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Änderungen

Six Step

488 Byte hinzugefügt, 12:38, 12. Okt. 2008
Rechtschreibung
Dieses Verfahren des [[Reframing]]s bestand ursprünglich aus sechs Schritten. Inzwischen wird es, je nach Quelle in 3 bis 9 Schritte unterteilt (und selbst beim sechsschrittigen Six-Step sind die Schritte nicht einheitlich festgelegt).
Der Six Step ist eine Art universeller SyptomauflöserSymptomauflöser, er kann fast überall eingesetzt werden (Beispiele: Fingernagelkauen, chronischer Geldmangel, Krankheiten, Phobien, Beziehungsprobleme).
== Historisches ==
Der Six Step wurde von Bandler und Grinder in den 70er Jahren entwickelt. Six Step Refraiming Reframing wurde als eine "Ersatzstrategie" für eine hypnotische Induktion entwickelt. Hypnotische Induktionen waren in den 70er Jahren nur niedergelassenen Medizinern und Psychologen erlaubt. Bandler und Grinder wollten die Technik der hypnotischen Verhandlung von Persönlichkeitsteilen auch Anwendern ausserhalb außerhalb dieser Berufsgruppen zur Verfügung stellen und entwickelten ein Kontextualraster und den hypnotischen Prozess, ohne jemals das Wort ''Trance'' oder ''Hypnose'' dabei zu verwenden. Am effektivsten wirkt Refraiming Reframing jedoch (immer noch) als hypnotische Interaktion.
== Ablauf ==
Im folgenden Folgenden wird der Teil, der für das Problem verantwortlich ist, mit "ES" bezeichnet.
=== 1. Problem identifizieren ===
*Kreativen Teil bitten mit ES Kontakt aufzunehmen und ES mit vielen Ideen für Verhaltensalternativen zu seiner positiven Absicht zu versorgen.
*ES bitten nach drei guten Angeboten (Neuen Wegen) Stopp zu sagen.
*Vereinbarung mit ES, über die Dauer des Neue Wege ausprobierensAusprobierens, treffen. (Am Ende der Zeit werden ES und Bewusstsein zusammenkommen und über das weitere Vorgehen beraten.)
*Bedanken!
# Klären der Folgen der neuen Lösungsmöglichkeiten
# Verantwortung für Umsetzung festlegen (Wer, was,wie, bis wann?); Future pace
 
== Systemische Elemente: Umgang mit destruktiven Teilen ==
 
Das ursprüngliche NLP beachtet als lösungsorientierte Individualpsychologie systemische Zusammenhänge (systemische Verstrickungen wie Fremdgefühle, übernommene Glaubenssätze etc.) nicht. Sind solche Phänomene vorhanden, werden jedoch nicht erkannt bzw. in einer Intervention nicht berücksichtigt, so ist das Scheitern i.d.R. vorprogrammiert.
Daher ist es hilfreich, sich als NLPler auch mit den verschiedenen Konzepten der Systemischen Therapie (insbesondere Aufstellungsarbeit) auseinander zu setzen, um Strategien für den Umgang mit o.g. Symptomen zu haben.
 
'''Beispiel''':
Ein Klient möchte ein störendes Verhalten ändern. Der Berater entschließt sich zur Durchführung eines 6-Step-Reframing. Im ursprünglichen NLP wird im Rahmen der Teilearbeit u.a. gelehrt, dass ein jeder Teil (incl. seiner Glaubenssätze) innerhalb einer Person mit ein wenig liebevoller Zuwendung zur Kooperation bereit sein wird und selbstverständlich auch immer eine positive Absicht hat, welche dann utilisiert werden kann.
Aber was tun, wenn der störende Teil eines Klienten trotz Würdigung nicht zur Kooperation bereit ist? Oder auf die Frage nach der Absicht so etwas sagt, wie: „Ich möchte, dass Du Sch…. frisst!“ (Ja, so etwas gibt es!). Ohne systemische Kenntnisse ist der Berater hier wahrscheinlich geneigt, den Klienten zu bitten, den Teil einfach noch ein wenig liebevoller zu würdigen. Oder nachzufragen, was denn wohl die positive Absicht hinter dem Sch… fressen sei.
 
=== Herkunft des Teils feststellen ===
Stattdessen kann es hier sinnvoll sein, von einem systemischen Phänomen auszugehen. Mann könnte den Klienten also fragen:
„Wenn Du nochmal in Dich hinein spürst: Ist das überhaupt ein Teil von Dir?“
I.d.R. bekommt der Klient recht schnell ein Gefühl/Bild o.ä. dafür, wie die Antwort lautet, und bei einem Fall, wie oben geschildert, lautet sie i.d.R.: „Nein!“. Stattdessen wurde er von einer anderen Person übernommen.
Nun geht es darum, zu identifizieren, von wem der Teil übernommen wurde. In den meisten Fällen handelt es sich um Personen aus dem engeren Familiensystem: Vater, Mutter, Großeltern, Geschwisterteile (Achtung: es kann sich auch um verstorbene Personen handeln, die der Klient niemals kennen gelernt hat…), aber es können vereinzelt auch andere Menschen auftauchen.
 
=== Herkunft des Teils verifizieren ===
Wenn Klient oder Berater nicht direkt eine Intuition haben, so ist es hilfreich, wenn der Klient die verschiedenen Alternativen probeweise laut ausspricht, also z.B.: „Du bist ein Teil von meinem Vater!“ oder „Du gehörst zu meiner Großmutter!“. Der Klient wird i.d.R. wiederum schnell ein Gefühl/Bild o.ä. entwickeln, welche Alternative stimmig ist. Der Berater sollte hier zusätzlich sehr genau die Physiologie beachten und evtl. zur Absicherung noch eine Gegenprobe machen.
 
=== Teil zurückgeben ===
Ist der Fremd-Teil dann eindeutig identifiziert, so kann der Klient diesen in einer Art Ritual an die Ursprungsperson zurückgeben. Hierzu kann er sich die entsprechende Person (möglichst bildlich) vorstellen, um dann laut und mit fester Stimme auszusprechen (als Beispiel hier Tochter an Vater):
„Ich bin Deine Tochter und Du bist mein Vater. Und sollte ich aus Liebe* zu Dir bewusst oder unbewusst (''Anmerkung 1'' s.u.) zugestimmt haben, diesen Teil von Dir zu übernehmen, so nehme ich diese Entscheidung hiermit zurück – und ich entscheide neu. Der Teil verlässt nun meinen Körper, meinen Geist und mein Energiesystem! In allen Zeiten, Räumen und Dimensionen! (''Anmerkung 2'' s.u.) JETZT…“
Hierbei kann es hilfreich sein, wenn der Klient sich entsprechend des Geschehens ein Bild oder einen Film von der Rückgabe des Teils macht.
 
=== Öko-Check/Einwandbehandlung ===
Anschließend sollte – wie nach jeder Intervention – ein Öko-Check durchgeführt werden, um evtl. Einwände zu hören. Es kann z.B. passieren, dass der Klient merkt, dass die Ursprungsperson den Teil partout nicht zurücknehmen will. Oft hilft es dann, die Ursprungsperson nochmal deutlich auf das Leid aufmerksam zu machen, was sie dem Klienten durch die Übergabe des Teils zugefügt hat, um dann zu fragen, ob das wirklich ihre Absicht war.
 
=== Frei gewordenen Platz füllen ===
Anschließend sollte auf jeden Fall darauf geachtet werden, die beim Klienten entstandene Lücke zu füllen, indem ein neuer, positiver Teil installiert wird. Man kann dem Klienten hier auch suggerieren, dass dies unbewusst und von selbst („Und du kannst dich überraschen lassen, was schon bald an der Stelle entstehen kann, wo bis jetzt…“ etc.) geschieht.
 
 
''Anmerkung 1'':Die Übernahme von fremden Teilen/Gefühlen/Glaubenssätzen geschieht in vielen Fällen schön im frühesten Kindesalter und daher häufig aus der unbedingten kindlichen Liebe heraus, z.B. um unbewusst einen Elternteil zu entlasten. Es kann aber auch andere Gründe geben. Die esoterisch veranlagten Personen unter Euch können im Übrigen auch mal nachspüren, ob das Ganze schon vor der Geburt (also noch im Mutterleib) passiert ist, oder sogar vor der Empfängnis (sprich: aus einem anderen Leben stammt).
 
''Anmerkung 2'': Der Esoterik vollkommen Abgeneigte können diesen Satz natürlich auch weglassen, aber man sollte ihn besser mitsprechen. Man kann ja nie wissen...
== Praxistipps ==
*Zu Beginn kann es helfen, das Teilemodell und die Annahme der "positiven Absicht" zu erläutern.
*Da es sich um ein Tranceformat handelt, kann es hilfreich sein einen [[Anker|Gegenwartsanker]] zu setzen, den man nach Ende des Formats aktiviert.
*Da es sich um ein Tranceformat handelt, erinnert sich der Coachee evtl. nach dem Six Step nicht mehr an das, was er erlebt hat, eine Mitschrifft Mitschrift des Coaches, der wesentlichen Dinge, kann helfen: [[Media:Six-step.pdf|Mitschrift]]
*Manchmal sind Menschen nicht bereit, diesem Teil ihres Selbsts, der sie so lange gequält hat, freundlich zu begegnen. In dem Fall ist Vorarbeit zu leisten (Ressourcen, Modell der positiven Absicht erläutern, ...).
*Da viele Menschen mit ihren inneren Teilen nie zuvor Kontakt hatten, kann es sein, dass diese beim ersten Kontakt nicht sehr freundlich sind. Da hilft nur geduldige freundliche Zuwendung.
*Wenn ES behauptet keine positive Absicht zu haben, ist es am Besten der Person, das Prinzip der [[Positive Absicht|positiven Absicht]] zu erklären. ES hört mit und ist danach i.d.R. bereit seine positive Absicht preiszugeben. Ansonsten: fragen, unter welchen Bedingungen ES bereit wäre, die positive Absicht mitzuteilen.
*Wenn die positive Absicht zu einschränkend ist oder nicht positiv -> [[chunking|chunk up]], was ist die Absicht hinter der Absicht?
*Dies Format kann völlig inhaltsfrei durchgeführt werden, d.h. , es müssen weder das Problem noch die inneren Dialoge offen gelegt werden. Es ist allerdings leichter das Format durchzuführen, wenn man nach jedem Satz die Person bittet, den innerlich gesagten Satz (und die Antwort ) mitzuteilen. Auf die Weise lässt sich ein "Steckenbleiben" verhindern, wenn andere Sätze innerlich gesagt wurden, als es die Vorgabe war.
*Insbesondere bei Krankheit oder anderen wichtigen Dingen, sollten die Neuen Wege offen gelegt und vom Bewusstsein beurteilt werden, um eine Symptomverschiebung zu vermeiden.
*Es kann sein, dass ES innerhalb der "Probezeit" nicht bereit ist, das alte Verhalten zu aufzugeben -> das kann i.d.R. akzeptiert werden, Hauptsache es wird das neue Verhalten ausprobiert.
*Getroffene Vereinbarungen mit inneren Teilen sollten auf jeden Fall eingehalten werden.
*Das Bewusstsein sollte sich stets im Klaren sein, dass es der Chef aller Teile ist.
 
 
== Destruktive Teile und Systemische Ansätze ==
Ein Beispiel: <br>
Ein Klient möchte ein störendes Verhalten loswerden. Der Berater entschließt sich zur Durchführung eines 6-Step-Reframing. Im ursprünglichen NLP wird im Rahmen der Teilearbeit u.a. gelehrt, dass ein jeder Teil (incl. seiner Glaubenssätze) innerhalb einer Person mit ein wenig liebevoller Zuwendung zur Kooperation bereit sein wird und selbstverständlich auch immer eine latente positive Absicht hat, welche dann utilisiert werden kann. <br>
Aber was tun, spricht Zeus, wenn der störende Teil eines Klienten trotz Würdigung nicht zur Kooperation bereit ist? Oder auf die Frage nach der Absicht so etwas sagt, wie: „Ich möchte, dass Du Sch… frisst!“ (Ja, so etwas gibt es!). Ohne systemische Kenntnisse wäre der Berater hier wahrscheinlich geneigt, den Klienten zu bitten, den Teil einfach noch ein wenig liebevoller zu würdigen. Oder nachzufragen, was denn wohl die positive Absicht hinter dem Sch… fressen sei…
 
Stattdessen kann es hier sinnvoll sein, von einem systemischen Phänomen auszugehen. Mann könnte den Klienten also fragen: <br>
„Wenn Du nochmal in Dich hineinspürst: Ist das überhaupt ein Teil von Dir?“
 
I.d.R. bekommt der Klient recht schnell ein Gefühl/Bild o.ä. dafür, wie die Antwort lautet, und bei einem Fall, wie oben geschildert, lautet sie i.d.R.: „Nein!“. Stattdessen wurde er von einer anderen Person übernommen. <br>
Nun geht es darum, zu identifizieren, von wem der Teil übernommen wurde. In den meisten Fällen handelt es sich um Personen aus dem engeren Familiensystem: Vater, Mutter, Großeltern, Geschwisterteile (Achtung: es kann sich auch um verstorbene Personen handeln, die der Klient niemals kennen gelernt hat…), aber es können vereinzelt auch andere Menschen oder Wesen auftauchen.
Wenn Klient oder Berater nicht direkt eine Intuition haben, so ist es hilfreich, wenn der Klient die verschiedenen Alternativen probeweise laut ausspricht, also z.B.: <br>
„Du bist ein Teil von meinem Vater!“ oder „Du gehörst zu meiner Großmutter!“. <br>
Der Klient wird i.d.R. wiederum schnell ein Gefühl/Bild o.ä. entwickeln, welche Alternative stimmig ist. Der Berater sollte hier zusätzlich sehr genau die Physiologie beachten und evtl. zur Absicherung noch eine Gegenprobe machen.
Ist der Fremd-Teil dann eindeutig identifiziert, so kann der Klient diesen in einer Art Ritual an die Ursprungsperson zurückgeben. Hierzu kann er sich die entsprechende Person (möglichst bildlich) vorstellen, um dann laut und mit fester Stimme auszusprechen (als Beispiel hier Tochter an Vater): <br>
„Ich bin Deine Tochter und Du bist mein Vater. Und sollte ich aus Liebe* zu Dir bewusst oder unbewusst* zugestimmt haben, diesen Teil von Dir zu übernehmen, so nehme ich diese Entscheidung hiermit zurück – und ich entscheide neu. Der Teil verlässt nun meinen Körper, meinen Geist und mein Energiesystem! In allen Zeiten, Räumen und Dimensionen!** JETZT…“
 
Hierbei kann es hilfreich sein, wenn der Klient sich entsprechend des Geschehens ein Bild oder einen Film von der Rückgabe des Teils macht. Anschließend sollte – wie nach jeder Intervention – ein Öko-Check durchgeführt werden, um evtl. Einwände zu hören. Es kann z.B. passieren, dass der Klient merkt, dass die Ursprungsperson den Teil partout nicht zurücknehmen will. Oft hilft es dann, die Ursprungsperson nochmal deutlich auf das Leid aufmerksam zu machen, was sie dem Klienten durch die Übergabe des Teils zugefügt hat, um dann zu fragen, ob das wirklich ihre Absicht war.
 
Anschließend sollte auf jeden Fall darauf geachtet werden, die beim Klienten entstandene Lücke zu füllen, indem ein neuer, positiver Teil installiert wird. Man kann dem Klienten hier auch suggerieren, dass dies unbewusst und von selbst („und du kannst dich überraschen lassen, was schon bald an der Stelle entstehen kann, wo bis jetzt…“ etc.) geschieht.
 
Die Rückgabe eines fremden Teils/Glaubensatzes etc. kann sehr tief sitzende Blockaden lösen und wird dann vom Klienten als extrem befreiend erlebt.
 
<small>*Die Übernahme von fremden Teilen/Gefühlen/Glaubenssätzen geschieht in vielen Fällen schön im frühesten Kindesalter und daher häufig aus der unbedingten kindlichen Liebe heraus, z.B. um unbewusst einen Elternteil zu entlasten. Es kann aber auch andere Gründe geben. Die esoterisch veranlagten Personen unter Euch können im Übrigen auch mal nachspüren, ob das Ganze schon vor der Geburt (also noch im Mutterleib) passiert ist, oder sogar vor der Empfängnis (sprich: aus einem anderen Leben stammt).</small>
 
<small>**Der Esoterik vollkommen Abgeneigte können diesen Satz natürlich auch weglassen, aber man sollte ihn besser mitsprechen. Man kann ja nie wissen :-)</small>
=== Weblinks ===
[https://www.xing.com/app/forum?op=showarticles;id=5698400 Thread über systemische Arbeit mit fremden Teilen]
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