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Wenn Sie sich ein Ziel setzten, sagen Sie nicht: »Ich will’s versuchen.« Wer versucht, vermeidet Verantwortung, schwächt sich selbst – und ist fürs Scheitern gerade prädestiniert. Für die Tat gibt es keinen Ersatz. Sie tun es, oder Sie lassen es! Sagen Sie geradeheraus, für welches von beidem Sie sich entscheiden. <br>
 
Wenn Sie sich ein Ziel setzten, sagen Sie nicht: »Ich will’s versuchen.« Wer versucht, vermeidet Verantwortung, schwächt sich selbst – und ist fürs Scheitern gerade prädestiniert. Für die Tat gibt es keinen Ersatz. Sie tun es, oder Sie lassen es! Sagen Sie geradeheraus, für welches von beidem Sie sich entscheiden. <br>
 
Und nochetwas: versuchen Sie mal ihre Tastatur zu berühren - versuchen - nicht tun! Versuchen beinhaltet, dass Sie es nicht tun werden! Denn sonst würden Sie es ja tun - und eben nicht versuchen...
 
Und nochetwas: versuchen Sie mal ihre Tastatur zu berühren - versuchen - nicht tun! Versuchen beinhaltet, dass Sie es nicht tun werden! Denn sonst würden Sie es ja tun - und eben nicht versuchen...
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Siehe auch [[Ziel/Strategie|Strategien zu Zielerreichung]]
  
 
== Das Drei-Minuten-Seminar ==
 
== Das Drei-Minuten-Seminar ==

Version vom 20. Januar 2007, 20:53 Uhr

[Ziel; Outcome; Goal; wünschenswerter Zustand; Ergebnis]

Ein Ziel ist ein zukünftiger, wünschenswerter Zustand.

Im NLP sind Ziele grundlegend wichtig, da die Methode sich als zielorientiert versteht. Es geht um Ziele, Zukunft, Ergebnis, Lösung, ... im Gegensatz zu Problemen, Vergangenheit, Ursache, Grund/Begründung, ...

Die Bedeutung von Zielen im NLP ist auch historisch begründet. In den 70er Jahren war Psychotherapie vorwiegend problem- und vergangenheitsorientiert. Der Blick auf Ziele war deshalb neu und befreiend. Da ein zielorientiertes Vorgehen in Therapie und Beratung heute viel selbstverständlicher ist, lohnt sich auch ein Blick auf die Vor- und Nachteile einer Zielorientierung.

Wortherkunft, Begriffsdefinition und Unterscheidungen

Nach Pauls Deutschem Wörterbuch leitet sich das Wort vom althochdeutschen/mittelhochdeutschen zil ab und meint ursprünglich einen festgesetzten Punkt, der dazu dient, Richtung und Ende einer Bewegung zu bestimmen (z.B. beim Schießen oder Jagen). Der Begriff wurde später auch im übertragenen Sinne für die Richtung einer Tätigkeit benutzt. Bereits im mittelhochdeutschen entsteht die Begriffsverknüpfung mit einem Zeitpunkt (z.B. Zahlungsziel).

Dem deutschen Wort Ziel stehen mehrere englische Worte gegenüber und es zeigen sich bei der Übersetzung wieder die NLP-typischen Unschärfen bei der Übertragung vom Englischen in Deutsche (vergl. NLP-Jargon):

Wo im Deutschen Ziel steht, heißt es im Englischen oft Outcome, was eigentlich Ergebnis, Ausgang, Folge heißt. Das Wörterbuch (http://dict.leo.org) nennt für Ziel: ambition, designation, destination, end, goal, intention, object, objective, prompt, purpose, target

Unterscheidungen

In der Praxis lohnen sich folgende Unterscheidungen:

Punkt- und Prozessziele:

  • Punkt- oder Ergebnisziele
    • bezeichnen einen klar definierten Zeit-Punkt, z.B. 31.12.2005, 20.00 Uhr
    • entsprechen dem O im S.C.O.R.E.-Modell
    • sind normalerweise auf der Ebene Kontext und/oder Verhalten, d.h. »ich habe« oder »ich mache«
    • lassen sich sinnvoll in der Vergangenheitsform formulieren: »Ich werde in New York gewesen sein.«, »Ich werde die Prüfung bestanden haben.«
  • Prozessziele
    • bezeichnen einen andauernden Prozess, oft ohne Zeitangabe, manchmal mit Angabe eines Beginns oder Zeit-Raums (»ab Dezember«, »im nächsten Jahr«)
    • entsprechen dem E im S.C.O.R.E.-Modell
    • können auf allen logischen Ebenen sein, bevorzugt auf den höheren logischen Ebenen
    • lassen sich nicht sinnvoll in der Vergangenheitsform formulieren (lassen sich nur sinnvoll in der Gegenwartform formulieren): »Ich werde Englisch gekonnt haben.«, »Ich werde glücklich gewesen sein.«

kurz-, mittel- und langfristig:

Die Begriffe werden gerne verwendet und selten definiert. Von Ralf Stumpf stammt folgende Unterscheidung (Q: Artikel »Zielen üben«):

  • kurzfristig: Lebensalter in Wochen (z.B. 32 Jahre – 32 Wochen, d.h. 7 bis 8 Monate)
  • mittelfristig: Lebensalter in Monaten (z.B. 32 Jahre – 32 Monate, d.h. gut 2,5 Jahre)
  • langfristig: Lebensalter in Jahren (z.B. 32 Jahre – 32 Jahre, also bis zum 64 Lebensjahr).

Zitat: Dieser Maßstab hat mehrerer Vorteile. Erstens messen Sie Ihre Zeitspannen an sich selbst. Und zweitens werden die Zeitspannen im Laufe des Lebens länger und entsprechen damit unserem subjektiven Zeitgefühl. Für ein Kind ist ein Vierteljahr eine Ewigkeit, alte Menschen denken in Dekaden. Und fragen Sie mal eine Zwanzigjährige nach ihrem Wunschbild für den neunzigsten Geburtstag...! Für die ist Vierzig schon unvorstellbar alt. (Q: Artikel »Zielen üben«)

linear vs. nicht-linear; Ordnung vs. Chaos; monokausal vs. komplex

Hierzu ein Artikel von Claus-David Grube: http://www.grube-trainings.de/spurwechsel.pdf


Wohlgeformtheit des Ziels

Im NLP gilt im Allgemeinen, dass Ziele wohlgeformt sein sollen, d.h.:

  • Sie liegen im eigenen Einfluss- oder Handlungsbereich (alles Andere sind Erwartungen oder Hoffnungen)
  • Formuliere positiv! Keine Verneinungen, keine Vergleiche (also nicht: "Ich will endlich weg hier!" sondern "Ich will nach Hause!" und auch nicht: "Ich will mehr haben als mein Nachbar!" sondern "Ich will einen SLK fahren und eine Million Euro auf der Bank haben!")
  • Beachte die Ökologie. Gibt es Werte oder andere wichtige Ziele, die du für die Erreichung deines Zieles verletzen musst. (Wenn du SLK fährst und eine Million auf der Bank hast, wirst du dann noch deine Freunde haben...?)
  • Sie sollen SMART sein
    • Spezifisch (Unmissverständlich und eindeutig)
    • Messbar (anhand eindeutiger Kriterien ist die Zielerreichung messbar)
    • Attraktiv (das Ziel muss erstrebenswert sein)
    • Realistisch (eben realistisch)
    • (Zeitlich) Terminiert (ein klarer Termin)
-> Bsp.: "Am 15.11.2009 werde ich einen Porsche 911 (als Zweitwagen) besitzen und eine Million Euro auf der Bank haben!"

Häufig ist allerdings ein Ziel, das strikt nach den Kriterien der Wohlgeformtheit formuliert ist, wenig bewegend und attraktiv, da es in seiner Formulierung sehr lang wird. Da kann es besser sein, all die Anforderungen an die Wohlgeformtheit zunächst zu vergessen, um sie dann sozusagen hintenherum über die Evidenz (Offenkundigkeit) wieder einzuführen.
Das hat im Coaching verschiedene große Vorteile:

  1. Das Ziel wird so formuliert, wie es den Coachee bewegt, z.B. "JA!!!" statt "Ich werde bis zum 23.02.2007 ein positives Lebensgefühl erlangen in dem ich mindestens 3 mal am Tag konkrete Zukunftsabsichten mit Spaß formuliere und ..."
  2. Im Rahmen der Evidenz wird die Wohlgeformtheit nachgeholt ("Woran wirst du erkennen (oder andere), dass du dein Ziel erreicht hast?"). Hier werden oft neue Verhaltensweisen, Glaubenssätze, Fähigkeiten... genannt. Werden diese mit einem Termin versehen, ist es schon "wohlgeformt".
  3. Aus den für die Evidenz genannten neuen Verhaltensweisen, Glaubenssätze, Fähigkeiten... ergibt sich auch schon die Coachingstrategie!!! Das Coaching muss nur entlang der genannten Punkte aufgebaut werden!!!

Für den Coachee ist vorallem sein "Zielmantra" wichtig. Die Wohlgeformtheit braucht eher der Coach, um beispielsweise zu wissen, wie er den Prozess unterstützen kann und wann das Ziel erreicht ist. Ebenfalls hilft sie dem Coachee, Klarheit in sein Vorhaben zu bringen.


Hinweise

Das Wort "Versuchen"
Wenn Sie sich ein Ziel setzten, sagen Sie nicht: »Ich will’s versuchen.« Wer versucht, vermeidet Verantwortung, schwächt sich selbst – und ist fürs Scheitern gerade prädestiniert. Für die Tat gibt es keinen Ersatz. Sie tun es, oder Sie lassen es! Sagen Sie geradeheraus, für welches von beidem Sie sich entscheiden.
Und nochetwas: versuchen Sie mal ihre Tastatur zu berühren - versuchen - nicht tun! Versuchen beinhaltet, dass Sie es nicht tun werden! Denn sonst würden Sie es ja tun - und eben nicht versuchen...

Siehe auch Strategien zu Zielerreichung

Das Drei-Minuten-Seminar

Wenn NLP je in einem 3-Minuten-Seminar vorgestellt werden müßte, ginge dies ungefähr folgendermaßen.
Der Vortragende käme hereinspaziert und würde sagen:

„Meine sehr geehrten Damen und Herren, um im Leben erfolgreich zu sein, brauchen Sie sich nur drei Dinge zu merken:
1. Machen Sie sich klar, was Sie wollen; behalten Sie in jeder Situation eine klare Vorstellung von ihrem Ziel.
2. Seien Sie wachsam und halten Sie Ihre Sinne offen, so dass Sie wahrnehmen, was Sie bekommen.
3. Haben Sie die Flexibilität, das, was Sie tun, so lange zu verändern, bis Sie das bekommen, was Sie wollen. "

Dann würde er an die Tafel schreiben: Ziel - Sinnesschärfe - Flexibilität

Und er würde den Raum verlassen. Ende des Seminars!

aus: Neurolinguistisches Programmieren; von Seymour, O'Connor

Zitate

"Das einzige, was zwischen dir und deinem Erfolg steht, ist die Geschichte, die du dir immer wieder erzählst!" -Anthony Robbins

"Ob es schwer ist oder leicht, ist nicht die Frage - die Frage ist, ob du dein Ziel erreichen wirst!" -Harald Wessbecher

"Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer." -Seneca

"Sie können ein Vermögen machen
oder Entschuldigungen erfinden
- aber nicht beides zur gleichen Zeit!" -M. de la Rosa

"Ich gehe langsam, aber ich gehe nie zurück!" -Abraham Lincoln

"Setze Deine Ziele groß genug und die Umstände werden sich nach Deinen Zielen richten!" -Mahatma Gandhi

"Ich gebe euch ein Mantra: Handle oder stirb!" -Mahatma Gandhi

„Wenn du einen Traum hast, dann musst du für ihn einstehen,
wenn andere das nicht können, dann sagen sie dir, du kannst es auch nicht!
Wenn du was willst, dann nimm es dir - Punkt!“
-aus dem Film „Das Streben nach Glück“

„Das Leben ist ganz einfach! Du triffst Entscheidungen und schaust nicht zurück!“ -aus dem Film „Tokyo Drift“

Geschichten

Nachdem Luke sein Raumschiff versehentlich in den Sümpfen Dagobah's (dem Heimatplaneten Yoda's) versenkte, traf er auf Yoda, dem großen Yedimeister, um seine seine Yedi-Ausbildung zu beginnen. Nach ersten Übungen, Steine mit Gedankenkraft zu bewegen, forderte Yoda ihn auf, sein Raumschiff mit der Kraft seiner Gedanken aus dem Sumpf zu heben... Luke sagte, dass ihm dies unmöglich sein werde!

Yoda: "Unmöglich ist immer alles für dich. Meine Worte, hörst du sie nicht?"
Luke: "Meister, Steine in Bewegung zu versetzen ist eins, aber das hier, das ist etwas völlig Anderes."
Yoda: "Nein! Nichts Anderes! In deiner Vorstellung nur! Vergessen musst du das, was früher du gelernt."
Luke: "Also gut, ich werd's versuchen."
Yoda: "Nein, nicht versuchen. Tu es, oder tu es nicht. Es gibt kein Versuchen."

Luke versuchte es - aber er vermochte nicht, sein Schiff aus dem Sumpf zu bewegen.

Luke: "Ich schaffe es nicht. Es ist einfach zu groß."
Yoda: "Größe bedeutet nichts. Sieh mich an: nach meiner Größe beurteilst du mich, tust du das? ... aber das solltest du nicht... denn die Macht ist mein Verbündeter. Und ein mächtiger Verbündeter ist sie. Das Leben erschafft sie... bringt sie zur Entfaltung. Ihre Energie umgibt uns... verbindet uns mit allem. Erleuchtete Wesen sind wir, nicht diese rohe Materie. Du musst sie fühlen, die Macht, die dich umgibt. Hier, zwischen dir, mir, dem Baum, dem Felsen dort, allgegenwärtig! Ja, selbst zwischen dem Sumpf und dem Schiff."
Luke: "Du willst das Unmögliche."

Yoda senkte den Kopf, dann machte er eine langsame Handbewegung und das Schiff schwebte sich aus dem Sumpf.

Luke: "Das glaube ich einfach nicht!"
Yoda: "Darum - darum versagst du."

aus: Star Wars: Episode V – Das Imperium schlägt zurück


Eines Tages kam ein junger Schüler zu seinem Meister, der für seine Weisheit bekannt war, und fragte: » Was ist das Geheimnis für Erfolg im Leben?« Der Meister antwortete: »Komm morgen früh zum Fluss.« So geschah es. Am nächsten Morgen standen sie am Ufer und der Meister sagte: »Jetzt gehen wir in den Fluss.« Der Schüler folgte seinem Meister bereitwillig. Als beide bis zum Hals im Wasser standen, packte der Meister den jungen Schüler ganz plötzlich und drückte dessen Kopf unter Wasser. Der arme Kerl wehrte sich verzweifelt, aber der Meister ließ ihn nicht los -lange, sehr lange nicht. Als er endlich seinen Griff lockerte, prustete und hechelte der junge Schüler völlig außer sich. Der Meister fragte: »Als du dort unten im Wasser warst, was wolltest du am meisten?« »Luft natürlich!«, rief der junge Schüler. »Siehst du«, sagte der Meister, »das ist das Geheimnis des Erfolgs. Wenn du Erfolg so sehr willst, wie du unter Wasser Luft wolltest, dann wirst du auch Erfolg haben.«

aus "Ente oder Adler" von Ardeschyr Hagmaier


Ich möchte Ihnen nun die Lebensgeschichte eines Mannes erzählen, der

  • mit 31 eine geschäftliche Pleite erlebte,
  • mit 32 einen Wahlkampf verlor,
  • mit 34 erneut eine Pleite erlebte,
  • mit 35 den Tod seiner Geliebten verwinden mußte,
  • mit 36 einen Nervenzusammenbruch hatte,
  • mit 38 eine Wahl verlor,
  • mit 43 im Kongreß unterlag,
  • mit 46 im Kongreß unterlag,
  • mit 48 im Kongreß unterlag,
  • mit 55 im Kampf um einen Senatorenplatz unterlag,
  • mit 56 sein Ziel, Vizepräsident zu werden, nicht erreichte,
  • mit 58 im Kampf um einen Senatorensitz unterlag,
  • mit 60 zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde.

Der Mann heißt Abraham Lincoln. Hätte er je Präsident werden können, wenn er seine Wahlniederlagen als Mißerfolge angesehen hätte? Wahrscheinlich nicht. Es gibt auch eine vielzitierte Geschichte über Thomas Edison. Nachdem er 9999 Mal versucht hatte, die Glühbirne zu entwickeln und keinen Erfolg damit hatte, fragte ihn jemand: »Werden Sie es auf zehntausend Mißerfolge bringen?« Und er antwortete: »Ich hatte keinen einzigen Mißerfolg. Ich habe nur immer wieder neue Möglichkeiten entdeckt, die elektrische Glühbirne nicht zu erfinden.« Er hatte herausgefunden, wie verschiedene Handlungen zu unterschiedlichen Resultaten führten."

Anthony Robbins; Das Power Prinzip