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Compulsion Blowout

19 Byte hinzugefügt, 12:16, 18. Nov. 2007
Das Grundmuster eines '''Compulsion Blowout''' sieht aus wie folgt:
=== Störendes Verhalten identifizieren ===
Welches Verhalten soll beseitigt werden? Hier ist es wichtig, einen spezifischen Kontext zu finden. Der Klient soll sich möglichst lebensecht in eine bestimmte Situation hineindenken.
=== Öko-Check ===
Frage an den Klienten: Ist es wirklich ok, wenn der Zwang weg ist? Oder gibt es Situationen, in denen er angemessen ist? Etc.
=== Elizitieren des Auslösers: Point of no Return finden===
Der kritische Punkt dieses Formats: Der Auslöser-Reiz muss punktgenau herausgearbeitet werden. Hierzu bietet es sich an, die Verhaltenssequenz von hinten nach vorne abzufragen und jeweils zu prüfen, ob der Klient das Gefühl hat, das Verhalten jetzt noch stoppen zu können.
====Verkürztes Beispiel:====
'''K'''lient: Ich habe die Chips jetzt im Mund und genieße den Geschmack.
K: Ich denke schon.
==== Der eigentliche Point of no Return im Beispiel ====
Der eigentliche Point of no Return ist hier also die innere Filmsequenz, wie der Klient sich die Chips aus der Tüte nimmt und dann in dem Mund steckt. Hiermit würde in diesem Fall gearbeitet.
=== Auslöser „aufblasen“ oder „wegklatschen“===
Je nachdem, welcher Art der Auslöser-Reiz ist, gibt es nun zwei Techniken, um den Zwang zu beseitigen. Beide beruhen darauf, den Auslöser auf eine groteske Art und Weise zu verzerren:
==== Auslöser "aufblasen" ====
1. Hat der Auslöser-Reiz den '''Charakter eines Films''', in dem sich der Klient die Handlung ausführen sieht, so arbeitet man mit der Methode „Wegklatschen“. <br>
Hierbei wird der Klient gebeten, die Filmsequenz einmal komplett ablaufen zu lassen, wenn der Coach einmal in die Hände klatscht. Der Coach klatscht dann, zunächst im Abstand von einigen Sekunden, dann immer schneller werdend, in die Hände und steigert die Geschwindigkeit bis zum Ende zu einer Art Dauerfeuer. Der Klient wird dazu angehalten, das immer wiederkehrende Ablaufen des Films in der gleichen Geschwindigkeit nachzuvollziehen. <br>
ACHTUNG: Es gab schon Klienten, denen dabei (Thema Süßigkeiten) richtig, richtig übel wurde. Dann anschließend bitte schnell aus dem Erleben rausholen!! <br>
==== Auslöser "wegklatschen" ====
2. Hat der Auslöser eher den '''Charakter eines Standbildes''' (z.B. das Bild von einem Becher Mousse au Chocolat o.ä.), dann wird der Klient dazu angeleitet, das Bild bis ins Unendliche zu vergrößern. <br>
Anweisung:
Achtung: Häufig gehört zum Trigger auch ein innerer Dialog („Soll ich noch einen nehmen? Och ja, einer geht noch…“). Dieser kann ebenfalls mit der Methode des Wegklatschens behandelt werden.
=== Test ===
Frage an den Klienten: Wie ist es jetzt, wenn Du an dein Verhalten XY denkst? <br>
Wenn Antwort etwa: Gelassenheit, Ekel beim Denken an den Auslöser, Gefühl der Kontrolle über das Verhalten etc.: Future Pace.
===Future Pace=== ==== Anweisung ====
Anweisung: „Denk mal an eine Situation, bei der du demnächst mit XY konfrontiert wirst. Wie geht´s dir damit…? Etc.
===Eine "lokale Katastrophe" als Erklärungsversuch===
Warum das Ganze so gut funktioniert, ist – wie eigentlich immer – noch nicht so ganz klar. Man vermutet jedoch, dass es durch die gezielte Überreizung des neuronalen Netzwerks, welches das zwanghafte Verhalten organisiert, zu einer sog. „lokalen Katastrophe“ kommt. Hierunter versteht man ein bedeutsames Ereignis in einem System, nach welchem das System nicht mehr in seinen Ursprungszustand zurückkehren kann.
==='''Die Analogie des geknickten Bleches===''' <br>
Wenn man einen elastischen, dünnen Bleckstreifen langsam und vorsichtig biegt, so wird er danach ohne Probleme wieder in seine ursprüngliche gerade Form zurückkehren, weil seine innere Struktur erhalten bleibt.
Bürokrat, Administrator
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