Bei lebenden Systemen sind die Regeln darauf ausgerichtet, dass das System sich auf selbst organisierende Weise selbst reproduziert. Damit dies in einer sich ständig verändernden Umwelt passieren kann, reichen starre Regeln (''Homöostase'') nicht aus, sondern ein Teil der Regelungen muss das System immer wieder in Abstimmung mit der Umgebung verändern (''Morphogenese''). Um Stabilität des Systems zu gewährleisten, müssen Homöostase- und Morphogenesetendenzen also immer wieder im Austausch mit der Umwelt optimal ausbalanciert werden. Es gibt aber auch andere soziale Systeme, die sich als funktionale Einheit entwickelt haben und darauf ausgelegt sind, für bestimmte Ziele zu wirken und sich dann wieder auflösen.
== '''Systemisch orientierte wichtige Aspekte nach Gunther Schmidt:''' ==
''Zirkularität'': Im Gegensatz zu einem einfachen Ursache - Wirkungszusammenhang geht man hier von wechselwirkendem, sich gegenseitig bedingendem Verhalten aus- jedes Verhalten ist zugleich Ursache und Wirkung des Verhaltens der anderen Beteiligten. Nicht bestimmte Charaktereigenschaften, sondern das „So-sein“ einer Person wird als Teil von Wechselwirkungsprozessen verstanden.
Sind Ursache für Harmonie/Disharmonie in einem System
''Das Recht auf Zugehörigkeit'': jeder im System hat das Recht auf Zugehörigkeit''Ausgeglichene Bilanzen von Geben und Nehmen; '': unausgeglichene Bilanzen fördern Unzufriedenheit, Schuldgefühle und unbewusstes Verlangen nach Ausgleich''Wer länger da ist, hat Vorrang'': bei Gleichgestellten hat derjenige der früher da war, die "älteren" Rechte''Leitung hat Vorrang''''Leistung muss anerkannt und gewürdigt werden''''Gehen und Bleiben'': bleiben kann jemand, der das System braucht und der seine Funktion ausfüllt; Trennungen sollten in gegenseitiger Achtung und Einvernehmen vorgenommen werden
Organisationen sind aufgabenorientierte Systeme
''Stärkung oder Schwächung'': am richtigen, angemessenen Platz fühlt man sich sicher, richtig und gelassen; an unangemessenen Plätzen geschwächt oder „aufgeblasen“. Schwächende Gefühle haben oft mit alten Mustern zu tun''das Alte und das Neue'': erst muss das Alte gewürdigt werden, damit das Neue eine Chance hat ''Anerkennung des Gegebenen''; des Ist- Zustands