== Das Metamodell der Sprache ==
Es gibt bestimmte sprachliche Konstruktionen, die ein genaueres Hinterfragen im Sinne des Metamodells erfordern, um Informationen über die subjektive Wirklichkeit zu erhalten. Diese werden Klassen (Generalisierung, Tilgung und Verzerrung) und Unterklassen zugeordnet. Leider ist die Klassenzuordnung innerhalb dieses Modells nicht wirklich eindeutig und variiert von Autor zu Autor. Einige "Wohlgeformtheitsverletzungen" sind im Folgenden dargestellt.
=====Unspezifisches Verb (Unspecified Verb)=====
:Alle Verben wie erkennen, erinnern, wissen, merken, denken, erleben, verstehen, bewegen, lösen, verändern, spüren sind relativ mehr oder weniger unspezifisch. Bei unspezifischen Verben muss der Hörer, um den Satz zu verstehen, die Bedeutung selbst einsetzenergänzen. In vielen Sätzen ist das unproblematisch, in anderen werden wesentliche Inhalte getilgt. Der Satz „Ich liebe Dich!“ hat wahrscheinlich fast so viele Bedeutungen wie Sprecher. <br>:In der Metamodellfrage werden fehlende Ergänzungen, Angaben (Kontext) erfragt oder der Prozess eruiertuntersucht.<br>:Beispielverben: lieben, verletzen, wissen, angreifen, erleben, verstehen…:'''Beispiel''': "Ich leide. !"
:'''Metamodellfrage''': '''Wie genau''' leidest Du? '''Worunter''' leidest du? '''Wann genau''' leidest du?
=====Vergleichstilung (Comparative Deletion)=====
:Beim Vergleichen muss der Zuhörer das Vergleichsobjekt selbst einsetzen, um dem Inhalt eine Bedeutung zu geben.
:Vergleichsworte sind: besser, weniger, mehr, leichter, ruhiger ...
:In der Metamodellfrage wird der Vergleichswert herausgefunden und präzisiert.
:Schlüsselworte: besser, weniger, mehr, leichter, ruhiger... :'''Beispiel''': "Das Produkt ist zu teuer!"
:'''Metamodellfrage''': '''Im Vergleich wozu''' ist das Produkt zu teuer ?
:'''Beispiel:''': "Ich lerne langsam."
:'''Metamodellfrage''': '''Im Vergleich mit wem''' lernen sie langsam?
=====Fehlender Bezugsindex Referenzindex (Lack of Referential Index)=====:Es fehlt die Angabe, worauf auf was und/oder auf wen sich das Gesagte bezieht.:'''Beispiel''': "Das kann doch nicht sein!"
:'''Metamodellfrage:''' '''Was genau''' kann nicht sein?
:'''Metamodellfragen''': Wer genau..., Welcher genau..., Was genau..., Wo genau... <br>
=====[[Nominalisierung|Nominalisierung (Nominalization)]]=====
:Nominalisierungen sind aus Verben und Adjektiven abgeleitete Substantive. Sie sind „geronnene“ Prozesse. Einen Nominalisierung ist ein Hauptwort, die einen Prozess beschreiben. Durch das Nominalisieren wird eine andauernder Prozess als abgeschlossenes Ereignis repräsentiertman nicht anfassen kann. Beispiele Nominalisierungen sind hierfür Liebe (lieben)„Bedeutungsblasen“, Hoffnung (hoffen)Worte die vorgeben etwas zu bedeuten, Streit (streiten)allerdings ihre Bedeutung nicht offenlegen. Um eine Nominalisierung wieder in einen fortlaufenden Prozess zu wandeln, wird das Substantiv auf das zugrunde liegende Verb oder Adjektiv zurück geführt und hinterfragt. Die Bedeutung gewinnt man zurück, in dem man nach ihr fragt. <br>Liebe, Hoffnung, Freiheit, Streit, Reichtum, Gesundheit, Erfolg... <BRbr>:'''Beispiel:''' Ich habe eine Depression. <bRbr>:'''Metamodellfrage:''' Woran erkennst Du eine Depression? Was bedeutet Depression für Dich? '''Wie''' erlebst Du das, wenn du dich Du Dich '''depressiv fühlst'''? '''Wie''' machst Du das, das Du Dich '''depressiv fühlst'''?
===B) [[Verzerrung|Verzerrungen (Distortion)]]===
=====Ursache-Wirkung (Cause-Effect)=====
:Es wird von einer Person behauptet, dass wegen eines Verhaltens/Ereignisses X das Gefühl/Verhalten -> Y ausgelöst wirdauslöst. Ziel ist es den Ursache-Wirkungszusammenhang aufzulösen und damit Wahlmöglichkeiten zu schaffen.:'''Beispiel''': "Sein zu spät kommen macht mich wütend!"<BR>:'''Metamodellfrage''': Wie genau führt das Verhalten von X dazu, dass Sie sich Du Dich wütend fühlenfühlst? <BR>::Wenn X sich so verhält, was genau geschieht in Ihrem Deinem Inneren, bevor sie sich Du Dich wütend fühlenfühlst?<BR>
=====Umgekehrte Ursache und Wirkung (Reverse Cause-Effect)=====
:Eine Person behauptet, dass ihr Verhalten für den Zustand und Verhalten einer anderen Person verantwortlich ist. Hier wird entweder die Verknüpfung angezweifelt oder die Annahme, dass es keine Wahlmöglichkeit für den anderen gab.
:'''Beispiel''': "Meinetwegen fühlt er sich schlecht.":'''Metamodellfrage''': Was genau glauben sie haben sie glaubst Du hast Du gemacht, dass er sich schlecht fühlt?::Sie haben Du hast getan was möglich war, aber er hat seine Reaktion immer noch selbst gewählt.!
=====[[Milton_Modell_der_Sprache#Gedanken_lesen|Gedankenlesen (Mind Reading)]]=====
:Beim Gedankenlesen wird von einer Person behauptet zu wissen, was eine andere Person denkt oder fühlt. Bei der Metamodellfrage geht es darum herauszufinden aufgrund welcher Wahrnehmung jemand ''Gedanken liest.'':'''Beispiel''': "Mein Kollege mag mich nicht!":'''Metamodellfrage''': '''Woher wissen sie weißt Du das?'''
:'''Umgekehrtes Gedankenlesen (Reverse Mind Reading)'''
::Eine Person nimmt an, dass jemand anderen anderes seine Gedanken lesen können könne und deshalb dieser sich auch entsprechend verhalten müssse.::'''Beispiel:''' Du solltest "Er sollte wissen, das ich das nicht mag."::'''Metamodellfrage:''' '''Woher sollte ich er das wissen?''' Ich kann nicht Gedanken lesen.
=====Komplexe Äquivalenz/Bedeutungs-Zuordnung (Complex Equivalence)=====
:Es wird behauptet, dass ein Ereignis X Y bedeutet. Bei der Metamodellfrage wird der Kausalzusammenhang in Frage gestellt oder ein Gegenbeispiel erzeugt. Wodurch X und Y wieder voneinander getrennt werden. :'''Beispiel''': "Du liebst mich nicht mehr, weil du Du mir keine Blumen mehr mitbringst."
:'''Metamodellfrage''': Also Blumen bedeuten Liebe und keine Blumen bedeuten keine Liebe?
:'''Metamodellfragenallgemein''': ::Woher wissen Sieweißt Du, dass X Y bedeutet?
::Muss X denn automatisch Y bedeuten?
::Was könnte X denn noch bedeuten?
::Haben Sie Hast Du niemals X, ohne dass es Y bedeutet hat?
=====[[Miltonmodell#Gruppe_4:_Vorannahmen_.28Pr.C3.A4suppositionen.29|Vorannahmen (Presuppositions)]]=====
:Präsupposition sind stillschweigende Annahmen (Vorannahmen - '''Glaubenssätze) ''' - des Sprechers, die in einer Aussage enthalten sind, aber nicht explizit ausgesprochen werden und dem Sprecher oft nicht bewusst sind.:Die Formulierung "Du sollst keine anderen Götter neben dir mir haben" aus den Zehn Geboten der Bibel enthält die Präsupposition, dass es andere Götter gibt.<BR>:'''Beispiel''':"Du bist genauso egoistisch wie dein Vater.":'''Metamodellfrage''': Was bringt dich dazu, anzunehmenWoher weißt Du, dass mein Vater egoistisch ist?
===C) Verallgemeinerungen (Generalization)===
=====Universalquantoren (Universal quantifiers)=====
:Der Sprecher übersetzt einzelne Erfahrungen in eine immer und überall geltende Regel, die keine Ausnahmen duldet.<br>:Universalquantoren Universalquantifikatoren werden durch ein Gegenbeispiel oder durch Betonung des gebrauchten Universalquantors Universalquantifikators hinterfragt. <br>:'''Schlüsselworte''': alle, nie, keiner, dauernd, niemand, immer, ewig, jeder , man <BR>:'''Beispiele''': "''Alle'' Männer wollen ''immer '' nur das Eine! " <br>:'''Metamodellfrage''': Kenne sie wirklich '''keinen einzigen Mann''', der zumindest ab und zu einmal an etwas anderes denkt? '''Alle Männer'''? '''Immer'''?<br> ==== Generalisierter Referenzindex ====:Hier wird eine Aussage über alle Elemente getroffen, jedoch ohne den Universalquantifikatior zu nennen. Der Umgang mit diesem Sprachmuster entspricht dem des Universalquantifikatiors. '''Beispiele''': "Deutsche sind risikoscheu!"'''Metamodellfrage''': Kennen sie wirklich keinen einzigen Deutschen, der zumindest ab und zu einmal etwas Risiko eingeht? Alle Deutschen? Immer?
=====Modaloperatoren (Modal operators)=====
:'''Modaloperator der Notwendigkeit'''
::Beim Modaloperator der Notwendigkeit wird etwas als notwendig kommuniziert, ohne die dahinter liegende Befürchtung Konsequenz anzugeben. <BR>
::'''Schlüsselworte:''' müssen, sollen, notwendig<br>
::'''Beispiel:''' "Wer A sagt, ''muss'' auch B sagen."
::'''Metamodellfrage:''' Was befürchten sie, würde sonst passieren ? Was würde sonst passieren ?<BR>
::'''Beispiel:''' Wer A sagt, muss auch B sagen.:'''Modaloperator der UnmöglichkeitMöglichkeit'''::Beim Modaloperator der Unmöglichkeit wird etwas als unmöglich kommuniziert, ohne dass ein Hintergrund angegeben wird.<BR>::'''Schlüsselworte:''' kann nichtkönnen, darf nichtwollen, unmöglichdürfen<BRbr>::'''Beispiel:''' "Ich kann das nicht lernen. " <br>::'''Metamodellfrage:''' '''Was hält sie davon ab''' das zu lernen? '''Was hindert sie daran''' das zu lernen?- Die Modaloperatoren der Möglichkeit lassen Wahlmöglichkeiten und werden meistens nicht hinterfragt<BR> Durch das Voranstellen des Wortes NICHT, werden Modaloperatoren der Möglichkeit zur Ummöglichkeit (nicht können, nicht wollen, nicht dürfen).
=====Unterschlagen des Urhebers Verlorener Performativ (Lost Performative)=====:Unterschlagen des Urhebers. Es wird ein Werturteil Urteil formuliert, ohne zu erwähnen, um wessen Urteil es sich handelt. :'''Beispiel''': Männer dürfen "Es ist besser keine Gefühle zu zeigen. "
:'''Metamodellfragen''': Wer genau sagt das?
::Wie kommst du darauf?
::Wessen Meinung ist das?
::Für wen gilt das?
::Wer erlebt das so?
::Hast du selbst die Erfahrung gemacht?