Ein '''Gedankenvirus''' ist ein [[Glaubenssatz]], der sich ausschließlich auf andere Glaubenssätze stützt und sich damit der direkten Überprüfbarkeit durch die sinnliche Erfahrung entzieht. <br>
Menschen nehmen [[Wirklichkeit]] nicht direkt wahr, sondern sie erstellen Abbilder ([[Repräsentation|Repräsentationen]]) durch ihre Sinne! Um sich zu orientieren, organisieren sie bestimmte Abbilder zu Erfahrungen aus denen sie Regeln ableiten. Diese Regeln sind verallgemeinerte [[Modell (Abbild)|Modelle]] der Welt, Glaubenssätze darüber, wie die Dinge funktionieren und was man darf/kann/sollte/ist. Werden diese Regeln und Annahmen über die Welt, zu Gruppen zusammengefasst, entstehen daraus Glaubenssysteme, komplexe Abbilder der Wirklichkeit (Landkarte). Diese Glaubenssätze basieren zunächst noch auf sinnlicher Erfahrung ("Es ist nicht gut, auf heiße Herdplatten zu fassen!"), später kommen dann Glaubenssätze hinzu, die sich ausschließlich aus anderen Glaubenssätzen herleiten ("Die Welt ist eine Scheibe!", "Die Ungläubigen müssen vernichtet werden", ...). Glaubenssätze sind Verallgemeinerungen und basieren nicht auf Logik, sie sind sogar außerordentlich tolerant gegenüber dem Versuch, sie logisch zu wiederlegen widerlegen und jedes Gegenbeispiel wird zur Ausnahme, die sie problemlos vertragen ("Geld verdirbt den Charakter - naja mein Freund Kurt, der Millionär, ist eine Ausnahme aber ...") - und sie sind per Definition wahr!
Glaubenssätze, die von den Werten, Erfahrungen, Erwartungen und den inneren Zustand aus denen sie entstanden sind, abgetrennt wurden, werden Gedankenviren. Sie sind nun von allem Überprüfbaren abgeschirmt und bekommen dadurch eine Art Eigenleben. Sie sind nicht mehr wiederlegbar und können auf Menschen mit ähnlichen Hintergrund (Glaubenssätzen) übertragen werden.