurück auf seinen Begründer: Sigmund Freud (1856-1939). In der Psychoanalyse geht man davon aus, dass das Unbewusste einen überwiegenden Anteil des menschlichen Verhaltens beeinflusst. Nach dem Eisbergmodell in Anlehnung an Sigmund Freud ist nur die Spitze des Eisbergs sichtbar wie Worte, Körpersprache, Taten und Verhalten. Alles andere ist unsichtbar: Gefühle (z.B. Einstellungen, Stimmungen), Wahrnehmung (z.B. Gedanken, Interpretationen) und der Wille (z.B. Motive, Antrieb) und damit unbewusst. Nach dem Pareto Prinzip geht man davon aus, dass nur 10% bis 20% bewusst sind. 80% hingegen werden durch das Unterbewusstsein gesteuert.

Anwendung, Einsatz

Ziel der Zauberkarte ist es, Kindern beim Lernen zu unterstützen. Es gibt zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten der Zauberkarte. Sie dient als ein Hilfsinstrument effektive Lernstrategien und Lerntechniken im NLP zu entwickeln.

Im Folgenden wird eine Anwendungsmöglichkeit der Zauberkarte als ein mögliches Beispiel näher beschrieben: neurologische Verbindungen lösen - das Gesichtsfeld reinigen. Stress kann laut Lötscher-Gugler in verschiedenen Augenpositionen gespeichert werden. Lernstörungen und Teilleistungsstörungen in der Schule können mit einer teilweisen Blockade unseres Repräsentationssystems zusammenhängen. Das Kind, das beispielsweise Schwierigkeiten beim Lernen hat, kann gegebenenfalls den visuellen Kanal nicht optimal nutzen. Links oben visualisierte Bilder können demnach nach dem Modell der Augenzugangshinweise nicht oder nur schwer erinnert werden. Negative Gefühle und Stressmuster können so gebildet und verfestigt werden. Eine Anwendungsmöglichkeit der Zauberkarte besteht darin, die Augenpositionen vom Stress zu befreien. Im Zusammenspiel von Augenbewegungen und der Magic line card können Blockaden beispielsweise gelöst werden. Dauer der Übung: zirka 10 bis 20 Min.

Ablauf

Das Kind fixiert zunächst die Zauberkarte mit seinen Augen in einer horizontalen Position Mitte.

Schritt 1

Die Karte wird zwischen den Augen hin und her geführt (z.B. 20 bis 30 Mal) .

Schritt 2

Dann wird die Karte für einen Moment in jeder Augenposition nach dem Modell der Augenzugangshinweise (AZH) gehalten. Zum Beispiel guckt das Kind in der Position oben links, dann Mitte links und unten links. Zwischen den einzelnen Positionen wird für einen Moment still gehalten.

Schritt 3

Die Karte wird dann nach unten Mitte, rechts unten, dann rechts Mitte und schließlich nach rechts oben geführt. Währenddessen denkt das Kind zum Beispiel an das Thema Rechnen oder Rechtschreiben. Um tiefer liegenden Stress zu lösen, kann man die Zauberkarte durchaus mehrmals einsetzen. Es wird empfohlen diese Übung einige Tage später zu wiederholen. Lernen wird damit verbessert bzw. wieder ermöglicht.

Variationen

Es sind beliebig viele Variationen in Schritt Nr. 3 denkbar. Eine Möglichkeit besteht darin, die Karte zunächst oben rechts, dann Mitte rechts und unten rechts einzusetzen. Anschließend unten Mitte, links unten, links Mitte und dann links oben. Wichtig ist zwischen den einzelnen Positionen für eine Moment still zu halten.

Hinweise & Beispiele

Glaubenssätze: "Das schaffe ich nie" ist ein einschränkender Glaubenssatz. Lernstörungen oder Teilleistungsstörungen von Kindern sind oftmals auf eingeschränkte Glaubenssätze zurückzuführen. Im NLP beeinflussen Glaubenssätze das Verhalten und die Gefühle und prägen die Persönlichkeit. Sie entspringen unserer Erfahrung, der Erziehung, unserer Sozialisation und beispielsweise Vergangenheitstraumata. In der Schule sind die Lernvoraussetzungen und die Lernumgebung wichtig für den Lernerfolg. Das Lernen an sich kann eine kraftvolle, kreative und stärkende Ressource sein. Ein positiver Glaubenssatz für die eigene Lernwirksamkeit ist beispielsweise "Das kann ich lernen" oder "Ich lerne gerne". Glaubenssätze sind im NLP veränderbar. Es gibt im NLP besondere Formate und Techniken zur Arbeit mit Glaubenssätzen, auf die hiermit verwiesen wird.

Augenzugangshinweise (AZH): Im NLP sind die AZH ein Indiz dafür, auf welchem Kanal eine Person seine Umgebung wahrnimmt. Auf Basis unseres Repräsentationssystems (VAKOG) werden Informationen visuell, auditiv und gefühlsmäßig wahrgenommen. Das Schmecke und Riechen sind weitere Sinne des Modells. Neurologische Untersuchungen haben gezeigt, dass die Augenbewegungen im Zusammenhang mit der Aktivität bestimmter Gehirnareale stehen. Auf das Modell der AZH wird im Zusammenhang mit der Zauberkarte für Kinder ebenfalls verwiesen.

Formate, in denen diese Technik angewendet wird

Es sind keine weiteren Formate im NLP bekannt, in denen die Zauberkarte eingesetzt wird.

Übung

Siehe auch

Verwandte Begriffe

Magic line card

Literatur

Lötscher-Gugler, Hedy: Lernen mit Zauberkraft. NLP für Kinder, 2000.

O'Connor, Joseph/Seymour, John: Neurolinguistisches Programmieren: Gelungene Kommunikation und persönliche Entfaltung, 1992.

Neue Homöopathie nach Körbler: Band 1. Tagungsband zur 6. Körbler-Tagung 2003.

Weblinks

www.tierra-sol.ch