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Änderungen

Sprache

3.221 Byte hinzugefügt, 11:07, 18. Jan. 2008
Die vielleicht wichtigste [[Grundannahmen des NLP|Grundannahme]] des [[NLP]], wonach Menschen nicht auf die [[Realität]] reagieren, sondern auf ihre Abbildung ([[Modell]]) der Realität, gilt umso stärker für Sprache. Denn auch Sprache ist nicht die [[Wirklichkeit]], sondern das ''Abbild des Abbildes der Wirklichkeit''. Das erste Abbild (die Landkarte) ist das innere Erleben dessen, was außen ist und durch unsere [[Filter]], Erwartungen und Annahmen über die Wirklichkeit verändert wurde. Sprache ist nun wiederum eine Abbildung dieser inneren Karte in Worte.
Worte repräsentieren nicht Gegenstände und Ereignisse, sondern die durch ein menschliches Nervensystem wahrgenommenen und damit veränderten Gegenstände und Ereignisse. Dieses Abbild des Abbildes ist an vielen Stellen sehr mangelhaft. So hat beispielsweise das Wort »Tisch« nichts tischhaftes an sich. Und je nach dem, welche Bedeutung eine Kultur einer Sache beimisst, differenziert die Sprache in Bezug auf diese Sache mehr oder weniger. Ein berühmtes Beispiel sind die 40 Worte der Eskimos für Schnee - wir haben eins.
Wir nehmen, häufig bewusst oder unbewusst an, dass das Gehirn ein treues Abbild der Realität produziert, ein Abbild, das mit der Welt "identisch" ist. '''Doch können wir für immer und ewig nur Landkarten und niemals das Gebiet erleben!''' Wenn wir uns dies völlig klar machen und verstehen, dass wir in einer subjektiven Welt der Landkarten leben, in der wir uns gegenseitig Geschichten über das da draußen oder über uns drinnen erzählen, können wir begreifen wie Veränderungen viel einfacher werden (natürlich können wir auch an diesem Umstand verzweifeln, im Sinne ressoursevollen Erlebens, empfiehlt es sich jedoch diese Möglichkeit zu verwerfen). Wir verändern nämlich nur Landkarten - d. h. wir verändern, wie die Menschen die Welt subjektiv erleben, und nicht die Welt. Und mit Hilfe von Sprache wirken wir auf Landkarten ein und strukturieren sie um.
Sprache hat Struktur, und in dieser Struktur folgt sie der Landkarte und hat damit eine genauso ähnliche oder unähnliche Struktur, wie das Gebiet, das sie abbildet. Damit ist Sprache nicht nur das Abbild unseres Modells über die Wirklichkeit sondern auch ein Modellbildungsinstrument! Dies hat zwei wichtige Aspekte: 1. Können wir über Sprache auf die Landkarte ''schließen''. 2. Können wir über Sprache auf die Landkarte einwirken. 2a. Als Sender, indem wir Glaubenssätze hinterfragen oder neue Angebote machen. 2b. Als Selbst, indem wir anders mit uns selber und anderen kommunizieren.
Korzybski prägte den Begriff der ''semantischen Reaktion''. Er beschrieb damit, dass, wenn ein Symbol (z.B. ein Wort) für einen Menschen etwas ''bedeutet'', der Anblick dieses Symbols in ihm eine individuelle (semantische) Reaktion auslöst. Wird eine semantische Reaktion ausgelöst, hat dies also einen bestimmten [[Zustand]] zu Folge (im NLP nennt man dies [[Anker]]). D.h. man kann mit Worten den Zustand einer anderen Person verändern. Verwendet man also ungünstige Worte in der Kommunikation mit sich selber oder Anderen, bekommt man auch ungünstige Ergebnisse. Hier ist ein Aspekt der Macht der Sprache.
Wenn wir über Sprache nachdenken, beschreiben wir die Sprache sprachlich. Wir kommen nun auf der nächsten Abstraktionsebene der Wirklichkeit an und erstellen also eine Karte der Karte der Karte der Wirklichkeit. Das ist nicht ganz unheikel, doch sieht man an den zahlreichen Sprachmodellen, das diese Modellbildung uns helfen kann besser zu kommunizieren. Im Rahmen dieser Regeln des jeweiligen Sprachsystems, werden die Wahrnehmung, Differenzierung und Urteile und Verhalten vorgeprägt. Am bekannten Beispiel der 40 Worte der Eskimos für Schnee, kann man vermuten welche Differenzierung und Bedeutung von Schnee hier abgebildet wird.
 
'''Identität und Sein''': Korzybski beschreibt die ungünstige Auswirkung des Wortes "sein" in unserer Sprache. Die Verwendung der Wortes "sein" führt zu der Annahme ein Menschen, oder etwas, sei mit etwas anderem identisch und könne daher damit ''gleichgesetzt'' werden. Hier werden Ähnlichkeiten zu Gleichheiten vereinfacht. Dies ermöglicht uns eine (unangemessene) Vereinfachung der Welt und führt damit zu einem scheinbar vereinfachten im Umgang mit ihr.
 
In Bezug auf Menschen ist diese sprachliche Verschiebung der Bewertung eines Verhaltens (oder Denkens) auf die Identitätsebene aus verschiedenen Gründen ungünstig. 1. Menschen sind nicht an sich, sondern immer im Zusammenhang mit ihrem zeitlichen und räumlichen Umfeld zu sehen (systemischer Ansatz). 2. Der innerste Kern eines Menschen ist weder beschreibbar noch bewertbar. 3. In vielen Fällen steht eine einschränkende Überzeugung über die eigene Identität einer positiven Veränderung im Weg.
 
Dies gilt nicht nur für Lebewesen sondern auch für die Bedeutung von Worten. Da keine 2 Menschen, die die gleichen Erfahrungen machen, wird auch kein Wort (welches eine Repräsentation ist) exakt die gleiche Bedeutung für sie haben können. Jedes Wort hat so viele (oft ähnliche) Bedeutungen, wie es Menschen gibt, die es benutzen. Und bei jedem Menschen verändert sich diese Bedeutung (exakte Repräsentation, mit allen zugehörigen Assoziationen) über die Zeit und in dem Kontext in dem es benutzt wird. Der Versuch der Identifikation eines Wortes mit einer Bedeutung oder einem Gefühl kann also nur die Identifikation eines Wortes mit einer individuellen Bedeutung oder einem individuellen Gefühl sein. Diese Form der Identifikation führt zu starrer und unflexibler Kommunikation.
 
 
=== Sprache und NLP ===
Die Arbeit mit Sprache hat im NLP von Anfang an besondere Bedeutung. [[Grinder, John|John Grinder]] ist Linguist und brachte sein Fachwissen und seinen Fachblick in die gemeinsame Arbeit mit [[Bandler, Richard|Richard Bandler]] mit ein, eine der ersten Arbeiten der beiden war die Modellierung der sprachlichen Fähigkeiten Virgina Satirs, Fritz Perls und Milton Erickson. Aus diesen Arbeiten entstanden das [[Milton Modell]] und das [[Metamodell]] der Sprache.
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