2.2.=====Gedankenlesen=====:Man kann seine Glaubwürdigkeit als Trance-Begleiter festigen, indem man sich so verhält, als ob man über das innere Erleben einer anderen Person Bescheid wüßte. Dies setzt voraus, daß man bei allgemein gehaltenen Formulierungen bleibt, um keinen Widerspruch zu erzeugen und den Rapport nicht zu verlieren.::„Du fragst Dich vielleicht, was ich als Nächtes sagen werde.“::„Du möchtest vielleicht mehr über die Trance erfahren.“::„Du fragst Dich vielleicht, wie tief Du gleich entspannen wirst.“:Typisch für die Trance-Sprache ist die Verwendung von „Weichmachern“, um die sprachlichen Angebote des Kommunikators vage zu halten. Damit wird ggf. Widerstand vom Klienten vermieden, da er die Wahl hat zu folgen oder auch nicht.:Wörter hierfür sind: „Vielleicht“ „möglicherweise“ „könnte“:Beispiel einer Trance-Sequenz:::„Vielleicht ist es gerade jetzt eine gute Gelegenheit etwas Neues zu lernen um möglicherweise Lösungen zu finden, die überraschend sind und dies könnte der Beginn einer sehr angenehmen Veränderung sein und es ist nicht wichtig, ob diese jetzt oder später stattfindet.“
:Übrigens „Nicht-Botschaften“ kann unser Gehirn nicht verarbeiten. Beispiel: Denken Sie nicht an einen rosaroten Elefanten !:In der Trance-Arbeit läßt sich dies wunderbar nutzen, um Widerstand abzubauen und den anderen zu führen::Beispiel einer Trance-Sequenz :::„Und während Du da sitzt brauchst Du nicht zu entspannen, um Dich wohlzufühlen und vielleicht ist dies nicht der Moment die Augen zu schließen und Du brauchst nichts Neues zu lernen, während Du immer tiefer in eine angenehme Trance sinkst um Dich dabei überraschen zu lassen, was Du Neues dabei entdeckst.“
3. ====Anonyme Performanzen====
:Dies sind Werturteile, in denen die Person, welche die Aussage macht anonym bleibt. Dieses Vorgehen erlaubt bestimmte Vorannahmen einzubringen.:Beispiele: :: „Es tut gut, sich am Ende eines langen Tages zu entspannen.“ – „Das ist richtig.“ – „Es ist nicht wichtig, ob Sie die Augen gleich oder später schließen.“
4. ====Einengung / Verallgemeinerung====
:a) Quantifizierungen::Wörter wie alle, jeder, nie, keiner, niemand signalisieren Verallgemeinerungen, die eigentlich unzulässig sind. ::Beispiele: ::: „Jeder Atemzug läßt Sie ein wenig tiefer in die Trance gehen.“ „ Und ich frage mich, wie alle Ihre Erfahrungen sich in nützliche Ressourcen für neues Lernen verwandeln.“
:b) Modaloperatoren::Modaloperatoren modifizieren den Inhalt eines anderen Verbes. Dieses kann man unterteilen in• :::*Notwendigkeit (müssen, sollen)• :::*Möglichkeit (dürfen, können) ::Beispiele:::: „Ist es nicht erstaunlich, was Du alles lernen kannst.“ „Und Sie fragen sich, welche Hand sich zuerst bewegen soll.“
1. ====Präsuppositionen / Vorannahmen====
Vorannahmen sind wirkungsvolle Sprachmuster, mit denen man Dinge behaupten kann, die man nicht in Frage gestellt haben möchte. In der Regel bietet man hier mehrere Alternativen an, wobei jedoch die beabsichtigte Reaktion erhalten bleibt.
1.1.===== Verben der Wahrnehmung===== :Hierzu gehören Verben wie wissen, erkennen, wahrnehmen, bemerken, merken, gewahr werden etc. Beispiele: „Merkst Du, wie Dein Unterbewußtsein schon zu lernen beginnt?“ „Hast Du gewußt, wie oft Du schon in Trance gegangen bist?“ „Vielleicht hast Du gerade bemerkt, wie sich der kleine Finger der rechten Hand bewegt hat.“
1.2.===== Temporale Nebensätze===== :Diese Nebensätze beginnen mit Wörtern wie bevor, nachdem, während, seit, wenn etc. Beispiel: „Möchtest Du Dich setzen, bevor Du in Trance gehst.“ „Du hörst meine Stimme, während sich Dein Atemrythmus verändert hat.“ „Und Du fragst Dich, wie Du entspannen wirst, nachdem Du die Augen geschlossen hast.“
1.3.===== Ordnungszahlen===== :Begriffe, die auf eine Reihenfolge hinweisen, wie noch ein, zuerst, zweitens, drittens, nächstes, danach. ::Beispiele: „Vielleicht bist Du gespannt, welcher Teil Deines Körpers sich zuerst entspannt.“ „Vielleicht bist Du neugierig darauf, was danach passieren wird.“
1.4.===== Oder (Pseudowahl)===== :Mit dem Wort „oder“ ist die Vorannahme verbunden, daß eine von mehreren Alternativen verwirklicht wird. ::Beispiel: „Möchtest Du Dir die Zähne vor oder nach dem Baden putzen?“ „Ich weiß nicht, ob sich Deine linke oder rechte Hand zuerst mit unbewußten Bewegungen heben wird.“ „Gehst Du in eine leichte oder in eine tiefe Trance?“
2. ====indirekte Auslösung von Reaktionen====
Die folgenden Sprachmuster sind hilfreich, wenn man nur eine bestimmte Reaktion indirekt, also ohne sie offen zu verlangen, hervorrufen will.
2.1.===== versteckte Fragen===== :Hier sind Fragen in eine komplexere Satzstruktur eingebunden. ::Beispiel: „Es würde mich interessieren, was Sie sich von der Hypnose versprechen.“ Die eingebaute Frage „Was versprechen Sie sich von der Hypnose?“ ist mit dem Interesse des Sprechers verknüpft. Der Angesprochene wird sich deshalb hier in der Regel nicht weigern diese eingebaute Frage zu beantworten.
2.2.===== versteckte Befehle===== :Hier sind Anweisungen in ein längeres Satzgefüge eingebaut. ::Beispiele: „Und während Du in diesem Sessel sitzt und meine Stimme hörst, entspanne Dich.“ „Ich frage mich, wann du bemerkst, daß Du gelassen bist.“
2.3.===== analoges Markieren (hervorheben)===== :Dies bedeutet, daß man bestimmte Teile des Satzes als Anweisung durch bestimmte nonverbale Verhaltensmuster hervorhebt (z.B. Kopf heben, Stimmrichtung verändern, Stimmlage heben/senken, Räuspern, Kopfbewegungen etc.) Beispiel: „Du kannst dies leicht (nonverbales Muster z.B. Stimme heben) verstehen.“
2.4.===== Konversationspostulate===== :Konversationspostulate sind Ja/Nein- Fragen, die statt einer Ja/Nein- Antwort normalerweise eine bestimmte Reaktion oder Aussage bewirken. ::Beispiel: „Kannst Du die Tür schließen?“ „Weißt Du, wie spät es ist?“ „Kannst Du etwas zu trinken holen?“
3. ====Metaphorische Sprachmuster====
Metaphern sind sehr wirksame Möglichkeiten etwas in verpackter Form zu erzählen. Folgende zwei Muster sind Anwendungsbeispiele des Milton- Modells.
a) ===== Zitate===== :Zitate kann man nutzen, um Aussagen oder Anweisungen zu machen ohne für den Inhalt verantwortlich zu sein. ::Beispiel: „Jemand wollte einmal von Erickson wissen, was Hypnose eigentlich sei. Und er sagte: Dies wirst Du nur in einer Trance herausfinden.“
b) ===== Punktuelle Grenzüberschreitungen===== :Dies sind Zuweisungen von Eigenschaften an jemanden oder etwas, der oder die diese Eigenschaften eigentlich nicht besitzen kann. In der Trance wird diese Metapher vom Unterbewußtsein verstanden (TDS- Prozeß). ::Beispiele: das mutige Samenkorn, der traurige Felsen, der fröhliche Apfel, der weise Berg, die lustige Zitrone etc.