Änderungen
Glaubenssätze, die von den Werten, Erfahrungen, Erwartungen und den inneren Zustand aus denen sie entstanden sind, abgetrennt wurden, werden Gedankenviren. Sie sind nun von allem Überprüfbaren abgeschirmt und bekommen dadurch eine Art Eigenleben. Sie sind nicht mehr wiederlegbar und können auf Menschen mit ähnlichen Hintergrund (Glaubenssätzen) übertragen werden.
Die besondere Gefahr bei Gedankenviren besteht darin, dass sie Epidemien auslösen können. Gedankenviren müssen nicht selber erfahren werden, sondern sie werden verbal übertragen. Dadurch kann die ''Infektion'' sehr schnell erfolgen und auf viele Menschen übergreifen. Außerdem ist das Gedankenvirus gegenüber Logik immun und damit sehr stabil. Drastische Beispiele von Gedankenvirenepidemien gab es ausreichend in der Geschichte: Hexenverbrennungen, Kreuzzüge, Judenverfolgung, (Welt-)Kriege, ...
Zur Aufdeckung von Memen (und Gedankenviren) und der Eigenimmunisierung empfiehlt V. Birkenbihl die Beantwortung der folgenden 4 Fragen:
#Halte ich meine Meinung für gut, richtig und wahr?
#Ist ist die eigene Meinung tugendhaft?
#Ist das Kernthema ein Tabu?
#Bin ich intolerant gegenüber der Meinung anderer?
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Gedankenviren und [[Mem]]e haben starke Ähnlichkeit. Das '''Mem''' bezeichnet in der [[Theorie der Memetik]] eine Idee oder einen Gedanken. Es ist eine (sprachlich kodierte) Informationseinheit, die von Lebewesen erschaffen werden, sich vermehren, verändern und weitergegeben werden können. Es wurde erstmalig 1976 durch den Evolutionsbiologen [[Richard Dawkins]] in seinem Buch „The Selfish Gene“ (deutsch: Das egoistische Gen) in den geistes- und kulturwissenschaftlichen Diskurs eingeführt.
Solch ein Mem entwickelt sich zuerst im Fühl- und Denkvermögen eines Individuums und wird durch Kommunikation weiterverbreitet. Durch individuelles Nachdenken und durch Austausch mit anderen Memen entwickeln sie sich weiter. Beispiel: Ein Gerücht, das von einer Person erdacht und mitgeteilt wird, verbreitet sich je nach Brisanzgrad weiter. Es tauchen weitere Varianten des Gerüchtes auf.
Das Konzept "Mem" ist eine Analogiebildung zur darwinschen Theorie der natürlichen Selektion für den Bereich der Kultur. Grob gesagt bedeutet ein Mem für die kulturelle Entwicklung das Gleiche, wie ein Gen für die biologische Entwicklung und ist als ein hypothetisches Analogon zum Gen zu betrachten.
Ein Mem ist eine Gedankeneinheit, die sich vervielfältigen (reproduzieren) lässt und gleichzeitig als Vervielfältiger (Replikator) wirkt. Das heisst, dass das Mem auch aktuell reproduziert wird, also mindestens einmal zu einem gegebenen Zeitpunkt vorhanden ist. Bei der Reproduktion übernimmt ein Anderer einen bestimmten Gedanken, der entsprechend dessen persönlichen Erfahrungs- und Erkenntnisrahmens angepasst wird. Die sprachliche Gestaltung ist dabei nicht wesentlich. Deshalb wäre es besser, von einer Vorstellungseinheit zu sprechen. Es kann sich beispielsweise auch um eine Tonfolge handeln (dadadadaaa - Beginn der 5. Sinfonie Beethovens). Nach Dawkins ist die Replizierbarkeit entscheidend.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Mem
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Andere Wortbedeutung:
In seinem Buch ''Programming and Metaprogramming the Human Biocomputer'' vertritt [[John Lilly]] die Theorie, dass es im Gehirn versteckte ''Gedankenviren'' gäbe, die normalerweise subbewusst unter Kontrolle gehalten werden. Im Alltag findet dabei eine Umdeutung durch geeignete Glaubenssätze dahingehend statt, dass solche Gedankenviren folgenlos bleiben. Unter dem Einfluss bewusstseinserweiternder Drogen (LSD, Mescalin, Peote) kann es zur Freisetzung von Gedankenviren kommen, meist mit fatalen Wirkungen. Im LSD-Jargon bezeichnet man eine durch Gedankenviren ausgelöste Strategie als '''Horrortrip.'''
=== Literatur ===
:*Lilly, John C.: ''Programming and Metaprogramming in the Human Biocomputer: Theory and Experiments.'' (ISBN 051752757X)
:*Leary, Timothy; Metzner, Ralph; Alpert, Richard: ''The Psychedelic Experience.'' University Books New York, 1964<br>
=== Weblinks ===
[[Kategorie:Begriff]]
Anonymer Benutzer